Mit einer Gala ins Viertelfinale

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Sie brachten Werder schon im ersten Durchgang auf die Siegerstraße: Petri Pasanen (M.) und Tim Borowski (re.) erzielten den 2:0-Pausenstand.

Bremen - Von Björn Knips und Carsten Sander. Nichts und niemand kann Werder Bremen stoppen. Schon gar nicht der 1. FC Kaiserslautern.

Im Achtelfinale des DFB-Pokals setzte sich der Titelverteidiger aus dem Norden gestern mit 3:0 (2:0) gegen den Zweitligisten durch und zauberte dabei eine Leistung auf den Rasen, die das Weserstadion phasenweise von einer normalen Fußball-Arena in eine Fußball-Oper verwandelte.

Die Noten zum Spiel

Die Noten: Ein bitterer Tag für Marcelo Moreno

Die tragende Rollen spielten dabei – na klar – Werders Super-Wirbler Marko Marin, Mesut Özil und Aaron Hunt. Sie zerpflückten die Lauterer Abwehr ein ums andere Mal. Dass dennoch nicht mehr Tore als die von Petri Pasanen (28.), Tim Borowski (39.) und Torsten Oehrl (76.) heraussprangen, lag zum einen daran, dass sich die Künstler von der Weser mit zunehmender Spielzeit immer mehr an der eigenen Stärke ergötzten und dabei das Wesentliche vergaßen – nämlich das Toreschießen. Zum anderen aber auch am Fehlen eines durchschlagskräftigen Strafraumstürmers. Claudio Pizarro, der wegen einer Sprunggelenksprellung zuschauen musste, hätte gewiss seine helle Freude an dem Spiel gehabt. Marcelo Moreno in der ersten und Oehrl in der zweiten Halbzeit konnten ihn nicht annähernd ersetzen.

Aber egal, vor 26 094 Zuschauern geriet Werder auch so nie in den Verdacht, das 28. Pokal-Viertelfinale der Club-Geschichte (!) nicht erreichen zu können. „Wir haben“, fasste Trainer Thomas Schaaf zusammen, „von Anfang an umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. Die Mannschaft ist konzentriert und engagiert aufgetreten. Ich bin sehr zufrieden.“

Die 90 Minuten in Bildern

Werders Triumph in Bildern

Im Vorfeld hatte er selbstbewusst von einer „Pflichtaufgabe“ gegen den Tabellenzweiten der zweiten Liga gesprochen. Eine solche wurde es dann auch. Kaiserslautern trug einen großen Teil dazu bei, indem die n Drei Tore n mit „Köpfchen“ „Roten Teufel“ quasi von Beginn an die weiße Fahne hissten. Die Pfälzer taten nichts, um Werder gefährlich werden zu können. Es war eine totale Kapitulation, die Trainer Marco Kurz so beschrieb: „Werder hat uns beherrscht. Wir hatten keine Chance.“

So enttäuschend die Gäste auftraten, so spaßmachend präsentierten sich die Bremer. Der Ball lief sicher von einer Station zur anderen, nur im Abschluss haperte es. Özil traf nach einem Klasse-Solo nur den Pfosten (27.), Marcelo Moreno wuchtete Sekunden später einen Kopfball aus vier Metern statt ins Tor ins Gesicht von FCK-Keeper Tobias Sippel. Nach der anschließenden Ecke beendete Pasanen aber das Warten auf die längst überfällige Führung, als er eine als Schuss gedachte Marin-Vorlage ins Tor drückte.

Es war der erste von drei Kopfballtreffern. Auch Borowski, der perfekt in eine Hunt-Flanke gelaufen war, und der nach der Pause eingewechselte Oehrl (nach Özil-Vorarbeit) lieferten „Kopfarbeit“ ab. Es blieb festzuhalten: Die drei Wirbler servierten, drei andere garnierten. „Schön“, meinte Schaaf, „dass auch mal andere treffen“.

Mit dem 3:0 setzte Werder gleich zwei Serien fort. Aktuell sind die Bremer nunmehr seit 16 Partien in Folge ungeschlagen. Und im DFB-Pokal hat es seit dem 13. April 1988 keine Heimniederlage mehr gegeben. Damals hieß es 0:1 gegen Eintracht Frankfurt. Seither ist Werder in stolzen 33 Cup-Heimspielen unbesiegt geblieben.

Dass sich daraus für das Viertelfinale (Spieltermine 09./10. Februar 2010) der Wunsch nach einem erneuten Auftritt vor eigenem Publikum ableitet, ist wenig überraschend. Am Sonntag werden in der ARD-Sportschau (ab 18.05 Uhr) die Lose gezogen. Möglich ist ein Nordduell beim Überraschungsteam VfL Osnabrück – doch das wäre für Sportdirektor Klaus Allofs alles andere als ein Traumlos: „Ich weiß nicht, ob es so schön wäre, ausgerechnet dort antreten zu müssen …“

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