Der ehemalige Werder-Coach gönnt sich keine großen Gefühle

Schaaf: „Ein Sieg wie jeder andere“

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Thomas Schaaf (li.) und Viktor Skripnik Vor dem Anpfiff beim TV-Interview.

Frankfurt - Gewaltige Emotionen? Doch nicht bei Thomas Schaaf. Äußerlich unaufgeregt erlebte der Coach von Eintracht Frankfurt das Wiedersehen mit seinem Ex-Club Werder Bremen. Nach 41 Jahren als Grün-Weißer stand der 53-Jährige erstmals auf der anderen Seite – und traf auch noch auf seinen ehemaligen Spieler Viktor Skripnik. Es war ein Trainerduell der besonderen Art, und Schaaf, der Lehrmeister, blieb klarer Sieger. So verlief das große Wiedersehen:

16.48 Uhr: Die erste Begegnung – Schaaf und Skripnik umarmen sich in den Katakomben der Arena wie alte Freunde, gehen Arm in Arm die Treppe hinauf zum Spielfeld.

16.51 Uhr: Sky bittet zum Trainerbank-Interview – natürlich auf Frankfurter Seite. Beide geben sich locker. Schaaf spielt die Bedeutung der Partie mit Humor herunter: „Ich hab’ nix anderes gemacht, als auf diesen Tag zu warten – ich hatte auch nix anderes zu tun.“ Skripnik sagt, er hätte gerne Schaafs Art: „Thomas ist immer Thomas.“

17.06 Uhr: Der neue Schaaf, der große Motivator! Er geht von Spieler zu Spieler, redet auf jeden ein, schüttelt den einen oder anderen.

17.07 Uhr: Skripnik schaut seiner Mannschaft ganz entspannt beim Aufwärmspiel zu – so wie früher Schaaf.

17.30 Uhr: Anstoß, beide sitzen.

18.03 Uhr: 1:0 für die Eintracht – Schaaf jubelt mit hochgerissenen Armen nur kurz, gibt sofort wieder Anweisungen. Da ist er ganz der Alte geblieben.

19.20 Uhr: Abpfiff! Schaaf hat 5:2 gewonnen. Skripnik verschwindet sofort aus dem Stadioninnenraum, Schaaf klatscht sich mit seinen Mitarbeitern ab. Werder-Co-Trainer Torsten Frings geht zu ihm und gratuliert.

19.35 Uhr: Schaafs Ehefrau Astrid taucht vor der Werder-Kabine auf, unterhält sich kurz mit Frings, dann auch mit Skripnik.

19.59 Uhr: Jetzt treffen sich die beiden Cheftrainer vor dem Medienraum. Sie klatschen sich erneut freundlich ab, gehen gemeinsam zur Pressekonferenz.

20.08 Uhr: Frage an Thomas Schaaf: Wie hat es sich angefühlt, gegen Werder zu gewinnen? Antwort: „Wie gegen jede andere Mannschaft auch.“

20.09 Uhr: Frage an Viktor Skripnik: Wie hat es sich angefühlt, gegen Schaaf zu verlieren? Antwort: „Es war ein beschissenes Gefühl.“

Irgendwann später: Schaaf trifft sich mit Bremer Freunden im griechischen Restaurant „Qualitätseck“ im Stadtteil Sachsenhausen, seiner neuen Heimat. Er feiert den Sieg – die anderen wohl nicht.

kni/csa

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