Leverkusen-Coach fordert für den Fall der Fälle Demut – auch von Michael Ballack / Premiere für Bernd Leno

Dutt und die zweifelhafte Ehre, ein Bankdrücker zu sein

Torwart-Teenie Bernd Leno soll verhindern, dass Bayer Leverkusen tief in eine Krise stürzt. ·

Werder-Bremen - LEVERKUSEN/BREMEN · Robin Dutt fordert Demut. Nicht von sich selbst, sondern von seinen Spielern. Genauer: von denen, die morgen gegen Werder Bremen nicht spielen dürfen. Und noch genauer: von Michael Ballack oder Simon Rolfes.

Denn einen der beiden wird es erwischen. Die Frage ist nur: Wieder Ballack, den ehemaligen Kapitän der deutschen Nationalmannschaft, oder diesmal Rolfes, den aktuellen Nationalspieler und Bayer-Spielführer? Dutt selbst hat sich vor diese Entscheidung gestellt, in dem er einen klaren Satz formuliert hat. „Rolfes und Ballack sind ähnliche Spieler. In unserem Mittelfeld wird es sie nicht gleichzeitig geben“, verkündete der Heynckes-Nachfolger gestern. Dies bedeute aber keineswegs eine Degradierung für den, der keine Berücksichtigung findet. „Wer für einen Champions-League-Club wie Bayer Leverkusen spielt, für den ist es eine Ehre, auf der Bank sitzen zu dürfen“, meinte Dutt.

Ob ein mit vielen Titeln und 98 Länderspiel-Einsätzen dekorierter Mann wie Michael Ballack diese zweifelhafte Ehre im Falle eines Falles dauerhaft zu schätzen weiß, ist eher unwahrscheinlich. Auch wenn Dutt versucht, das Gegenteil zu belegen. Obwohl er seinen Star-Spieler zum Saisonauftakt (0:2 gegen Mainz) nicht brachte, sei das Verhältnis ungetrübt, sagte er: „Er gibt Vollgas im Training und verhält sich perfekt. Es könnte nicht besser sein.“

Wohlgesprochen. Dennoch vermengt sich das Reizthema Ballack mit dem sportlichen Fehlstart (Pokal-Aus in Dresden, Pleite in Mainz) und der Torhüter-Problematik zu einer mehr als angespannten Atmosphäre unter dem Bayer-Kreuz. Sportdirektor Rudi Völler wittert bei einer weiteren Niederlage gegen Werder die Gefahr einer schweren Krise und forderte deshalb: „Wir müssen jetzt schnell die Kurve kriegen."

Dazu soll ein 19-Jähriger beitragen, der erst seit vier Tagen im Verein ist. Bernd Leno muss dem Team als Schlussmann jene Sicherheit geben, die erst David Yelldell (gegen Dresden) und dann Fabian Giefer (gegen Mainz) nicht ausstrahlten. Die Ersatzleute des nach einer Patellasehnen-OP noch verletzten Rene Adler patzten schwer. Dutt musste handeln und holte Leno vom VfB Stuttgart II aus der dritten Liga. Gegen Werder wird er sein Debüt feiern. „Der erste Eindruck war gut. Er hat seine Vorschusslorbeeren im Training bestätigt“, erzählte Dutt.

Sein Bremer Kollege Thomas Schaaf glaubt das gern. Leno sei als U 20-Nationalspieler kein Unbekannter, „auf ihn haben viel Clubs ein Auge geworfen, er verfügt schon über Qualität. Aber ob er sich in der Bundesliga beweisen kann, wird auch von uns abhängen.“ Soll wohl heißen: Werder will den Bundesliga-Neuling ordentlich unter Beschuss nehmen.

Stürmer Lennart Thy, gemeinsam mit Leno zuletzt beim U 20-Lehrgang in Hennef, hat dem DFB-Teamkollegen schon ein Versprechen gegeben: „Ich habe ihm gesagt, dass ich mich für ihn freue, aber dass er kein gutes Debüt feiern wird…“ · csa

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