„Ein Team, das gemeinsam durch dick und dünn geht“

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Robin Dutt

Bremen - Wie sieht das Konzept des neuen Werder-Trainers aus, wie seine Kaderplanung? Und was hat er für einen Charakter? Robin Dutt (48) über . . .

sein neues Leben

Vom DFB zurück in die Bundesliga, aus dem Schwabenland (Stuttgart-Leonberg) in den Norden. Robin Dutt zieht alleine nach Bremen.

„Meine Familie ist glücklich, dass sie am Wochenende wieder mitfiebern kann. Meinem Vater ging in der Rente so ein bisschen die Spannung verloren. Mein Lebensmittelpunkt wird natürlich Bremen sein. Der Teil der Familie, der noch zu Hause wohnt, das sind meine Frau und mein Hund, bleiben in Stuttgart. Unser Sohn wohnt nicht mehr bei uns und lässt sich auch nicht hierher verfrachten. Meine Frau hat ein eigenes Geschäft und wird mehr zu mir pendeln als ich zu ihr. Aber natürlich werde ich den freien Tag nutzen, um zum bisherigen Lebensmittelpunkt zu fahren, Eltern oder Freunde besuchen. Für mich ist wichtig, dass ich mich in der Stadt wohlfühle, dass ich am Leben teilnehmen kann. Das ist wichtig, damit ich als Trainer funktionieren kann.“

Bremen

Über seine neue sportliche Heimat weiß Dutt bisher „nur wenig. Mein erster Eindruck ist sehr gut. Viele haben mir so ein bisschen Freiburg-XL versprochen. Bremen genießt als Standort den Ruf einer sehr kompakten Einheit. Die Leute identifizieren sich sehr stark mit der Stadt. Bremen hat ein paar Vorschusslorbeeren bekommen – und wenn das alles so eintrifft, werde ich mich hier sehr wohlfühlen. Und ich hoffe, dass sich die Menschen mit mir wohlfühlen.“

sein Konzept

Werders neuer Coach gilt als akribischer Taktik-Tüftler, der Spielsysteme bis ins kleinste Detail perfektionieren will.

„Grundsätzlich kannst du mit jedem Grundsystem erfolgreich sein, ob 4-4-2, 4-2-3-1 oder 4-3-3. Die ein, zwei Systeme, für die du dich nach der Analyse des Kaders entscheidest, musst du gut vermitteln können. Und: Die Spielphilosophie darf sich nicht nur auf die Profimannschaft beschränken, sondern soll sich durch alle Werder-Mannschaften ziehen. Wir wollen einen ganz engen Austausch zu den Nachwuchstrainern haben, um die Talente heranzuführen.“

die Co-Trainer

Werders bisheriges Assistenzteam (Wolfgang Rolff, Matthias Hönerbach und Michael Kraft) geht, dafür kommen die Dutt-Vertrauten Damir Buric (Co) und Marco Langner (Torwart). Der Bremer Athletikcoach Reinhard Schnittker bleibt.

„Ich bringe mein Trainerteam mit, weil die Co-Trainer Teil der Gedanken des Trainers sind. Ohne Damir Buric und Marco Langner wäre ich nur die Hälfte oder ein Drittel. Ich möchte mit der gleichen Größe arbeiten wie bisher, das heißt zwei Co-Trainer. Die zweite Stelle möchte ich mir noch einige Monate offenhalten, weil es zwei Modelle gibt. Die eine Möglichkeit ist ein externer Co-Trainer, die andere ein interner. In Freiburg habe ich gute Erfahrungen damit gemacht, wenn der zweite Co-Trainer eine Doppelrolle hat. Das war bei mir damals Christian Streich, der die U 19 trainiert hat. Das hatte den großen Vorteil, dass die Kommunikation in die Nachwuchsabteilung tagesaktuell und ich über jedes Talent informiert war. Wenn sich diese Möglichkeit hier ergibt, würde ich das in Erwägung ziehen.“

seinen Charakter

Bei der Vorstellungs-Pressekonferenz war deutlich zu spüren, dass Dutt nicht so gerne im Rampenlicht steht, schon gar nicht alleine.

„Um die Trainer wird manchmal ein zu großer Hype gemacht, im positiven wie negativen Sinne. Ich möchte meiner Mannschaft ein Leitbild geben und versuchen, etwas vorzuleben. Neben dem Platz sachlich und eher bescheiden, aber offen. Und auf dem Platz emotional und leidenschaftlich. So würde ich gerne auch meine Mannschaft erleben – als ein Team, das gemeinsam durch dick und dünn geht. Ich lebe schon rund um die Uhr für den Fußball, komme sehr früh ins Büro und gehe spät.“

das Training

Sein Vorgänger Thomas Schaaf hat stets öffentlich trainiert, nur im Abstiegskampf ein paar Geheim-Einheiten eingestreut. Dutt macht es anders.

„Eigentlich musst du den Fans zugestehen, an jedem Training teilhaben zu können. Aber es ist aus professionellen Gründen fast nicht mehr vertretbar, dass du nicht wenigstens eine oder zwei Einheiten nicht-öffentlich abhältst. Viele haben sogar drei, vier Einheiten. So weit wird es bei mir nicht kommen. Fast ein Drittel alle Tore werden über Standards erzielt. Aber wie willst du den Gegner überraschen, wenn er am Rand stehen und zugucken kann? Ich denke, die Fans haben dafür volles Verständnis. Du musst es nur schaffen, ihnen in der übrigen Zeit noch offener entgegenzukommen.“ n mr/csa

Robin Dutt ist neuer Trainer bei Werder Bremen

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