Eichins klare Ansage nach 1:1 gegen Frankfurt

Werder bleibt erstklassig und Schaaf der Chefcoach

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Pure Erleichterung bei Werder. Doch während Sebastian Prödl (links) meinte, dass „wir uns jetzt erst einmal freuen dürfen“, blieb Thomas Schaaf (rechts) gewohnt zurückhaltend – obwohl Sportchef Thomas Eichin ihm deutlich den Rücken stärkte.

Bremen - Von Björn Knips. Es wäre der Zeitpunkt gewesen, um zu lächeln, sich zu freuen und auch zu feiern. Denn mit dem 1:1 (1:0) gegen Eintracht Frankfurt hatte der SV Werder gestern am vorletzten Spieltag mit einem Kraftakt den Klassenerhalt gesichert. Und Sportchef Thomas Eichin gab dem Coach anschließend sogar eine Jobgarantie für die kommende Saison.

Doch Thomas Schaaf zog ein Gesicht, als wäre Werder gerade abgestiegen. „Wir haben nicht gewonnen“, merkte Schaaf nach dem zwölften sieglosen Spiel in Serie mürrisch an und ergänzte: „Wir sind sicherlich in der Liga geblieben, aber davon bin ich auch ausgegangen. Deswegen ist es keine Situation, die außergewöhnlich ist.“ Aber ganz Bremen feiert, wurde Schaaf belehrt – und er erwiderte: „Die Bremer haben genügend Gründe zu feiern – und können vor allem sich selbst feiern.“

Wie schon in der Vorwoche gegen Hoffenheim hatten die Fans schon vor dem Spiel mit dem Spalier für den Mannschaftsbus für eine außergewöhnliche Stimmung gesorgt. Im Stadion ging es genauso enthusiastisch weiter. „Das war außergewöhnlich, phantastisch, bemerkenswert – sie haben zu keiner Sekunde nachgelassen“, bedankte sich Schaaf, und Innenverteidiger Sebastian Prödl lobte: „Die Fans waren unser Mentalcoach.“

Werder hatte sofort den Turbo eingeschaltet und in den ersten drei Minuten gleich drei gute Chancen. Doch den ersten Jubel gab es ohne Tor – also ohne Bremer Tor. Als nach 20 Minuten auf der Anzeigetafel der Hamburger Führungstreffer in Hoffenheim verkündet wurde, da gab es einen erleichterten Aufschrei der Werder-Fans. Im Abstiegskampf ist eben auch die Rivalität zum Nordrivalen nebensächlich. Kurz darauf ging es dann aber richtig rund im mit 42 100 Zuschauern ausverkauften Weserstadion: Philipp Bargfrede erkämpfte sich den Ball, schickte Kevin De Bruyne auf die Reise – und der Belgier vollstreckte in seinem letzten Heimspiel für Werder eiskalt zum 1:0 (22.).

Es war allerdings auch der Weckruf für bis dahin ziemlich verschlafenen Gäste. Nur mit einer Mega-Grätsche konnte Prödl Frankfurts Karim Matmour noch stoppen (25.). Die Eintracht wurde immer stärker und verdiente sich nach der Pause den Ausgleich durch Srdjan Lakic (51.). Bitter für Werder: Vorlagengeber Matmour hatte knapp im Abseits gestanden. Es war der einzige große Fehler des ansonsten starken Schiedsrichtergespanns um Manuel Gräfe.

Werder wirkte geschockt. „Da ist einigen Spielern schon die Situation durch die Köpfe gegangen“, merkte Schaaf später an. Sebastian Jung hätte diese Verunsicherung nutzen müssen, verzog aber aus wenigen Metern (64.) – und das zweite Lakic-Tor wurde diesmal wegen Abseits zu Recht nicht gegeben (73.). Aufatmen bei Werder. Und um 17.20 Uhr war es dann vollbracht. Weil die Konkurrenten Augsburg (0:3-Pleite auf der Meisterfeier des FC Bayern) und Fortuna Düsseldorf (1:2 gegen Nürnberg) nicht punkteten, bleibt der Traditionsclub in Liga eins.

„Die Erleichterung ist riesengroß“, meinte Bargfrede – und Keeper Sebastian Mielitz gestand: „Ich habe mich noch nie so über ein 1:1 gefreut wie heute. Wir sind in dieser Saison mit einem blauen Auge davongekommen.“ Auf die ganz große Saisonanalyse hatten die Spieler keine Lust. „Jetzt dürfen wir uns erst einmal freuen“, forderte Prödl und kündigte eine Partynacht mit seinen Kollegen an.

Remis gegen Frankfurt

Werder Bremen mit Remis gegen Frankfurt

Schaaf hatte dazu längst sein Okay und für heute trainingsfrei gegeben. „Die Jungs können ruhig feiern“, sagte der 52-Jährige. Er selbst will sich keine Extratour gönnen. Dabei gibt es durchaus etwas zu begießen. Klarer als jemals zuvor äußerte sich gestern Sportchef Eichin zur Zukunft des Trainers. Auf die Frage, wer in der nächsten Saison Coach des SV Werder sein wird, antwortete Eichin: „Thomas Schaaf.“ Kurz darauf wiederholte er noch einmal: „Natürlich ist er der Trainer, warum soll er nicht der Trainer sein?“ Der Sportchef ist inzwischen derart genervt von diesem Thema, dass er sogar das Gespräch mit den Journalisten abbrach und sie mit den Worten stehen ließ: „Seit zwölf Wochen muss ich hier dieselbe Frage beantworten. Das ist unerträglich. Das macht mir keinen Spaß.“

Ähnlich geht‘s Schaaf. Er wollte sich nicht zu seiner Zukunft äußern und verwies auf seine Aussagen in der Vergangenheit („Ich habe Vertrag bis 2014“). Ein freiwilliger Rückzug ist demnach auch kein Thema.

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