Eichin denkt mit Schrecken an 2014

Bloß nicht wieder eine englische Horror-Woche

+
Der unrühmliche Höhepunkt einer völlig verkorksten Nachspielzeit: Schiedsrichter Bastian Dankert (Rostock) zeigt Werders Philipp Bargfrede die Rote Karte.

Bremen - Eine Nachspielzeit genügte, um aus einem guten einen durchwachsenen Saisonstart zu machen. Nach dem 0:1 (0:0) gegen den FC Ingolstadt hat Werder zwei Siege, ein Unentschieden und nun zwei Niederlagen auf dem Konto, rutschte vom sechsten auf den neunten Platz ab.

Und Sportchef Thomas Eichin beschlich nach der „dämlichsten Niederlage“ seiner Karriere gegen den unbequemen Aufsteiger aus Oberbayern und vor den kommenden Aufgaben ein leicht mulmiges Gefühl.

Morgen Abend (20.00 Uhr) tritt Werder beim zweiten Aufsteiger SV Darmstadt 98 an, am Samstag (15.30 Uhr) folgt das Heimspiel gegen Bayer Leverkusen. Drei Partien in acht Tagen, in denen man viel gewinnen – aber eben auch viel verlieren kann. So wie in der vergangenen Saison, an die Eichin noch üble Erinnerungen hat: „Letztes Jahr haben wir uns in der englischen Woche um Kopf und Kragen gespielt. Ich hoffe, dass es nicht wieder so ist.“ Im September 2014 hatte Werder binnen acht Tagen drei Pleiten am Stück kassiert – in Augsburg (2:4), gegen Schalke (0:3) und in Wolfsburg (1:2). Es war der Beginn der Talfahrt, die den damaligen Trainer Robin Dutt ein paar Wochen später (als Werder auf dem letzten Tabellenplatz angekommen war) den Job kostete.

Momentan stehen die Bremer deutlich besser da – und Coach Viktor Skripnik sitzt fest im Sattel. Der Ukrainer weiß aber auch um die Gefahren: „Am Dienstag steht wieder eine schwierige Aufgabe vor unserer Nase. Darmstadt will uns bestimmt auch ärgern.“ So, wie es Ingolstadt gelungen war. Werder fehlten insgesamt die Ideen, um den FCI in Verlegenheit zu bringen. „Nur die langen Bälle und die Standardsituationen – ich glaube, das ist zu wenig gegen eine sehr organisierte Abwehr, wie Ingolstadt sie hat“, kritisierte Skripnik.

Werder gegen Ingolstadt: die Einzelkritik

Dass es morgen spielerisch besser läuft, darf aber bezweifelt werden. Denn im Mittelfeld, wo die meisten Chancen kreiert werden, hat Werder inzwischen besorgeniserregende Personalprobleme. Ganz sicher fehlen in Darmstadt die Stammkräfte Ulisses Garcia und Philipp Bargfrede, der Einsatz von Zlatko Junuzovic steht auf der Kippe.

Garcia hatte einen Schlag auf den Fuß abbekommen und musste zur Halbzeit raus. Die Diagnose gestern Vormittag: Der rechte große Zeh ist gebrochen, rund zwei Wochen Pause für den Schweizer.

Bargfrede sah Sekunden vor Schluss wegen eines brutalen Fouls an Alfredo Morales im 127. Bundesliga-Spiel seine erste Rote Karte. Wie lange er fehlt, entscheidet das DFB-Sportgericht heute. „Jeder Stammspieler ist für uns ein richtiger Verlust“, stöhnte Skripnik: „Jeder sieht, wie schwierig das zum Beispiel ohne ,Zladdi‘ (Junuzovic, d. Red.) ist. Gegen den Ball arbeiten, das geht noch. Aber nach vorne fehlen genau solche Leute.“

Werder-Training nach Ingolstadt-Pleite

Junuzovic müsse zehn Tage lang Antibiotika nehmen – „und keiner weiß, wie der Körper das verkraftet“, sagte Skripnik: „Das kann auch schiefgehen.“ Immerhin gibt es aber Hoffnung, dass der Doppel-Torschütze aus dem Hoffenheim-Spiel morgen doch wieder dabei ist. Gestern absolvierte Junuzovic die (allerdings sehr lockere) Trainingseinheit mit dem Team. „Schauen wir mal“, sagte der Österreicher hinterher über seine Einsatzchancen. Heute wird er erneut untersucht, dann gibt es Klarheit.

Die Not im Mittelfeld bietet natürlich auch Gelegenheiten für andere Bremer: Spieler wie Felix Kroos, Fin Bartels, Levin Öztunali oder auch Maximilian Eggestein können und müssen sich nun zeigen.

mr

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Bild von gewildertem Nashorn ist Wildlife-Foto des Jahres

Bild von gewildertem Nashorn ist Wildlife-Foto des Jahres

Xi Jinping warnt vor Gefahren für China

Xi Jinping warnt vor Gefahren für China

Sparsam arbeiten: So pariert man ein Rinderfilet

Sparsam arbeiten: So pariert man ein Rinderfilet

Citroën C3 Aircross im Test: Aufbruch ins Abenteuerland

Citroën C3 Aircross im Test: Aufbruch ins Abenteuerland

Meistgelesene Artikel

Sargent verliert mit USA bei U17-WM

Sargent verliert mit USA bei U17-WM

Pavlenka und Veljkovic wieder zurück

Pavlenka und Veljkovic wieder zurück

Kein Trainingslager

Kein Trainingslager

Das passiert am Samstag

Das passiert am Samstag

Kommentare