Werder will sich heute mit Anstand aus der Champions League verabschieden

Eine Frage der Ehre, eine Frage des Geldes

Für Bremens Mittelfeldspieler Marko Marin ist das Spiel heute gegen Inter Mailand noch einmal ein richtiges Highlight.

Von Arne Flügge und Björn Knips (Eig. Ber.) · Tschüss, Europa! Zum vorerst letzten Mal wird heute Abend für Werder Bremen die Hymne der Champions League erklingen.

Und da sich die Hanseaten in diesem Jahr nach enttäuschenden Leistungen in der Königsklasse nicht einmal das Ticket zweiter Klasse für die Europa League gesichert haben, gilt es, sich im Heimspiel gegen Inter Mailand (20.45 Uhr/Sky live) mit Anstand von der europäischen Bühne zu verabschieden. Sportchef Klaus Allofs hat die Partie bereits als „eine Frage der Ehre“ ausgerufen. Torwart Tim Wiese meinte gestern: „Was wir in diesem Wettbewerb versäumt haben, wollen wir den Zuschauern ein bisschen zurückzahlen. Wir werden auf Sieg spielen.“ Und Kapitän Torsten Frings ergänzte: „Wir müssen uns gut verkaufen. Das sind wir uns, den Fans und auch dem Club schuldig.“

Immerhin geht es für Werder neben der angedachten sportlichen Wiedergutmachung auch noch um Geld. 500 000 Euro zahlt die UEFA für einen Punkt, 800 000 Euro für einen Sieg. Das wäre zumindest noch einmal ein willkommenes Zubrot, um im Winter nach Verstärkungen Ausschau zu halten.

Bislang allerdings haben die Bremer in der Champions League wenig dafür getan, um den Geldbeutel zu füllen. Zwei Unentschieden stehen in diesem Jahr zu Buche – ansonsten hagelte es nur Niederlagen. Was spricht also dafür, dass die Mannschaft von Trainer Thomas Schaaf ausgerechnet gegen Titelverteidiger Inter heute die ersten drei Punkte am Stück einfährt? Im Hinspiel hatte es schließlich noch eine 0:4-Klatsche gegeben. „Mailand hat momentan Probleme in der Liga und wird sicherlich nicht mit der besten Mannschaft auflaufen“, mutmaßt Wiese, dass Trainer Rafael Benitez heute seine zweite Garde ins Rennen schicken wird. Sebastian Prödl indes baut auf den Effekt, den eine gute Bremer Leistung für die künftigen Spiele haben könnte: „Wir können uns mit einem Sieg Selbstvertrauen für die Bundesliga holen. Daher ist es ganz klar unser Ziel, Inter zu schlagen.“ Seinen Optimismus zieht der Bremer Innenverteidiger aus den beiden jüngsten Spielen gegen St. Pauli (3:0) und in Wolfsburg (0:0): „Der Trend geht deutlich nach oben. Defensiv haben wir gut gearbeitet. Wenn wir das fortführen – und wenn es dann auch offensiv noch besser klappt – kann das gegen Inter ‘was werden. Wir wollen die Zuschauer noch einmal begeistern.“

Schließlich, das findet auch Philipp Bargfrede, haben die Bremer ihre Fans nicht gerade verwöhnt. „Das haben wir uns sicher anders vorgestellt. Daher sind wir auch enttäuscht. Jetzt haben wir noch einmal die Chance, es besser zu machen“, gab sich der Mittelfeldspieler kämpferisch.

Der Auftritt gegen Inter Mailand – er ist für die Werder-Profis heute also mehr, als nur das Spiel um die goldene Ananas. Mittelfeld-Dribbler Marko Marin spricht sogar von „einem richtigen Highlight, bei dem wir uns mit einem Sieg verabschieden wollen“. Auch das Interesse der Fans an dieser Partie scheint nicht erloschen zu sein. Bis gestern Abend waren 30 000 der 31 000 Tickets verkauft. „Ich musste noch 13 Karten für Freunde nachbestellen. Einige kommen sogar aus Frankfurt angereist“, verriet Marin. Vermutlich ist das Interesse auch deshalb so groß, weil wohl für längere Zeit das letzte Mal im Weserstadion internationaler Fußball geboten wird . . .

Attentäter reiste von Düsseldorf nach Manchester

Attentäter reiste von Düsseldorf nach Manchester

Manchester-Stars feiern bewegenden Sieg

Manchester-Stars feiern bewegenden Sieg

Großbrand bei Hamburg: Komplex mit Disco in Flammen

Großbrand bei Hamburg: Komplex mit Disco in Flammen

Helene Fischer und der Käsekuchen: Konzertkritik zur Mini-Show in München

Helene Fischer und der Käsekuchen: Konzertkritik zur Mini-Show in München

Meistgelesene Artikel

Furioses Finale ohne Freudentaumel

Furioses Finale ohne Freudentaumel

China lockt Kruse mit Mega-Gehalt

China lockt Kruse mit Mega-Gehalt

Wiedwald: „Können stolz auf die Rückrunde sein“

Wiedwald: „Können stolz auf die Rückrunde sein“

Nouris Hoffnung: Perfekter Tag, perfektes Ende

Nouris Hoffnung: Perfekter Tag, perfektes Ende

Kommentare