Titeljagd – nach dem 2:2 gegen Wolfsburg ein kontrovers diskutiertes Thema bei Werder

Eine Mannschaft, zwei Meinungen

Per Mertesacker dreht jubelnd ab, die Wolfsburger Akteure bleiben konsterniert zurück.

Von Carsten Sander · Fast war es, als müsse sich Klaus Allofs vor den eigenen Spielern rechtfertigen. Die hatten sich nach dem 2:2 (0:1) gegen den VfL Wolfsburg nämlich gar nicht mit den Worten ihres Clubchefs identifizieren können.

Allofs hatte vor dem Duell mit dem alten Meister den Titelgewinn zum Saisonziel für Werder Bremen erhoben. Doch das rief – frei von den Eindrücken des glücklichen Unentschiedens – den Widerspruch der kickenden Belegschaft hervor.

Die Fotos vom Spiel

Werder Bremen - VfL Wolfsburg

„Es bringt nichts, jetzt schon über einen Titel zu reden, der erst im Sommer vergeben wird“, sagte Per Mertesacker, der die Bremer gegen die „Wölfe“ mit einem Kopfballtor in der Nachspielzeit vor einem großen Rückschlag bewahrt hatte. Zuvor hatte Edin Dzeko die Bremer mit zwei Toren (42./85.) an den Rand einer Niederlage gebracht. Hugo Almeida (62.) hatte für den ersten Ausgleich gesorgt, Mertesacker für den zweiten.

Obwohl der Punktgewinn – als solcher muss das Resultat ob des Spielverlaufs wohl gewertet werden – Werder erneut für 24 Stunden auf die Pole Position der Tabelle brachte, fand sich niemand, der Allofs’ Worten folgen wollte. Kapitän Torsten Frings bezeichnete das allgemeine Gerede von der Meisterschaft sogar als „Schwachsinn“. Es sei „leichtsinnig, immer wieder vom Titel zu reden“.

Das ist die eine Meinung. Die andere vertritt Klaus Allofs. Mit klaren Worten hatte er die Bremer Titeljagd eröffnet. „Für uns kann es kein anderes Ziel geben“, hatte der Vorsitzende der Geschäftsführung gesagt und blieb auch nach dem 2:2 dabei. Allofs: „Wenn man als Zweiter nicht von der Meisterschaft redet, heißt es: Die haben keinen Mumm, keinen Mut.“ Und rede man davon, „heißt es: Die reden zu viel.“ Was ist also der richtige Weg? Allofs hat sich für die offensive Variante entschieden.

Die Wortführer unter den Profis nicht. Per Mertesacker meinte gar: „Von meisterlich zu sprechen, steht uns nicht zu.“ Allerdings spielte bei dieser Aussage durchaus die mäßige Leistung gegen ängstliche Wolfsburger eine Rolle. Denn das Gezeigte regte in der Tat nicht dazu an, von der fünften Meisterschaft der Bremer Club-Geschichte zu träumen. Wirklich vorzeigbar war nur die Moral. „Ich hätte“, sagte Allofs mit Blick auf den Treffer zum 1:2 fünf Minuten vor Schluss, „Verständnis dafür gehabt, wenn die Mannschaft in dem Moment nicht mehr an sich geglaubt hätte.“ Wolfsburgs Coach Armin Veh hatte sogar damit gerechnet: „Ich dachte, das kriegen wir über die Bühne.“

Falsch gedacht! Wie schon beim 2:2 in Nürnberg (Ausgleich durch Aaron Hunt in der Nachspielzeit) bäumten sich die Bremer auf. Und wurden durch Mertesacker belohnt. „Uns zeichnet es eben aus, dass uns nichts aus der Ruhe bringt. Das war in der vergangenen Saison noch anders“, erklärte der Torschütze, der zudem für seinen eigentlichen Aufgabenbereich in Anspruch nahm, „gut verteidigt“ zu haben – „trotz der zwei Gegentore“.

Doch auch in diesem Punkt vertrat er eine andere Meinung als einer seiner Vorgesetzten. Trainer Thomas Schaaf hatte nämlich überhaupt nicht gefallen, dass Wolfsburg mit minimalem offensiven Aufwand zu den beiden Treffern kam. „Wir haben nur wenige Chancen zugelassen, aber auch die müssen wir verhindern“, sagte er und stellte betrübt fest: „Es war mehr für uns drin.“

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