Doch Werder versichert vor Nürnberg-Gastspiel, den Ernst der Lage zu kennen

Eine trügerische Ruhe

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Bremen - Von Björn Knips · Vor drei Wochen war es noch das Thema Nummer eins in Bremen und umzu: Steigt Werder tatsächlich ab? Eine Stadt in Sorge, eine Region zitterte – doch mittlerweile ist Gelassenheit eingekehrt.

Schließlich haben die Grün-Weißen seit der 0:4-Klatsche beim Hamburger SV drei Spiele in Folge nicht mehr verloren und dabei immerhin fünf Punkte gesammelt. Rang zwölf in der Tabelle klingt auch prima. Ist es aber nicht. Denn der Relegationsplatz ist nur einen Zähler entfernt, der Druck heute beim Gastspiel in Nürnberg (15.30 Uhr) deshalb groß.

„Es ist richtig, die große Unruhe, die Panik draußen sind weniger geworden“, bestätigt Klaus Allofs, doch der Werder-Boss versichert: „Wir sind nicht in der Gefahr, die Situation falsch einzuschätzen. Bei uns ist keine Ruhe eingekehrt. Wir wissen, dass wir hellwach sein müssen.“

Bilder vom Abschlusstraining

Auch Arnautovic fehlt in Nürnberg

Und dieses „Wir“ ist mittlerweile auch wieder etwas wert in Zusammenhang mit Werder. Die Spieler wirken hoch konzentriert und haben den realistischen Blick auf die Situation. „Die Stimmung ist bei uns jetzt zwar besser, aber nach ein paar Punkten darf man das alles nicht überbewerten“, warnt zum Beispiel Tim Borowski: „Die Anspannung bei uns ist immer noch extrem hoch.“ Die Tatsache, dass die Anhänger etwas gelassener geworden sind, wundert den Mittelfeldspieler allerdings nicht wirklich: „Die Fans sind sehr sensibel. Sie haben erst gesehen, wie schwer wir uns getan haben. Aber jetzt haben sie erkannt, dass wir alles für den Verein und den Klassenerhalt tun. Deshalb ist es etwas ruhiger.“ Für Sandro Wagner eine durchaus angenehme Entwicklung: „Diese Ruhe tut auch mal ganz gut.“

Doch wehe, wenn’s heute nichts Zählbares im Frankenland gibt. Dann würde die Länderspiel-Pause richtig unangenehm, sich das Abstiegsgespenst für zwei Wochen in Bremen einnisten.

▪ „Natürlich würde

▪ uns das nerven“

„Natürlich würde uns das nerven“, gesteht Thomas Schaaf. Aber auch beim Trainer ist das Vertrauen ins kickende Personal nach dem 1:1 gegen Mönchengladbach wieder gewachsen. „Die Mannschaft hat sich auf einem besseren Niveau gezeigt“, sagt Schaaf und berichtet von einer guten Trainingswoche: „Die Stimmung ist gut, alle sind sehr konzentriert und engagiert.“

Eigentlich gute Voraussetzungen für das Gastspiel in Nürnberg. Doch der Gegner flößt den Bremern jede Menge Respekt ein. „Die haben einen Lauf, bei denen klappt im Moment alles, die treffen jedes Ding“, seufzt Keeper Tim Wiese. Und Schaaf zählt fast schon genussvoll die Nürnberger Stärken auf: „Sie haben sehr viel Selbstvertrauen, spielen schnell in die Spitze, schalten gut um. Sie haben auch die Geduld, auf die entscheidende Situation zu warten wie beim späten Siegtor in Wolfsburg. Und manchmal – wie beim 5:0 gegen St. Pauli – kommen sie schnell in einen guten Rhythmus.“

Das gilt es heute für Werder zu verhindern, ansonsten ist die Abstiegsangst in Bremen wieder überall ein Thema.

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