Eichin plaudert schon mit Hunt / Werder-Legende Lorenz fordert Rückholaktion

Gesprächsbereit

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Jetzt können sie zumindest nicht mehr behaupten, sie hätten nicht miteinander gesprochen: Werder-Sportchef Thomas Eichin (links) und der Noch-Wolfsburger Aaron Hunt beim Fischer-Abschied im Bremer Rathaus.

Bremen - Als plötzlich der Fotograf vor ihnen stand, da versuchten Thomas Eichin, Frank Baumann und Aaron Hunt alles, um bei der Verabschiedung von Klaus-Dieter Fischer nicht den Eindruck eines intimen Gesprächs zu hinterlassen. Doch das Thema Hunt ist beim SV Werder heißer denn je. Und der Spieler selbst hat die Herdplatte mit seinen Aussagen am Donnerstagabend im Bremer Rathaus auf Höchststufe gestellt. Sehr zur Freude von einigen Mitspielern, aber auch Werder-Größen wie Max Lorenz: „So einer wie Aaron fehlt uns. Wenn Werder ihn kriegen kann, dann müssen sie ihn holen.“

Aber ist das für den klammen Club finanziell überhaupt machbar? Durchaus! Ein Kauf des 29-Jährigen verbietet sich allerdings von selbst, schließlich ist Hunt erst vor wenigen Wochen ablösefrei zum VfL Wolfsburg gewechselt. Er hatte ein Werder-Angebot für eine Vertragsverlängerung abgelehnt. Da müsste er seine Ablöse schon selbst zahlen, um diesen Wechsel den Fans zu verkaufen.

Bei einer Leihe sieht das anders aus. Es wäre für alle Seiten ein durchaus interessantes Geschäft. Der Vfl wäre einen unzufriedenen Spieler los, würde Gehalt (etwa 1,5 Millionen Euro für die Rückrunde) sparen und eine Leihgebühr (geschätzte 500000 Euro) kassieren. Werder bekäme einen Spieler, der sich nicht eingewöhnen müsste und sofort funktionieren dürfte. Eine Seltenheit bei Wintertransfers, wie Werder nicht erst seit der Verpflichtung von Ludovic Obraniak vor einem Jahr weiß. Der Franzose konnte die Erwartungen nie erfüllen. Da die Bremer im Abstiegskampf bereit sind, Schulden zu machen, sollte eine Ausleihe auch ohne Verkäufe möglich sein. Zu den 500000 Euro für Wolfsburg käme das Gehalt, bei dem der Ex-Nationalspieler ganz sicher Abstriche machen müsste. Wäre er dazu nicht bereit, hätte er sich gar nicht erst selbst bei Werder ins Gespräch gebracht. Erst gegenüber Journalisten („Ich kann mir eine Rückkehr grundsätzlich vorstellen“), dann möglicherweise auch noch mal gegenüber Sportchef Eichin und Frank Baumann, dem Direktor Profi-Fußball.

Die Werder-Offiziellen schweigen zu dem Thema – die Profis nicht. „Aaron hat sehr große Qualitäten. Natürlich würde er uns weiterhelfen. Ich würde mich freuen, wenn er zurückkommt“, sagte Philipp Bargfrede. Ähnlich hatte sich schon Teamkollege Zlatko Junuzovic geäußert: „So einen Spieler wie ihn brauchen wir.“

Das findet Lorenz zwar auch, aber der 75-Jährige warnt zugleich: „Da dürfen wir keine Millionen rauswerfen, er ist ja umsonst gegangen.“ Das Geld würde Werder auch an anderer Stelle benötigen. „Ohne drei, vier Verstärkungen sind wir weg vom Fenster“, glaubt der Meister von 1965 und erhält dabei Unterstützung von seinem damaligen Teamkollegen Horst-Dieter Höttges: „Wir haben einfach nicht das nötige Spielermaterial. Deshalb mache ich mir sehr große Sorgen.“

Hunt wäre einer, der diese Sorgen zumindest etwas verkleinern könnte. Doch noch spielt sein Arbeitgeber nicht mit. VfL-Manager Klaus Allofs betonte gestern noch mal: „Wir haben nicht den Wunsch, ihn abzugeben.“

Verabschiedung von Klaus-Dieter Fischer

Trainer Dieter Hecking plant dagegen vorerst nicht mehr mit Hunt: „Aaron ist mit dem Kopf nicht einhundertprozentig bei der Sache. So lange das so ist, kann er keine Berufung in den Kader erwarten. Ich erwarte, dass er sich zu unserem Team bekennt.“

kni

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