Heiligenfeldes Keeper der Mann des Abends

Eine Wand namens Gerlach

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Eine Verneigung vor den Fans: Christian Gerlach (l.) bei seiner Auswechslung – beäugt von Mitspieler Fabian Ripke.

Heiligenfelde - Die Zuschauer auf der Tribüne stehen sowieso schon, sonst hätten sie sich in diesem Moment wohl von ihren Plätzen erhoben: Unter dem Applaus von 2 300 Zuschauern verlässt in der 65. Minute beim Stand von 0:5 der Mann des Spiels den Platz, Heiligenfeldes Keeper Christian Gerlach.

Die Kapitänsbinde noch schnell an Björn Isensee weitergegeben, dann steht der seit Mittwoch 29-Jährige vor dieser Wand von Fans, die vor allem den Bundesligisten sehen wollten – und plötzlich mit dem Torwart des SV Heiligenfelde die Welle durchs kleine Stadion schwappen lassen. „Super geil. Was für eine Atmos-phäre. Ich habe bei jeder Parade eine Gänsehaut bekommen“, sprudelt es aus dem Schlussmann heraus, als er das unerwartete Autogrammeschreiben für ein paar Minuten unterbricht. „Die ersten Autogramme meines Lebens übrigens – und es fühlt sich gut an“, setzt Gerlach noch hinterher.

Auch den kleinsten Anhängern war ja nicht entgangen, was der Torwart des Außenseiters geleistet hatte. Bis zum ersten Gegentor von Nils Petersen vergingen zwar nur fünf Minuten, insgesamt aber stand der Zwei-Zentner-Mann 16 (!) Mal zwischen dem Heiligenfelder Tor und einem Werder-Jubel. „Wir müssen ihm ein Kompliment machen. Es lag zwar auch an uns“, sagte Petersen, „aber Gerlach hat überragend gehalten.“

Bremens Coach Thomas Schaaf sprach sogar gleich von „zwei überragenden Torhütern“. Ersatz Patrick Kuder hatte auch nur noch zwei Treffer kassiert. Das sei „die Basis für einen Verein wie Heiligenfelde“, adelte der Werder-Trainer die Schlussleute. „In 99 Prozent der Fälle ist in solchen Spielen immer der Torwart der unterklassigen Mannschaft der Held – auch heute Abend“, gratulierte Klaus Allofs ebenfalls.

Christian Gerlach wurde da schon von Mikrofon zu Mikrofon gezogen, um seine Erfolgsgeschichte zu erzählen. · ahe/csa

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