Eichin freut sich auf Bode als Aufsichtsratschef, schützt aber auch Vorgänger Lemke

„Dann können wir wunderbar arbeiten“

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Thomas Eichin ist mit den Änderungen im Aufsichtsrat zufrieden: „Es war richtig, dass die Dinge jetzt besprochen wurden.“

Bremen - Willi Lemke hat ihn zu Werder geholt – nur zwei Jahre später bekommt Thomas Eichin einen neuen Chef: Marco Bode. Der Ex-Profi wird Lemke bald als Vorsitzenden des Aufsichtsrats ablösen und damit Oberkontrolleur der Geschäftsführung. Eichin findet‘s offenbar ganz gut, wenngleich er es so deutlich nicht sagt. Auch aus Respekt vor Willi Lemke und dessen Leistung für Werder Bremen.

„Ich begrüße, dass jetzt Klarheit herrscht“, erklärte Eichin gestern auf der Pressekonferenz vor dem Bayern-Spiel. Natürlich ging es im Medienraum des Weserstadions nicht nur um Fußball, sondern nach einer turbulenten Werder-Woche auch um Vereinspolitik. Gerne sprach Eichin nicht darüber, das war nicht zu überhören. Begründung: Jedes Wort, was er nun positiv über Bode sagen würde, könnte negativ für Lemke ausgelegt werden. Deswegen agierte Eichin vorsichtig, aber trotzdem auch eindeutig. „Es können jetzt einige Dinge für die Zukunft geplant werden“, meinte er zum – wie er es selbst nannte – „kleinen Generationswechsel“ an der Spitze des Aufsichtsrates. Wenn der auch formell besiegelt sei, „dann können wir wunderbar arbeiten“.

Warum? Weil Bode anders denkt als Lemke. Der Ex-Profi kann sich eine überschaubare Verschuldung vorstellen, um den Abstieg zu verhindern und Werder wieder nach oben zu bringen. Lemke, der Schulden aus hanseatischer Tradition heraus stets kategorisch abgelehnt hatte, galt da als Bremse. „Ich will Willi Lemke nicht als Synonym dafür nennen“, befand Eichin und wollte damit den 68-Jährigen aus der Schusslinie nehmen. Doch der Sportchef sagte eben auch zum rasant schnellen Ende von Lemke als Aufsichtsratschef: „Manchmal hat das Bundesliga-Leben eine gewisse Dynamik. Es war richtig, dass die Dinge jetzt besprochen wurden.“ Und der 48-Jährige betonte, dass er sich auf die Zusammenarbeit mit dem etwas mehr als zwei Jahre jüngeren Ex-Nationalspieler und Europameister von 1996 freut: „Marco war selber Profi, wir haben sogar gegeneinander gespielt. Dass wir da einen engen Draht haben, ist doch klar. Wir können wunderbar über fußballerische Dinge reden. Es wird eine gute Zusammenarbeit werden, davon bin ich überzeugt.“

Andererseits will er diese Personalie auch nicht überbewerten. „Ich weiß nicht, ob der Marco Koffer mit Geld mitbringt“, merkte Eichin süffisant an und fuhr mit ernster Miene fort: „Da wird momentan unheimlich viel verwechselt. Man muss nicht jede Pressemitteilung oder Erklärung damit verbinden, dass jetzt unglaublich viel Geld da sein könnte, um irgendetwas zu tun. Darum ging es auch gar nicht. Es geht um einen Strategiewechsel, den gilt es jetzt zwischen Aufsichtsrat und Geschäftsführung zu diskutieren. Das haben wir schon im August getan – und werden es jetzt wieder tun.“ Diesmal allerdings nicht mehr mit Lemke als Wortführer des Gremiums, sondern mehr mit Bode – und deshalb wohl auch mit besseren Erfolgsaussichten.  kni

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