Egal, ob mit 15, 16 oder 18 Punkten: Die Vorbereitung wird „scharf“

Eichins Blick ins neue Jahr: „Es geht wieder um alles“

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Neuzugänge im Winter? Geplant ist nichts, bekräftigt Thomas Eichin. Aber Werder wäre „handlungsfähig“.

Bremen - „Mini-Finale“ – Viktor Skripnik hat diesen Begriff erfunden. Extra für die Partie heute (15.30 Uhr) bei Eintracht Frankfurt, dem letzten Spiel der Hinrunde für Werder Bremen. Geschäftsführer Thomas Eichin adoptiert die Wortschöpfung gerne. Auch für ihn ist das Kellerduell (der Tabellen-15. empfängt den 14.) ein Stimmungsbarometer für die Winterpause. Wer verliert, findet sich womöglich auf einem Abstiegsplatz wieder. „Unangenehm“ fände Skripnik das. „Wir brauchen dringend noch Punkte“, sagt Eichin, erklärt im Interview aber auch, dass – egal, ob Sieg, Unentschieden oder Niederlage in Frankfurt – die Vorbereitung auf die Rückrunde so geführt werden muss wie die vor einem Jahr: „Es geht um alles.“

„Ein Mini-Finale für Kopf und Moral“ – so überschreibt Viktor Skripnik die Begegnung mit Eintracht Frankfurt. Sehen Sie es auch so?

Thomas Eichin: Natürlich. Die gleiche Situation hatten wir vor einem Jahr mit dem Heimspiel gegen Borussia Dormund schon einmal (Werder gewann 2:1, d. Red.). Damals hatten wir 14 Punkte, mussten unbedingt noch welche holen. Jetzt ist das genauso.

Aktuell sind es 15 Zähler – es muss schon ein Sieg in Frankfurt her, um nicht die schlechteste Hinrunde seit 41 Jahren hinzulegen. Aber auch 18 Punkte würden nicht der Erwartung entsprechen.

Eichin: Das ist richtig. Aber damit müssen wir uns nicht lange aufhalten. Wir haben Punkte liegen gelassen, und die müssen wir uns zurückholen. Gerne in Frankfurt. Ich freue mich auf dieses Spiel, weil ich es mag, wenn es um viel geht. Dann sind wir wachsam. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass wir mit diesen Situationen ganz gut umgehen können.

Faktor Psychologie: Wie wichtig ist es, nicht auf einem Abstiegsplatz zu überwintern?

Eichin: Das kann man so und so sehen. Bei Mannschaften, die auf einem Abstiegsrang stehen, sind alle Sinne geschärft, sie können noch schärfer trainiert werden, noch schärfer agieren. Bei Teams auf Rang 13 oder 14 kann leicht eine gewisse Sorglosigkeit eintreten – obwohl diese Plätze in der Bundesliga genauso gefährlich sind.

Was heißt das für Werder Bremen?

Eichin: Dass Viktor Skripnik und ich darauf achten werden, dass wir scharf in die Vorbereitung gehen werden – egal, ob wir auf Platz 18, 17 oder 13 stehen. Denn in jedem Fall sind 15, 16 oder 18 Punkte zu wenig, um die Vorbereitung auf die Rückrunde sorglos in Angriff zu nehmen. Auch dann geht es für uns wieder um alles.

Sie betonen gewiss nicht zufällig, dass Viktor Skripnik und Sie das wache Auge haben werden. Sie hegen trotz der mageren Punktausbeute keine Zweifel an der Arbeit des Trainers?

Thomas Eichin: Nein, keine.

Hat Sie der 4:3-Sieg bei Borussia Mönchengladbach im DFB-Pokal in Ihrer Haltung zusätzlich bestärkt?

Eichin: Ja, aber nicht allein des Ergebnisses wegen. Die Mannschaft hätte die Partie auch 2:3 verlieren können – aber selbst dann hätte ich gesehen, dass Viktor mit seinem Trainerteam Ideen hat, die funktionieren. Ich mache seine Arbeit nicht an einem Ergebnis fest, sondern an dem, was ich jeden Tag mitbekomme. Ich hätte auch bei einer Niederlage gegen Gladbach nicht an ihm gezweifelt.

Wie gestaltet sich Ihre Zusammenarbeit?

Eichin: Ich bin sehr nahe an der Mannschaft und am Trainerteam. Wir reden viel miteinander, da fallen hinter verschlossenen Türen auch mal offene Worte. Deshalb weiß ich, woran ich bei Viktor bin. Und er weiß, woran er bei mir ist.

Beim Thema Neuzugänge hat es zuletzt Irritationen gegeben. Skripnik sagte, er rechne im Winter fest mit Verstärkungen. Sie erklärten, es seien keine Verpflichtungen geplant.

Eichin: So ist es auch. Denn ich glaube fest an die Mannschaft. Aber wir werden nach dem Spiel in Frankfurt in aller Ruhe analysieren, wo bei uns vielleicht noch Bedarf besteht. In erster Linie ist es wichtig zu wissen: Was bringt unsere Mannschaft weiter? Was bringt sie möglicherweise aber auch durcheinander? Darauf werden wir sehr genau achten. Wir haben nur eine kurze Vorbereitung, da nützt es nichts, einen Spieler zu holen, der das Gefüge durch-einander bringt. Aber nochmal: Stand jetzt ist nichts geplant. Doch wir sind handlungsfähig, wenn wir zu der Meinung kommen, dass wir etwas tun müssen.

csa

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