Klaus-Dieter Fischer – 2011 muss nicht Schluss sein

„Ein Sack voll Aufgaben“

Werder-Urgestein: Klaus-Dieter Fischer ist seit fast 55 Jahren Mitglied im Club.

Werder-Bremen - WIEN · Urgestein? Natürlich ist er eins. Wenn nicht er, wer dann? Seit dem 6. Januar 1955 ist Klaus-Dieter Fischer Mitglied bei Werder Bremen, seit dem 3. März 1970 in leitenden Positionen. Gerade erst wurde er erneut als Vertreter des Restvereins in die Geschäftsführung der Werder Bremen GmbH & Co. KG aA entsandt. Der 68-Jährige bleibt bis 2011 in der Chefetage. Und dann? Ist dann Schluss?

Fischer antwortet weder mit einem Ja noch mit einem Nein. „Es gibt für mich bei dieser Frage zwei ganz wichtige Schritte“, sagt der Werder-Geschäftsführer: „Da ist erstens meine eigene Entscheidung und die meiner Frau: Schaffe ich das noch, fühle ich mich körperlich und geistig noch gut genug, um meine Aufgaben zu meistern? Der zweite Punkt ist die Haltung des Präsidiums. Trauen die Kollegen mir die Fortsetzung meiner Arbeit zu?“ Dieser Punkt ist ihm so wichtig, dass er sich eine Klausel in den Geschäftsführervertrag hat schreiben lassen, die besagt, dass alle zwei Jahre das Vertrauen der Präsidiumskollegen neu abgefragt wird. So ist es nun geschehen. Und wenn 2011 weiterhin beides passt, „könnte ich mir durchaus vorstellen, noch einmal weiterzumachen.“ Dann, so Fischer, aber nur mit einem kurzfristigen Vertrag. Anfang 2011 werde darüber entschieden.

Bis dahin hat Klaus-Dieter Fischer noch eine Menge vor. „Einen Sack voll Aufgaben“, nennt er es. Allen voran der Kampf gegen die Abschaffung der 50+1-Regel, die im Raum steht. „Das würde dem gesamten Fußball schaden. Der Profi-Fußball würde sich von dem der Amateure immer mehr entfernen“, kritisiert Fischer. Es könne nicht sein, dass künftig Investoren über die Verpflichtung von Spielern entscheiden und der Nachwuchs damit völlig auf der Strecke bleibe.

Neben diesem „Kampf“, wie Fischer es nennt, wird er das soziale Engagement und die Kampagne gegen Diskriminierung und Rassismus, die ihm besonders am Herzen liegt, mit aller Macht im Verein vorantreiben. Die „Zulieferung junger Talente aus dem Leistungszentrum in den Profibereich“ ist eine weitere Aufgabe, der sich Klaus-Dieter Fischer besonders widmen will. „Seit 1980 haben wir es geschafft, 90 Spieler in die Bundesliga zu bringen“, sagt das „Urgestein“ nicht ohne Stolz.

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