Petersen kriselt, Garcia gefällt

Eichins Einkäufe: Mal gut, mal mit Luft nach oben

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Kämpfer, Mann für die wichtigen Tore, Publikumsliebling: Santiago Garcia hat sich schnell in die Herzen der Fans gespielt.

Bremen - Ein Mann im fernen Argentinien hat die Sache veredelt: Weil Alejandro Sabella, Nationaltrainer des südamerikanischen Landes, Werder-Stürmer Franco Di Santo in den vorläufigen WM-Kader berief, sieht die Transferbilanz von Werder-Sportchef Thomas Eichin plötzlich noch ein Stückchen besser aus. „Das zeigt doch, dass wir ganz so blind nicht gewesen sind“, sagt der 47-Jährige. Für ihn war die vergangene Saison ein Prüfstein: Haben die von ihm verpflichteten Neuzugänge funktioniert oder waren sie Flops?

Franco Di Santo

Das beste Beispiel für die schwierige Beurteilung ist Franco Di Santo. In ihm steckt Qualität, die auch Sabella sieht. Sonst würde er dem Werder-Stürmer nicht zutrauen, bei einer WM eine Hilfe für den Fußball-Riesen Argentinien sein zu können. Aber Di Santo ist im ersten Jahr bei Werder noch ein weitgehend uneingelöstes Versprechen geblieben. Vier Tore und vier Vorlagen sind ein unterdurchschnittlicher Wert. Doch von den acht Scorerpunkten hat Di Santo, der ohne echte Saisonvorbereitung und ablösefrei nach Bremen kam, fünf in den letzten sechs Spielen gesammelt – was zeigt: Er kommt jetzt erst auf Touren.

Volltreffer-Faktor 5 (von 10):

Es kann mehr kommen.

Luca Caldirola

Auf Anhieb wurde der Italiener zur Stammkraft. 2 964 Minuten stand er auf dem Platz – mehr als jeder andere Bremer. Obwohl der 23-Jährige mit 54,3 Prozent gewonnener Zweikämpfe deutlich hinter seinen Innenverteidiger-Kollegen Sebastian Prödl (60,1) und Assani Lukimya (64,2) liegt, bringt er doch verlässlich seine Leistung.

Volltreffer-Faktor 8:

Guter Mann mit Perspektive.

Cedric Makiadi

Der Wunschspieler von Robin Dutt. Makiadi hatte Schwierigkeiten, seinen Platz im Team zu finden. In der Rückrunde saß er phasenweise sogar auf der Bank, dann stieg die Formkurve an. Trainer Robin Dutt lobt stets die taktischen Fähigkeiten des Ex-Freiburgers. Als Führungskraft eingeplant, konnte der ruhige, besonnene und intelligente Makiadi diesen Anspruch nur selten erfüllen. Es fehlen vor allem die Impulse im Offensivspiel.

Volltreffer-Faktor 6:

Eine durchwachsene Saison.

Santiago Garcia

Gäbe es den Titel „Beliebtester Gegenspieler in der Bundesliga“, wäre der bissige Argentinier von dieser Auszeichnung ähnlich weit entfernt wie derzeit von seiner Heimat. Der Last-Minute-Sommer-Transfer geht auf der linken Abwehrseite kompromisslos zu Kehre. Seine teils ungestüme Art brachte allerdings dem 25-Jährigen neun Gelbe und eine Gelb-Rote Karte ein. Aber vielleicht war es genau dieser Einsatz, den Werder im Abstiegskampf brauchte. Garcia jedenfalls wurde schnell zum Publikumsliebling, seine drei wichtigen Tore bescherten den Bremern zudem drei Siege.

Volltreffer-Faktor 8:

Ein Typ, der Spaß macht.

Nils Petersen

Der Stürmer war die erste echte Verpflichtung in Eichins Amtszeit (vorher von Bayern lediglich ausgeliehen). Bisher blieb der Drei-Millionen-Euro-Einkauf aber hinter den Erwartungen zurück. Petersen wollte im zweistelligen Bereich treffen, am Ende dieser Saison stehen für ihn aber nur sieben Tore zu Buche. Auch seine Fehlpass-Quote von 48 Prozent sorgte dafür, dass er sich zum Ende der Rückrunde häufiger auf der Bank als in der Startelf wiederfand.Volltreffer-Faktor 5:

Kurz vor der Karriere-Krise.

Ludovic Obraniak

Der Wintertransfer startete verheißungsvoll mit einem Sahne-Tor in seinem zweiten Spiel (zum 1:1 gegen Gladbach). Doch danach kam vom Franzosen nicht mehr viel: Obraniak hat sich in Bremen und der Liga noch nicht akklimatisiert, ist zu langsam (Top-Speed: 32,3 km/h). Zuletzt blieben dem Mittelfeldmann daher nur die Reservistenrolle und Frust: „Ich bin auf der Bank und verstehe nicht, warum.“Volltreffer-Faktor 2:

Noch nicht die erhoffte Hilfe.

· csa/ck

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