Dutt wirkt hohen Erwartungen entgegen / Petersen: Siegtor wäre „i-Tüpfelchen“

Daumendrücken für Davie: Holt Selke heute den Titel?

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Davie Selke obenauf. Heute will der Bremer mit seinen Mitspielern Marc Stendera (l.) und Hany Mukhtar den Gewinn des U19-EM-Titels feiern.

Bremen - Heute ist für Davie Selke der große Tag. Bei der U19-EM steht das Finale an. Um 19.00 Uhr wird es angepfiffen, Eurosport überträgt live, der Gegner heißt Portugal – und der Bremer Selke will es mit seinem siebten Turniertreffer entscheiden. „Das wäre das i-Tüpfelchen auf seine Leistung“, sagt in Nils Petersen einer, dem Selke bei Werder bald gefährlich werden könnte.

Der 19-Jährige ist in Ungarn so richtig durchgestartet – vielleicht hilft ihm das auch, um bei Werder im Bundesliga-Team Fuß zu fassen. Die EM-Erlebnisse „können ihm einen Schub geben“, sagt Chefcoach Robin Dutt, der die allgemeine Begeisterung um Davie Selke aber eher dämpft als befeuert. Die U19-EM sei nur „ein A-Jugend-Turnier“, und bloß weil Selke „der Beste seines Jahrgangs“ sei, müsse er „nicht automatisch auch der Beste in der Bundesliga sein“, meint Dutt. Er beugt offenbar vor für den Fall, dass die Fans Selke demnächst in der Bundesliga spielen sehen wollen, Dutt ihn aber (noch) nicht bringen will. Er deutet bereits an, dass es für den bislang besten Torjäger der EM (sechs Treffer in vier Spielen) nicht zwingend im rasanten Tempo weitergehen muss, wenn er sagt: „Wir werden ihm helfen, den Rucksack der Erwartungen zu schultern.“ Und irgendwann den Rucksack der Enttäuschungen? Weil Selke es nicht schafft, an Franco Di Santo, Eljero Elia und Nils Petersen vorbeizukommen?

Abwarten. Jetzt zählt erstmal nur das Finale. Alle bei Werder drücken Selke die Daumen – natürlich auch Petersen, der anerkennt: „Ich muss staunen, was Davie bei der EM zeigt. Er macht das richtig gut, hat super gebombt. So stellt man sich das als Stürmer vor.“

Für Viktor Skripnik, Selkes Coach in der Bremer U19 und U23, kommt die Trefferserie des Werder-Talents überhaupt nicht überraschend. „Er trifft immer – egal, wo er spielt“, sagt der 44-Jährige, dem aktuell allerdings nicht nur das halbe Dutzend Tore gefällt, sondern auch Selkes Auftreten abseits des Platzes. Dass sein Schützling mittlerweile mehr über die Mannschaft und weniger über sich redet, ist wohl der eigentliche Fortschritt: „Das zeigt, dass er schon weit ist, dass er schon ein bisschen erwachsener geworden ist.“

Was Selke jetzt noch braucht, ist der Wille, „weiter hart an sich zu arbeiten. Es reicht nicht, nur an das eigene Talent zu denken, man muss es auch entwickeln. Und das geht eben nur mit harter Arbeit“, sagt Viktor Skripnik.

Sollte Davie Selke das gelingen, gehört ihm wohl die Zukunft. Nils Petersen hat den Kollegen, dessen Vertrag in Bremen nur bis 2015 läuft und bislang nicht verlängert wurde, auf jeden Fall auf dem Zettel – auch für die aktuelle Stürmersuche des SV Werder. „Manchmal lohnt es, in den eigenen Schubladen nachzugucken. Das kann Geld sparen“, rät er.

csa

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