Bremens Silvestre und HSV-Star van Nistelrooy spielten fünf Jahre gemeinsam bei Manchester United

„Es war eine große Zeit“

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Ein Bild aus gemeinsamen Zeiten bei ManU: Ruud van Nistelrooy freut sich mit Mikael Silvestre über dessen Tor gegen Tottenham Hotspur.

Von Arne Flügge und Malte Rehnert· Wenn Mikael Silvestre auf Ruud van Nistelrooy angesprochen wird, dann werden beim Linksverteidiger von Werder Bremen viele Erinnerungen geweckt.

Von 2001 bis 2006 spielten der Abwehrmann und der Superstürmer zusammen bei Manchester United, wurden gemeinsam Meister, FA-Cup-Sieger und holten den Ligapokal. „Es war eine große Zeit“, sagt Silvestre.

Am Sonnabend gibt’s ein Wiedersehen. Silvestre ist mit Werder in der Bundesliga beim Hamburger SV zu Gast, für den der Niederländer van Nistelrooy seit gut einem Jahr auf Torejagd geht. „Ich freue mich auf ihn. Wir haben bei ManU eine gute Freundschaft gepflegt“, erzählt Silvestre.

Neben ihrem fünfjährigen Engagement beim englischen Traditionsclub haben Silvestre und van Nistelrooy noch einiges gemeinsam. Beide stehen im Herbst ihrer Karriere, beide sind fast gleich alt, Silvestre ist 33 Jahre, van Nistelrooy nur ein Jahr älter. Sowohl Silvestre (Arsenal London) als auch van Nistelrooy (Real Madrid) fanden nach ihrer Ausmusterung einen neuen Club in der Bundesliga. Silvestre (französisch, englisch, italienisch, spanisch, deutsch) spricht wie auch van Nistelrooy (holländisch, deutsch, englisch, spanisch, französisch) fünf Sprachen.

Vor allem aber wurden beide Spieler in ihrer Karriere von einem Trainer geprägt: ManU-Legende Sir Alex Ferguson (69). Mit einem großen Unterschied: Als Mikael Silvestre Manchester 2008 nach neun Jahren verließ, um beim Ligarivalen Arsenal London anzuheuern, tat er dies mit dem Segen des Trainer-Gurus. Hingegen trennten sich van Nistelrooy und Ferguson 2006 im Streit. „Sir Alex war sehr gut zu mir. Er sagte: ,Wenn du Hilfe brauchst, dann ruf mich an’“, erklärte Silvestre damals: „Nicht jeder, der ManU verließ, hatte diese Beziehung zum Trainer. Wir hatten großen Respekt voreinander, weil wir über so viele Jahre zusammengearbeitet hatten. Deswegen hat mich der Trainer auch bei Arsenal unterschreiben lassen.“ Ferguson habe nicht nur an seine eigenen Interessen gedacht, wie es ein Teammanager normalerweise tun würde, „und für mich war es auch nicht so einfach, ManU zu verlassen, nachdem ich dort den Großteil meiner Karriere verbracht hatte“.

Auch van Nistelrooy pflegte lange Zeit ein gutes Verhältnis zu Ferguson. Doch er war im Gegensatz zu Silvestre der große Star. Und Spieler dieser Kategorie haben schnell mal Allüren. So soll sich van Nistelrooy unter anderem geweigert haben, mit dem Mannschaftsbus zu den Spielen zu fahren. Das kam bei Ferguson freilich nicht gut an. Im Februar 2006 kam es dann zum endgültigen Bruch zwischen Spieler und Coach, nachdem Ferguson den niederländischen Angreifer im Carling Cup nicht eingesetzt hatte. Van Nistelrooy wechselte 2006 zu Real Madrid.

Fünf Jahre lang sprachen Ferguson und van Nistelrooy kein Wort miteinander. Erst vor zwei Wochen wurde der Streit auf Initiative des Niederländers beigelegt. „Zwei-, dreimal im Jahr habe ich unbewusst zu mir gesagt, dass es eine Schande gewesen ist, wie es damals mit Ferguson gelaufen ist“, sagte van Nistelrooy dem „Voetbal Magazine“. Er habe dann mehrfach mit seiner Frau über das Thema gesprochen. „Sie hat mir dann empfohlen, eine SMS zu schreiben und um ein Telefonat zu bitten“, erklärte der Stürmer. Ferguson habe geantwortet: „Das ist gut, ruf mich an.“ Das tat van Nistelrooy. „Ich sagte, ich will mich entschuldigen, woraufhin er antwortete: ,Das schätze ich sehr. Wenn wir uns das nächste Mal sehen, dann wird alles okay sein’“, berichtete van Nistelrooy, der sich erleichtert zeigte: „Ich wollte diesen Streit beenden. Ich fand es super, wie Sir Alex reagiert hat.“ Jetzt brenne er darauf, Ferguson zu treffen. Van Nistelrooy: „Und dann werde ich ihm um den Hals fallen.“

Ob er am Sonnabend vor dem Nordderby die gleichen Gefühle für Mikael Silvestre aufbringt, ist nicht überliefert. Doch es wird zumindest ein sehr freundschaftliches Wiedersehen sein. Fünf gemeinsame Jahre bei Manchester United – das prägt fürs Leben. „Mikael ist ein sehr ruhiger, angenehmer und solider Typ, auf den man sich immer verlassen kann“, sagte van Nistelrooy gestern: „Es hat immer Spaß gemacht, mit ihm zusammenzuspielen.“

Und der Respekt voreinander ist immer noch ziemlich groß. „Ruud ist ein sehr, sehr gefährlicher Spieler“, erklärte Silvestre: „Sobald er zwei Meter Platz hat, schießt er sofort aufs Tor. Auf ihn müssen wir höllisch aufpassen. “

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