Abschied von dem ewigen Bremer 

Eichin und Milewski wollen das Hunt-Rätsel lösen

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Wenn alle glücklich sind . . . Aaron Hunt stellte sich am Samstag in der Ostkurve x-fach als Fotomodel zur Verfügung und schüttelte unzählige Hände. 

Bremen - Sie feierten ihn, als hätte er gerade seine Karriere beendet. Doch Aaron Hunt wird weiterspielen. Zwar nicht in Bremen – aber anderswo. Vielleicht war der Abschied der Fans am Samstag auch deshalb so herzlich, weil sie mit Werders aktuell bestem Spieler mitleiden.

Denn es macht schon den Anschein, als habe sich Hunt verzockt – und stünde nach seiner Absage an Werder ohne Verein da. Einen Wechsel zum bisherigen Topfavoriten Besiktas Istanbul schloss der 27-Jährige jedenfalls nach dem 2:0-Sieg gegen Hertha BSC aus – und sein Blick in die Zukunft wirkte ziemlich planlos: „Es gibt keine Tendenz, irgendwo werde ich schon spielen.“

Wie soll das nur enden? Besser gesagt, wo? Doch dafür gibt es ja Berater. Im Fall Hunt ist das Jürgen Milewski, Ex-Profi vom Hamburger SV, Hertha BSC und Hannover 96. Und der 56-Jährige kann die ganze Aufregung um seinen Klienten nicht verstehen: „Es ist schön, dass sich die Medien um Aarons Zukunft sorgen, wir sehen das ganz entspannt.“

Sportlich gesehen ist das nach diesem Wochenende sogar nachvollziehbar. Denn Hunt nutzte sein Abschiedsspiel im Weserstadion für beste Eigenwerbung. Der 27-Jährige erzielte beide Treffer (48. und 90+1). Und das äußerst sehenswert. Beim zweiten Tor war allerdings auch eine Menge Glück dabei, wie der Schütze später gestand: „Ich wollte eigentlich ins Dribbling gehen, doch ich hatte plötzlich einen Krampf und habe lieber sofort draufgeschossen.“

Hunt war völlig ausgepowert, er hatte noch einmal alles gegeben – und war noch lange nicht fertig. Erst forderte ihn Trainer Robin Dutt – als Redner im Mannschaftskreis am Mittelpunkt. Hunts Worte, die er nicht verraten wollte, kamen so gut an, dass ihn die Kollegen plötzlich wild antanzten. „Da musste ich flüchten“, berichtete der Nationalspieler (drei Einsätze) und grinste. Mit der Mannschaft und einem Mega-Banner „Danke – Ihr seid einmalig“ ging es auf die Ehrenrunde. Anschließend in die Ostkurve. Zum Händeschütteln, zum Vorsingen per Megaphon auf dem Podest und natürlich als Fotomodel. Jeder wollte ein Abschiedsbild mit dem 27-Jährigen, der fast die Hälfte seines Lebens bei Werder verbracht hat. 2001 war er aus Goslar gekommen.

Der Abschied

Verabschiedung bei Werder Bremen

„Das war ein perfekter Nachmittag“, schwärmte Hunt: „Ich habe mich gefühlt von jedem in der Ostkurve verabschiedet. Die Ostkurve hat mich sehr unterstützt – und sie hat großen Anteil daran, dass Werder immer noch in der ersten Liga spielt.“

Doch was soll werden, wenn Hunt nächste Saison nicht mehr da ist? Mit sieben Toren ist er neben Nils Petersen Werders bester Torschütze. Weitere acht Treffer hat er vorbereitet, so viele wie kein anderer Bremer. „Jeder weiß, welche Qualität er hat und dass er ein wichtiger Bestandteil unserer Mannschaft ist. Er hat viele Spiele für uns entschieden“, meinte Clemens Fritz und fügte noch an: „Ich hoffe, wir können ihn ersetzen. Wir begrüßen jede Qualität, die wir dazubekommen.“

Bilder vom Spiel

Werder gewinnt 2:0 gegen Hertha

Die Noten

Die Noten: Werder - Hertha

Zuständig ist dafür Thomas Eichin, der Sportchef. Der konnte zwar noch keinen Nachfolger präsentieren, dafür aber eine selbstbewusste Aussage: „Ich bin zuversichtlich, dass wir diese Position vernünftig besetzen werden.“ Ob mit eigenem Personal (Zlatko Junuzovic oder Ludovic Obraniak) oder einem Neuzugang – das ließ Eichin offen: „Wir haben noch Zeit.“

Genauso wie Aaron Hunt, der sich auch vorstellen kann, vereinslos in den Urlaub zu gehen. · kni

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