Werder geht von der Pole Position in den finalen Dreikampf um die Champions-League-Qualifikation

Eine halbe Schuhlänge voraus

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Etappenziel erreicht: Marko Marin bejubelt mit Werder den Sprung auf Platz drei – und will den jetzt nicht mehr hergeben.

Bremen - Von Arne Flügge · Wenn Marko Marin von der Champions League spricht, bekommt der Mittelfeldspieler von Werder Bremen leuchtende Augen. „Um dort zu spielen, bin ich ja hierher gekommen“, sagt der 21-Jährige.

Seit dem Wochenende haben Marin und sein Team es selbst in der Hand, sich diesen Traum zu erfüllen. Weil Leverkusen und Dortmund Federn ließen und Werder in Wolfsburg gewann, kletterten die Hanseaten auf den begehrten dritten Platz, der zur Qualifikation zur Königsklasse berechtigt. Und Marin verspricht: „Den geben wir jetzt nicht mehr her!“

Die Aufholjäger haben sich belohnt. Nach der schwarzen Serie im Winter mit sieben sieglosen Spielen und fünf Pleiten in Folge hätte wohl kaum jemand noch einen Pfifferling auf die Bremer gesetzt. „Der Abstand war schon ziemlich heftig“, erinnert sich Spielmacher Mesut Özil. 13 Punkte betrug der Rückstand zu Platz drei nach dem 20. Spieltag, 16 Zähler sogar auf den damaligen Spitzenreiter aus Leverkusen. Und nun winkt plötzlich die Champions League. „Dass wir jetzt da oben stehen, ist schön“, sagt Sportchef Klaus Allofs, doch erreicht habe man damit noch gar nichts. Das Restprogramm hat es in sich. „Wir stehen alle an der gleichen Startmarke“, weiß der Werder-Boss: „Aufgrund des besseren Torverhältnisses gegenüber Leverkusen haben wir vielleicht eine halbe Schuhlänge Vorsprung – mehr aber auch nicht.“ Keines der drei Teams darf sich in den letzten drei Saisonspielen mehr einen Ausrutscher erlauben. Der würde vermutlich sofort brutal bestraft. „Wenn wir jetzt wieder irgendwo vergeigen, stehen wir wieder da, wo wir vorher waren“, warnt Mittelfeldspieler Aaron Hunt, „das wollen wir aber um jeden Preis vermeiden.“ Auch der Nationalspieler spricht von einem Restprogramm, „das es in sich hat. Doch ich denke, wir haben jetzt genügend Selbstvertrauen getankt, um weiter erfolgreich zu sein.“ Sagt auch Özil: „Wenn wir die nächsten drei Spiele gewinnen, sind wir durch. Wir haben die Qualität dafür.“

Keine Frage, nur haben sich die Bremer in der Vergangenheit oftmals wieder selbst um die Früchte ihrer Arbeit gebracht. Siehe die „Katastrophenserie“ (Hunt) im Winter, siehe die unnötige 1:2-Pleite in Dortmund, mit der die Champions-League-Träume fast schon begraben wurden. Doch das alles, meint Abwehrspieler Per Mertesacker, ist abgehakt. Es bringe nichts, den verlorenen Punkten hinterher zu trauern, „das können wir ohnehin nicht mehr ändern. Wir müssen weiter nach vorn schauen und uns auf die nächsten Spiele konzentrieren.“ Und der Sprung auf Platz drei „sollte dabei jetzt Motivation und Ansporn genug sein“, findet Allofs. Keine Frage, wie Hunt bestätigt: „Wir haben uns mit dieser tollen Aufholjagd belohnt. Das werden wir uns nicht mehr kaputtmachen.“

Marko Marin würde es freuen. In seiner ersten Saison bei Werder gleich in die Königsklasse durchzustarten, „wäre fantastisch“. Die Teamkollegen haben ihm jedenfalls schon mal den Mund wässrig gemacht. „Sie haben mir gesagt, wie toll die Champions League ist, von den Spielen gegen die großen Gegner erzählt, der ganzen Athmosphäre, der Hymne vor dem Anpfiff. All das möchte ich erleben“, schwärmt der Nationalspieler – seit dem Wochenende hat er es mit seiner Mannschaft nun selbst in der Hand . . .

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