Claudio Pizarro sucht einen Weg, einer drohenden Zwangspause zu entgehen

„Ehrlich, ich wollte das nicht…“

Patsch! Das TV-Bild zeigt: Claudio Pizarro verpasst Emanuel Pogatetz eine Ohrfeige. War es Absicht oder Versehen?

Bremen - Karim Haggui kommt von hinten. Der 96-Verteidiger umklammert Claudio Pizarro. Von der Seite rempelt Emanuel Pogatetz. Dann schnellt die linke Hand des Bremers heraus, trifft Pogatetz auf die rechte Wange.

Eine Tätlichkeit nach Provokation? Oder doch eine unabsichtliche Backpfeife beim Versuch, sich zu befreien? Welche dieser Fragen mit Ja und welche mit Nein beantwortet und was Schiedsrichter Christian Dingert (Lebecksmühle) an den DFB melden wird, entscheidet darüber, ob Pizarro und Werder Bremen Ärger ins Haus steht.

Pizarros Chancen, einer Sperre zu entgehen, stehen nach Ansicht der TV-Bilder nicht sonderlich gut. Eigentlich. Denn sein Schlag sieht sehr nach einer absichtlichen Klatsche für den 96-Verteidiger aus. Aber: Die Bilder zeigen auch, dass Dingert die Situation gesehen haben muss. Pizarro berichtet: „Er sagte uns: Bleibt ruhig.“ Und weil der Referee es bei dieser Ermahnung für alle beließ, steht offenbar die Tatsachenentscheidung. Und an der ist grundsätzlich nicht zu rütteln.

Der Bremer Torjäger beteuerte nach dem Spiel unter Aufbietung seines ganzen und reichlich vorhandenen Charmes seine Unschuld: „Ehrlich, ich wollte das nicht. Pogatetz kommt zu mir, legt seine Hand auf meinen Körper. Ich will die wegnehmen, treffe ihn im Gesicht. Natürlich habe ich ihm eine gegeben, aber es war keine Absicht. Ich habe auch direkt mit ihm darüber gesprochen.“

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Dennoch ist es wahrscheinlich, dass alle Beteiligten in den kommenden Tagen vom DFB-Kontrollausschuss zu einer Stellungnahme aufgefordert werden. Wird Pizarros Version vom Unparteiischen gestützt und bestätigt, ist der Bremer fein raus. „Ich hoffe“, sagte Pizarro, „dass da jetzt nichts mehr nachkommt“.

Werder hofft auch. Trainer Thomas Schaaf schlüpfte gestern direkt in die Rolle des Verteidigers. „Man muss klären, ob es Absicht war. Sicherlich hat Claudios Hand da nichts zu suchen. Aber er ist auch provoziert worden“, sagte er gegenüber „Sky“ und verfolgte damit die gleiche Strategie wie Geschäftsführer Klaus Allofs: „Claudio ist von hinten geschubst worden, deshalb ist das passiert. Ich rechne mit gar nichts.“

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Einmal in dieser Saison ist Claudio Pizarro bereits ungeschoren und glücklich davongekommen. Beim 1:4 gegen Bayern München hatte er gegen Holger Badstuber ausgeteilt, dem Verteidiger den Ellbogen gegen die Brust gerammt. Konsequenzen? Keine.

Hannovers Trainer Mirko Slomka hätte offensichtlich keine Einwände, wenn Pizarro erneut straffrei bleibt. Obwohl seinem Club möglicherweise mit einer Sperre des Bremer Torjägers geholfen wäre, forderte er rein gar nichts: „Kollegen, die so eine Szene anprangern, machen mich wütend. Ich kenne Claudio Pizarro als außergewöhnlich guten Sportsmann. Daran hat sich nichts geändert.“ · csa

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