Eichin auf der Suche, aber nicht bei Juventus

Schlaflos in Changchun

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Changchun - Wenn in Brasilien die WM läuft, dann ist in China Nacht. Das erste Viertelfinale kann man sich ab Mitternacht noch gerade so anschauen, aber Spiel zwei schafft eigentlich niemand mehr. Außer Thomas Eichin. Der Werder-Sportchef hat sich auch USA gegen Belgien angesehen. „Natürlich“, sagt der 47-Jährige. Er empfindet das quasi als berufliche Verpflichtung. Denn Eichin ist immer auf der Suche – aktuell nach einem zweiten Offensivmann.

Nummer eins steht längst fest: Izet Hajrovic soll kommen. Doch zu diesem Thema äußert sich Eichin nicht. Hajrovic versucht, sich bei der Fifa von Galatasaray Istanbul freizuklagen. Die Türken hatten ihm angeblich kein Gehalt gezahlt. Bekommt der Schweizer mit bosnischen Wurzeln in allen Instanzen Recht, ist er ablösefrei – und dann ganz schnell bei Werder Bremen.

Doch neben Hajrovic soll noch ein Angriffsspieler kommen. Einer, der – wie Thomas Eichin sagt – „schnell ist und in die Box kommt“. Der Sportchef spricht von „80 bis 100 Kandidaten“ aus dem In- und Ausland. Und er berichtet, dass diese Verpflichtung noch lange auf sich warten lassen wird. „Ich rechne damit erst im August“, sagt er. Jetzt und speziell nach der WM seien erst einmal die großen Clubs am Zug, um auf Entwicklungen in Brasilien zu reagieren. Es würden neue Stars gekauft und dafür wieder andere verkauft. Damit käme der Markt dann in Bewegung. Eichin beobachtet das Tag und Nacht.

Und was ist mit Juventus Turin? „Das Wichtigste an dieser Kooperation ist doch, dass wir auf deren Scouting zurückgreifen dürfen“, betont Eichin und klärt auf: „Eigentlich ist es geplant, dass Juventus nur ganz junge Spieler zu uns schickt. Alle anderen können wir uns im Moment doch gar nicht leisten, und Juventus hat auch nichts zu verschenken.“ Die jungen Spieler will Eichin aber nur nehmen, „wenn sie unseren eigenen Talenten nicht im Weg stehen“. Daher sei die Verpflichtung eines rechten Verteidigers kein Thema, weil dort Luca Zander nicht blockiert werden soll. Also keine Spieler von Juventus? Eichin macht eine Hintertür auf: „Wenn Juventus am Ende der Transferphase schnell noch einen Spieler verleihen will, dann sind wir sicher der erste Ansprechpartner.“

Deshalb ist Eichin immer auf Empfang. Sogar im Fitnessraum, den er trotz seiner WM-Nacht am Morgen schnell noch aufgesucht hat.

kni

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