Eichin nimmt Werder-Coach in Schutz

Der stolze Skripnik – es war alles nicht so gemeint

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Viktor Skripnik hatte in der ersten Hälfte keine Freude am Werder-Spiel.

Bremen - Thomas Eichin antwortete nicht sofort, er suchte erst noch nach den richtigen Worten. Denn es muss wohl-überlegt sein, wenn ein Sportchef über seinen Trainer spricht. Vor allem dann, wenn der gesagt hat, er sei „stolz auf dieses 0:4“.

So geschehen am Samstag nach der 0:4-Heimpleite des SV Werder gegen den FC Bayern München. Damit hatte Viktor Skripnik für jede Menge Aufsehen gesorgt, denn eigentlich darf ein Trainer so etwas nicht sagen. Das weiß auch Eichin. Aber der Sportchef tadelte seinen Coach nicht, sondern gab ihm Rückendeckung.

Der Beweis! Jerome Boateng zieht Sebastian Prödl klar am Trikot, erst danach prallt der Ball an den Arm des Werder-Profis. Aber nur das ahndete Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer, das Foul des Münchners hatte er nicht gesehen.

„Viktor hat das sicherlich nicht so gemeint“, behauptete Eichin gestern auf Nachfrage: „Viktor wollte damit nur zum Ausdruck bringen, dass wir den Bayern nach der Pause durchaus Paroli geboten haben. Außerdem hatte er im Kopf bestimmt schon auf das nächste Spiel in Köln umgeschaltet. Und dafür brauchst du einfach eine positive Grundstimmung.“

Die ist durch den Auftritt gegen die Bayern nämlich ein wenig abhanden gekommen. Denn es war lange Zeit ein ziemlich enttäuschender Auftritt. Vor allem, wenn man daran denkt, wie mutig die Bremer gegen den unangefochtenen Tabellenführer agieren wollten. Das gelang ohne den gesperrten Franco Di Santo genau zwei Minuten. Danach reagierten die Gastgeber nur noch. Dass aus dem doch sehr defensiven 4:5:1-System bei Ballbesitz möglichst oft ein mutiges 4:3:3 werden sollte, konnte nur noch erahnt werden. Denn den Ball hatten fast immer die Bayern, und die Bremer trauten sich nicht wirklich an die Stars heran. Dabei waren die besten Bayern wie Franck Ribery oder Arjen Robben gar nicht dabei. Und das sorgt selbst bei einem Kader der Extraklasse für einen Qualitätsunterschied.

„Wir standen uns selbst auf den Fersen, wir hatten Schiss“, monierte Kapitän Clemens Fritz: „So hast du gegen die Bayern keine Chance.“ Genau so kam es dann auch. Thomas Müller vollendete einen Konter zum 1:0 (24.), David Alaba verwandelte einen Freistoß zum 2:0 (45.). Die Bayern hatten sich nicht einmal groß anstrengen müssen, um im ausverkauften Weserstadion für klare Verhältnisse zu sorgen.

Jeder hatte es gesehen, trotzdem sprach Skripnik später von einem mutigen Auftritt in der ersten Halbzeit. Er wollte sein Team öffentlich nicht kritisieren, das hatte er intern längst gemacht. In der Pause rappelte es, Skripnik knöpfte sich seine Mannschaft vor und forderte mehr Mut. Mit Erfolg. Werder hielt besser dagegen, wurde giftiger, manchmal auch etwas zu giftig. „Aber so muss das sein“, befand Eichin. Und Fin Bartels stellte zufrieden fest: „Wir waren dran. Dann muss es Elfmeter geben. Ist der drin, dann brennt es hier noch mal.“ Doch Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer versagte den Bremern einen Strafstoß, nachdem Jerome Boateng im Strafraum Sebastian Prödl klar am Trikot heruntergezogen hatte (65.). Auf dem Platz wäre das aus seiner Position heraus nicht erkennbar gewesen, sagte Kinhöfer später: „Wenn wir die TV-Bilder gesehen hätten, hätten wir auf Strafstoß entschieden.“

Werder-Einzelkritik

Ein schwacher Trost für Werder. Zumal die Bayern mit zwei feinen Kontern noch auf 4:0 davonzogen. „Jetzt steht überall wieder etwas von Packung, Abreibung, Untergang“, ärgerte sich Bartels: „Das Ergebnis ist viel zu hoch. Das war in der zweiten Halbzeit ein engagierter Auftritt von uns.“ Und genau das habe auch Skripnik mit seiner ungewöhnlichen Aussage ausdrücken wollen. „Wir sind mit Sicherheit nicht stolz auf dieses 0:4“, betonte Bartels: „Der Trainer ist es auch nicht. Er fand nur gut, wie wir nach der Pause gespielt haben.“

Müller, Alaba und Lewandowski schießen Bayern zum Sieg

So müsse es weitergehen. Die Bayern-Pleite wird zwar analysiert, aber ganz gewiss kein Dauerthema werden. „Zwischen uns und den Bayern liegen doch Welten“, hob Zlatko Junuzovic noch einmal hervor. Und Bartels blickte derweil schon voraus: „Jetzt kommen die Spiele, in den wir wieder punkten müssen.“ Köln macht am Samstag den Anfang für den Tabellenneunten. Nach der Länderspielpause folgen dann Mainz, Stuttgart, Hamburg und Paderborn.

kni

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