Werder-Coach schickt Felix Kroos in den Kampf mit Dortmunder Deluxe-Offensive

Dutts Entdeckung im Zentrum des Orkans

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Felix Kroos wird vom Trainer mit Lob förmlich überschüttet. Gut möglich, dass sich der Mittelfeldmann auch heute gegen den BVB beweisen darf. ·

Bremen - Am Tag vor einem Spiel schließt Robin Dutt alle Türen, lässt niemanden rein. Dann ist Geheimtraining angesagt. Fans sind dabei ebensowenig als Zaungäste erwünscht wie Medienvertreter. Es könnte ja nach außen dringen, was sich der Werder-Trainer an personellen und taktischen Überraschungen für den jeweiligen Gegner ausgedacht hat.

Die Heimlichtuerei funktioniert bisher – jedenfalls in der Art, dass über die Aufstellung stets nur spekuliert werden kann. Auch die Partie heute bei Borussia Dortmund betreffend. Es wäre indes keine Überraschung, wenn der Name Felix Kroos in der Bremer Startelf auftauchen würde. Dutt hält – daraus macht er überhaupt kein Geheimnis – sehr viel von dem scheinbar lange verkannten Mittelfeldspieler.

Schon beim Saisonauftakt gegen Eintracht Braunschweig hatte Kroos das volle Vertrauen bekommen. Dutt installierte den Bruder von Bayern-Nationalspieler Toni auf der flexiblen Position im defensiven Mittelfeld. Felix Kroos pendelte zwischen Mittelfeld (bei Ballbesitz des Gegners) und zentraler Position in einer Abwehr-Dreierreihe (bei eigenem Ballbesitz).

Diese Rolle zu spielen, ist anspruchsvoll, erfordert große taktische Disziplin und ein gutes Spielverständnis. Normalerweise nichts für einen, der irgendwie noch ein Newcomer ist und zuvor nur kleckerweise zu elf Bundesliga-Einsätzen gekommen war. Doch Dutt setzt auf Kroos, schickt ihn heute vermutlich ins Zentrum des Orkans – sprich: in den Kampf mit den BVB-Stars Henrich Mkhitaryan, Robert Lewandowski und Marco Reus. „Felix genießt meine absolute Wertschätzung. Er hat eine unglaublich Entwicklung genommen und ist einer der Spieler, der taktische Dinge am schnellsten umsetzen kann“, sagt der Trainer über den Mann, der in der vergangenen Saison fast nur in der Regionalliga spielen durfte.

Unter Dutt-Vorgänger Thomas Schaaf war Kroos abgeschrieben, wollte den Club schon verlassen. Doch er blieb und verlängerte seinen Vertrag, weil sich die personellen Umwälzungen andeuteten. „Die Veränderung auf der Trainerposition“, gibt Kroos zu, „ist für mich wichtig gewesen. Robin Dutt setzt neue Impulse. Mir tut das gut.“

Mit den neuen Impulsen meint er vor allen Dingen seine Position. Schaaf wollte ihn zum reinen Innenverteidiger umfunktionieren. „Nicht mein Ding“, meint Kroos. Robin Dutt sieht ihn dagegen etwas weiter vorne ideal eingesetzt. Schon besser, glaubt Felix Kroos: „So wie die neue Saison los gegangen ist, kann es gerne weitergehen.“

Heute ist die Aufgabe für ihn und alle anderen klar definiert. Irgendwie muss die Null auch gegen Dortmund stehen. Kein aussichtsloses Unterfangen, wie Robin Dutt glaubt: „Wir wollen nicht mauern. Aber wir wollen Dortmund gut beschäftigen.“ Soll heißen: Ständig stören und zerstören, was der BVB mit seiner Fünf-Sterne-Offensive auch versucht. Die bisherigen drei Dortmunder Gegner hätten das ganz gut gemacht, meint Dutt. Aber keiner hat es bis zum Ende durchgehalten. Weshalb die Ergebnisse Dutts Einschätzung nicht gerade untermauern. Im DFB-Pokal verlor Regionalligist SV Wilhelmshaven mit 0:3, zum Liga-Start ging der FC Augsburg mit 0:4 gegen den BVB unter. Zuletzt allerdings konnte Aufsteiger Eintracht Braunschweig beim 1:2 in Dortmund lange an eine Überraschung glauben. Dieses Spiel, sagt Kroos’ Nebenmann Cedric Makiadi, sei „das beste Beispiel“, wie es gehen kann: „Wenn wir kompakt stehen und schnell kontern, haben wir eine Chance. Auf keinen Fall dürfen wir ängstlich sein. Dann wirst du aus dem Stadion geschossen.“ · csa

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