Werder ist in München unbesiegbar

Eine feierliche Nullnummer

VOLLER EINSATZ: In dieser Szene klären Werders Philipp Bargfrede (2. von links) und Petri Pasanen mit vereinten Kräften gegen Bayerns Ivica Olic.

Bremen - Die Vorzeichen können noch so schlecht sein: Werder Bremen verliert einfach nicht mehr beim FC München. Trotz erheblicher Personalsorgen feierte der Bundesligist gestern ein verdientes 0:0 beim Deutschen Meister.

Der eine Punkt wurde vor allem deshalb bejubelt, weil damit im Vorfeld nur Berufsoptimisten gerechnet hatten – oder Statistiker: Denn seit fünf Jahren ist Werder an der Isar nun unbesiegt.

Es hatte schon feierlich in der Allianz-Arena begonnen: Für Geburtstagskind Franz Beckenbauer gab’s kurz vor dem Anpfiff Blumen und ein – wenn auch wegen eines Einspielers etwas verunglücktes – Ständchen der 69 000 Zuschauer im ausverkauften Rund. 65 Jahre alt ist der „Kaiser“ geworden – die Lichtgestalt des deutschen Fußballs, oder man könnte auch sagen: die wertvollste Antiquität der Bundesliga.

Wiese überragend

Frische Ware für die Liga gab’s von Werder – und das gleich im Doppelpack. Coach Thomas Schaaf, der auf seine verletzten Innenverteidiger Naldo und Per Mertesacker verzichten musste, hatte wie erwartet die beiden Last-Minute-Einkäufe Wesley und Mikael Silvestre in die Startelf beordert. Genauso wie auch Marko Arnautovic. Der Österreicher erhielt im Angriff überraschend den Vorzug vor Hugo Almeida . Das dürfte dem Portugiesen gar nicht geschmeckt haben. Da ist Sturmführer Claudio Pizarro schon mal verletzt, und Almeida darf trotzdem nicht ran.

Aber sein Ersatz machte gleich auf sich aufmerksam: Arnautovic hämmerte die Kugel nach einem Schweinsteiger-Fehler übers Gehäuse (3.). So munter ging’s auch weiter: Freistoß-Hereingabe Marko Marin, Kopfball Sebastian Prödl – erst Innenpfosten, dann auch noch Latte, nachdem die Kugel an die Hacke von Bayern-Keeper Jörg Butt geprallt war (5.). Was für ein Pech für Werder! Die 6 500 Gäste-Fans hatten schon gejubelt.

Werder holt Punkt in München

Das war ein Weckruf für die Münchner. Die gaben nun Gas. Erst prüfte Franck Ribery Keeper Tim Wiese (7.), Sekunden später scheiterte Thomas Müller am Bremer Schlussmann. Der Nord-Süd-Gipfel hatte seinem Namen sofort alle Ehre gemacht. Toller Fußball in der Arena – allerdings fortan vornehmlich von den Gastgebern. Die bestimmten nun die Partie, während die ersatzgeschwächten Bremer mit ihrer Notabwehr erst einmal das eigene Tor sicherten. Mit Erfolg. Das Innenverteidiger-Duo Prödl/Pasanen machte seine Sache gut. Neuzugang Silvestre war dagegen auf der linken Abwehrseite die lange Spielpause anzumerken.

Und Wesley? Der Brasilianer zeigte sich enorm spielfreudig, bot sich immer wieder an. Die großen Szenen gab’s aber noch nicht. Dafür von Marin, der mehrfach mit Dribblings auf sich aufmerksam machte und dann auch noch knapp aus der Distanz scheiterte (32.). Die Bayern waren zwar besser, aber bis auf einen weiteren Ribery-Schuss gab’s nichts Erwähnenswertes (24.). Die Partie hatte bis zur Pause etwas an Fahrt verloren. Und so reagierte Louis van Gaal: Für den Ex-Bremer Miroslav Klose, der sich vergeblich als Spielmacher versucht hatte, brachte der Bayern-Coach Toni Kroos. Und der hätte prompt die Führung machen müssen – und das gleich zweimal. Doch erst jagte er eine Ribery-Flanke aus elf Metern neben das Tor (53.), dann scheiterte er aus ähnlicher Distanz an Wiese (54.). Der Werder-Keeper reagierte anschließend auch glänzend gegen Ribery (63.) und erneut Kroos (67.). Aber nicht nur die Bayern hatten gute Chancen: Arnautovic (64.) und Borowski (70.), der kurz zuvor den von Krämpfen geplagten Wesley ersetzt hatte, schnupperten am 1:0.

Ein klasse Spiel, dem nur die Tore fehlten. Das störte aber mehr die Bayern – und sicher auch Beckenbauer: Denn an seinen Geburtstagen hatte der „Kaiser“ bislang nur Siege seines Clubs erlebt – stolze sechs Mal. Doch den siebten Streich verhinderte Werder, das damit auch gut gerüstet zu sein scheint für den Champions-League-Auftakt am Dienstag im Weserstadion gegen Tottenham.

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