Werder-Coach kritisiert Real Madrid

Dutt will den Bayern wehtun

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Werder-Trainer Robin Dutt will den Bayern nichts schenken.

Bremen - Natürlich hat Robin Dutt am Mittwochabend vor dem Fernseher gesessen und sich die Bayern in Madrid angeschaut. Schließlich sind die Münchner morgen Werders nächster Gegner. Und Dutt hat sich gewundert, erst über den 1:0-Sieger Real Madrid, dann über den Umgang mit dem deutschen Rekordmeister.

„Ich war mehr als überrascht, dass ein Topclub wie Real Madrid darauf angewiesen ist, in einem Halbfinale der Champions League so eine Taktik anzuwenden“, sagt Dutt zum Defensivkonzept der alles andere als Königlichen, wie der Werder-Coach findet: „Es ist schon beeindruckend, welchen Rollentausch es da im europäischen Fußball gibt. Bayern ist aufgetreten, als ginge es gegen eine klassentiefere Mannschaft.“ Und Real habe wie ein Außenseiter im DFB-Pokal gespielt, der sein Heil nur in Kontern sucht. Dass Madrid dafür nach dem 1:0-Erfolg auch noch gefeiert wurde, kann der Bremer Trainer überhaupt nicht verstehen: „Es läuft grundsätzlich was schief, wenn die Mannschaft, die wie der FC Bayern das Spiel macht – und das auch noch auswärts, dafür kritisiert wird. Real Madrid gehört kritisiert und nicht dafür gelobt, dass sie drei, vier Konter fahren und einen davon zum Abschluss bringen.“

Das werden die Bayern gerne hören. Alles andere von Dutt allerdings nicht. Denn der Werder-Coach hat trotz seines Bayern-Beistands keine Lust, morgen ein angenehmer Pausenfüller für das Champions-League-Halbfinale zu sein. „Wir nehmen keine Rücksicht darauf, dass die Bayern ein paar Tage später schon wieder ein Spiel haben“, sagt Dutt mit Blick auf das Rückspiel gegen Real am kommenden Dienstag klar. Der 49-Jährige schlägt sogar noch härtere Töne an: „Wir versuchen, ihnen sportlich wehzutun. Wir werden sie in den Zweikämpfen knallhart bekämpfen.“

Werder wittert die große Chance, gegen angeschlagene und auf einen anderen Wettbewerb fokussierte Bayern die Überraschung zu schaffen. Und Dutt weiß auch schon, wie das auf dem Platz dann aussehen muss: „So platt das auch klingen mag: Du musst versuchen, in die Zweikämpfe zu kommen, damit die Bayern nur dort ihren Ballbesitz ausspielen können, wo es uns nicht wehtut. Und nach Balleroberung musst du mutig deine Konter ausspielen und darfst keine Angst haben, den Ball zu verlieren.“

Das hatten sich die Bremer auch fürs Hinspiel vorgenommen – und gingen dann im eigenen Stadion mit 0:7 unter. Ein Desaster, das Dutt aber nicht mehr interessiert: „Ich habe keine Rachegelüste.“ · kni

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