Klaus Filbry über seinen neuen Kollegen und frische Millionen

„Eichin kommt vielleicht früher“

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Panoramablick aufs Personal: Werder-Boss Klaus Filbry auf dem Turm am Bremer Trainingsplatz in Belek. ·

Belek - Seinen 46. Geburtstag feierte Klaus Filbry im Flieger in die Türkei. Der neue Vorsitzende der Geschäftsführung ist erst am Mittwochabend im Trainingslager in Belek angekommen, weil er in Bremen noch ein Gespräch mit seinem künftigen Geschäftsführer-Kollegen Thomas Eichin hatte. Gestern Mittag saß Filbry dann in der täglichen Presserunde und nahm Stellung zu unterschiedlichen Themen.

Thomas Eichin

Der Plan sieht eigentlich so aus: Der neue Geschäftsführer Profifußball beendet die Saison als Manager von Eishockey-Club Kölner Haie (wo er seit 13 Jahren arbeitet) und tritt danach sein neues Amt in Bremen an – kommt Köln ins Finale, verschiebt sich der Dienstbeginn auf Ende April.

Filbry: „Wenn die Haie einen Nachfolger gefunden und eingearbeitet haben, kann es sein, dass Thomas Eichin ein bisschen früher zu uns kommt. Das hoffen wir. Wir haben uns am Mittwoch getroffen. Er ist ein sympathischer, geradliniger Typ – und er brennt für den Job, möchte etwas bewegen. Thomas wird in regelmäßigen Abständen nach Bremen kommen, um die wichtigsten Dinge zu besprechen. Er ist zu 100 Prozent über die Abläufe bei Werder informiert, aber noch nicht zu 100 Prozent involviert – wegen seines aktuellen Fulltime-Jobs. Er ist ein Fachmann und hat die Fähigkeiten, mit dem Trainer und Frank Baumann einen guten Kader zusammenzustellen, die Mannschaft mit Thomas Schaaf weiterzuentwickeln und sie wieder dahin zu führen, wo Werder hingehört: ins internationale Geschäft.“

Die Finanzen

Im vergangenen Geschäftsjahr machte Werder ein Mega-Minus von 13,9 Millionen Euro und geriet nur dank des hohen Eigenkapitals (nach dem hohen Verlust noch immer bei 24,4 Millionen Euro) finanziell nicht ins Schwimmen.

Filbry: „Dass wir schwarze Zahlen schreiben, ist eher unwahrscheinlich. Aber wir sind in der Lage, noch ein Verlustjahr hinzunehmen. Wir möchten aber nicht länger als zwei Jahre negative Zahlen schreiben.“

Hunt und Arnautovic

Die Verträge von Aaron Hunt und Marko Arnautovic laufen 2014 aus. Beide können sich vorstellen, noch lange in Bremen zu bleiben.

Filbry: „Wir wollen mit beiden verlängern und werden demnächst Gespräche aufnehmen. Das können wir erst mal auch ohne Thomas Eichin machen. Aaron und Marko wollen möglichst früh Klarheit haben, wir auch. In die neue Saison zu gehen, ohne dass sie verlängert haben, wäre sicherlich nicht optimal.“

Die sportliche Situation

Werder hat die Hinrunde auf dem zwölften Platz abgeschlossen, der Rückstand auf die internationalen Ränge beträgt vier Punkte.

Filbry: „Wir sind im Jahr des Umbruchs – und da sind wir auf einem guten Weg. Wir können zufrieden sein, wie sich die Mannschaft in den vergangenen sechs Monaten entwickelt hat. Wir haben das Potenzial gesehen. Aber: Die Ergebnisse sind noch nicht so, wie wir uns das vorstellen. Ich hoffe, dass wir in der Rückrunde die Früchte ernten.“

Thomas Schaaf

Werders Aufsichtsratschef Willi Lemke hat kürzlich den großen Wunsch geäußert, den bis 2014 laufenden Vertrag mit dem Trainer möglichst bald zu verlängern.

Filbry: „Wir sind hochzufrieden mit Thomas Schaafs Arbeit. Er hat die Zeit, die Mannschaft zu entwickeln. Es gibt nicht irgendeine Deadline. Thomas hat sehr viel Spaß an der Arbeit, das sieht man. Ich weiß, dass er sich hier wohlfühlt. Deswegen habe ich Wolfsburg auch nie als Bedrohung empfunden. Ich freue mich für den VfL und Klaus Allofs, dass er einen guten Trainer gefunden hat. Von Dieter Hecking halte ich sehr viel. Bei Gesprächen über eine Vertragsverlängerung von Thomas Schaaf wird Thomas Eichin mit am Tisch sitzen, denn das wird ganz sicher nicht in den nächsten drei Monaten passieren.“

 

Den neuen TV-Vertrag

Durch den ab Sommer geltenden Fernsehvertrag erlöst die Bundesliga mit den Senderechten pro Saison 628 Millionen Euro statt zuvor 412 – das bedeutet mehr Geld für die Clubs.

Filbry: „Wir nehmen pro Jahr zwischen fünf und sieben Millionen Euro mehr ein. Wir möchten das Geld auch in die Qualität der Mannschaft investieren.“

Hauptsponsor Wiesenhof

Als die Verpflichtung des Geflügelfabrikanten als neuer Hauptsponsor im Sommer bekannt wurde, gab es einen Aufschrei – vor allem von Tierschützern, die dem Unternehmen nicht artgerechte Tierhaltung vorwerfen.

Filbry: „Am Anfang war es eine schwierige Zeit wegen all der Kritik, aber die Partnerschaft hat sich sehr gut entwickelt. Und auch unser Trikotverkauf hat darunter – entgegen anderer Darstellungen – nicht gelitten.“ · mr

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