Ein Schritt zurück, zwei nach vorn? / Werder braucht eine neue Philosophie und frische Leute / „Wir hecheln hinterher“

Eichin und die Grenzen des Machbaren

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Bremen - Er wählte ein hübsches Bild, um den Weg zu verdeutlichen, den Werder zukünftig, gerade auch unter seiner Regie, einschlagen wird. „Wir müssen einen Schritt zurück gehen, um Schritte nach vorn zu kommen“, sagte Thomas Eichin bei seiner gelungenen Präsentation der „Visionen von Werder Bremen“ bei seinem Vortrag auf dem Kongress der Fußball-Lehrer.

Gewohnt souverän stellte sich der neue Geschäftsführer vor und markierte einen Richtungswandel. „Die Champions League müssen wir gedanklich mal auf die Seite legen“, forderte er einen klaren Kurswechsel. „Wir müssen eine neue Philosophie entwickeln. Ich kenne dies aus meiner Zeit bei den Kölner Haien, als ich auch andere Wege gehen musste.“

Offen und klar erläuterte er die Bestandsaufnahme, die er seit seinem Amtsantritt vor zwölf Wochen vorgenommen hat. „Wir hecheln ein wenig hinterher“, so der 46-Jährige in ungeschminkten Worten. „Andere haben uns überholt.“ Für die neue Saison kündigte er an, dass sich der Club um „hungrige, leidenschaftliche Spieler, die hier etwas beweisen wollen“, sowie charakterfeste Profis bemühen wolle. Zudem soll verstärkt auf Kräfte aus dem Nachwuchsleistungszentrum zurückgegriffen werden. Eichin wörtlich: „Wir können nicht sieben, acht oder neun Millionen Euro ausgeben und müssen uns anders orientieren. Unsere Scouts können nur noch in gewissen Ländern unterwegs sein.“

Bei seiner Vorstellung der „Marke Werder“ erwies sich Eichin, übrigens Inhaber der Trainer-A-Lizenz seit 1999, als perfekter Verkäufer des Erstligisten. Dieser Verein stehe für gewisse Werte und eine spezielle Philosophie. „Das ist nicht das normale Muster in der Liga.“ Eichin stellte die hohen Sympathiewerte heraus, die Werder immer noch genießt: Platz drei hinter Bayern und Dortmund. Es liege nicht nur an den Erfolgen der Vergangenheit, sondern auch und gerade an solchen Komponenten wie „Kontinuität, Zuverlässigkeit und Glaubwürdigkeit“.

Dass dies eine „hohe Bürde“ sei, wisse er. Und Thomas Eichin, der Ex-Profi, der dennoch als Quereinsteiger aus dem Eishockey in seinem neuen Tätigkeitsfeld gilt, gab vor den versammelten Experten aus dem norddeutschen Fußball zu: „Ich habe mir vieles ein bisschen leichter vorgestellt.“

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