Viel Potenzial, bisher kaum Punkte: Wohin führt der Werder-Weg wirklich?

Eine Entwicklung ins Ungewisse

Bremen - Clemens Fritz hat Schnupfen. Ach, sieh an, mögen jetzt manche denken, das ist ja mal eine Top-Nachricht. Ist es nicht. Es ist nur so, dass der zähe Schnupfen den Kapitän schon seit Tagen begleitet. „Die Nase läuft und läuft. Aber so richtig kommt nichts raus.“ Und da verbirgt sich die Gemeinsamkeit zwischen Fritz’ Nase und der Mannschaft von Werder Bremen. Beide laufen, bei beiden kommt nichts Richtiges heraus. Und das nervt.

Mit dem 2:2 (2:0) gegen den VfB Stuttgart haben die Bremer am Sonntag im vierten Spiel erst den vierten Zähler eingefahren – und es stellt sich die Frage: Denkt Werder zu viel an das angeblich vorhandene Potenzial des Teams und zu wenig an Punkte? Wohin führt der Weg der stark verjüngten Mannschaft wirklich?

Nach oben natürlich, behaupten Trainer Thomas Schaaf, sämtliche Spieler und auch Geschäftsführer Klaus Allofs. Allerdings ist die aktuelle Lage eine andere. Werder droht bei weiteren Nicht-Siegen morgen beim SC Freiburg und am Samstag gegen Bayern München in die Abstiegszone abzurutschen. Aber selbst das würde vermutlich nicht an Schaafs Überzeugung rütteln, dass sein Team Vertrauen verdient: „Jeder ist ungeduldig, dabei sollten alle die Geduld aufbringen, der Mannschaft die Zeit zu geben, um Sicherheit und Stabilität zu entwickeln.“

Die Bilder vom Spiel

Remis: Werder Bremen gegen den VfB Stuttgart

Dass beides noch nicht vorhanden ist, zeigen die bisherigen Ergebnisse. Nur das 2:0 gegen den Hamburger bildet eine Ausnahme, ansonsten gingen gegen Dortmund, Hannover und nun gegen Stuttgart unnötig Punkte flöten – mindestens vier in der Summe. „Wenn man zurückschaut, was wir schon liegengelassen haben, muss man sich schon ärgern“, näselt also Clemens Fritz und zieht eine erste Zwischenbilanz: „Es war zwar keine Mannschaft dabei, die uns an die Wand gespielt hat. Aber unterm Strich ist zu wenig hängengeblieben.“

Fragen, wo die Gründe dafür liegen, bringen die – siehe Schaaf – immer gleichen Antworten: Die Mannschaft ist jung, unerfahren, neu zusammengestellt, muss sich finden, ist auf einem guten Weg, hat Potenzial und so weiter. Möglicherweise alles richtig, aber die Themen wiederholen sich, die Enttäuschungen auch. Dass Werder gegen Stuttgart die 2:0-Führung nach Toren von Kevin De Bruyne (23.) und Zlatko Junuzovic (34.) noch abgegeben hatte – Martin Harnik (50.) und Cacau (81.) trafen zum Ausgleich – ist der nächste Dorn im bereits wunden Werder-Fleisch. „So ein Spiel“, meint Fritz rückblickend, „muss man auch mal nach Hause bringen.“ Und zwar nicht mit den filigranen, sondern notfalls mit den rustikalen Mitteln: „Mir wäre es lieber, mal ein Scheißspiel zu gewinnen, als für Spiele gelobt zu werden, bei denen nichts rumkommt.“ Siehe das 1:2 in Dortmund, siehe die Last-Minute-Pleite in Hannover.

Die Noten der Spieler

Die Noten: Werder Bremen - Stuttgart

Und wo bleibt das „Scheißspiel“, das einfach mal drei Punkte liefert? Vielleicht folgt es morgen (20.00 Uhr) beim SC Freiburg. Es ist die nächste Partie, die Werder unbedingt gewinnen will, mittlerweile sogar gewinnen muss, wie Verteidiger Sebastian Prödl einräumt: „Wenn wir nicht unten reingeraten wollen, müssen wir uns jetzt absetzen.“ Mittelfeldrenner Junuzovic warnt jedoch mit der in den vergangenen vier Partien gesammelten Erfahrung: „Es wird kein leichtes Spiel, denn für uns gibt es in dieser Saison keine leichten Spiele. Wir können gegen jeden Gegner gewinnen, aber auch gegen jeden verlieren.“ Sein Rat an die Mannschaft: „Wir müssen hart mit uns ins Gericht gehen. Wir machen zu viele Fehler, bringen uns selbst darum, erfolgreich zu sein.“ Oder wie Nils Petersen es plakativ fordert: „Füße stillhalten, Ruhe bewahren, Arschbacken zusammenkneifen und weitermachen!“ · csa

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