Eichin baut die Betreuung der Profis um

Mehr Geld für mehr Gesundheit

Bremen - Auch in der vergangenen Saison war bei Werder oft vom Verletzungspech die Rede, immer wieder fielen Spieler aus – manchmal sogar monatelang. Aber war das wirklich nur Pech? Thomas Eichin glaubt das nicht. Nach zweieinhalb Jahren als Geschäftsführer Sport stellt der Ex-Profi fest: „Wir müssen da jetzt mit der Zeit gehen und unsere Arbeit optimieren. Die spanischen und italienischen Clubs sind in diesem Bereich viel besser aufgestellt – und das zahlt sich aus, sie haben weniger Verletzungen und weniger Ausfalltage.“

Werder wird handeln – und als erstes in den nächsten Tagen einen neuen Athletiktrainer vorstellen. Es wird kein reiner Nachfolger von Reinhard Schnittker sein, von dem sich der Club am Ende der Saison getrennt hatte. Der Neue soll sich ausschließlich um die Athletik kümmern, den Bereich Rehabilitation wird Jens Beulke übernehmen. Über den beiden soll noch ein Leistungsdiagnostiker installiert werden, der jeden Spieler genau unter die Lupe nimmt. Dazu gehören auch die zahlreichen Talente. Denn Eichin ist aufgefallen, dass viele junge Spieler mit der höheren Belastung bei den Profis nicht zurechtkommen und immer wieder ausfallen. „Wir müssen sie darauf noch besser vorbereiten, denn diese Spieler sind unser Kapital“, sagt Eichin und stellt klar: „Verletzungen kosten uns Geld.“ Denn Spieler kassieren bei einem Ausfall – wie jeder andere Arbeitnehmer auch – sechs Wochen lang weiter ihr Gehalt. Da würden sich die zusätzlichen Ausgaben schnell bezahlt machen, sagt Eichin: „Wir geben dafür auch keine Millionen aus. Es geht vorwiegend um mehr Personal in diesem Bereich. Wir wollen uns hier ja keine Klinik hinbauen wie der FC Barcelona.“

Für den Champions-League-Sieger lohnt sich allerdings der Aufwand. Die Ausfallquote schwankt zwischen fünf und zehn Prozent. Bei Werder würde sie bei 20 Prozent liegen, sagt Eichin. In der Bundesliga ist das normal. Selbst der FC Bayern, Borussia Dortmund und der FC Schalke beklagen so hohe Zahlen, obwohl sie sich allein durch die Einnahmen aus der Champions League locker eine bessere Betreuung ihrer Mitarbeiter leisten könnten. Doch in der Bundesliga wurde dieses Thema lange verschlafen. Werder ist jetzt aufgewacht.

kni

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