Zuspruch statt Randale

Dutt ist überzeugt: Diese Fans punkten mit

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Robin Dutt musste erst mal tief durchpusten, so beeindruckt war er von den Werder-Fans in Mainz. 

Bremen - Wenn im Weserstadion die Aufstellung verkündet wird, ist auch immer die Nummer 12 dabei. „Das sind wir“, brüllen dann die Fans des SV Werder. Schreien, klatschen, anfeuern – das ist ihr Job. Sie gehören dazu. Und sie punkten mit!

Davon ist jedenfalls Robin Dutt fest überzeugt: „Die Fans haben einen erheblichen Anteil daran, dass wir in der Tabelle einen Vorsprung nach unten haben.“ Und so paradox es auch klingt: Bei Niederlagen sind die Werder-Fans am wertvollsten. Wie das Beispiel Mainz gerade erst gezeigt hat.

Nach der 0:3-Klatsche hatten sich die weitgereisten Bremer nicht abgewendet. Pfiffe? Fehlanzeige! Es wurde auch kein Bus blockiert oder ein Spieler beim Verlassen des Stadions beschimpft. So wie es alles schon in den vergangenen Wochen an anderen Bundesliga-Standorten passiert ist. „Unsere Fans stellen sich völlig anders dar. Sie haben einen ganz anderen Ansatz“, lobt Dutt.

Feierei statt Meckerei im Werder-Block. Ein Großteil der 4 000 Anhänger aus Bremen war auch eine knappe Stunde nach der Niederlage noch in der Coface-Arena und schrie die Verlierer herbei. Um sie zu trösten und aufzumuntern. Mit Erfolg, wie Dutt erklärt: „Das ist es, was uns keine Angst fürs nächste Spiel macht, sondern uns eine motivierende Zuversicht gibt. Denn wir wissen, dass wir auch nach so einem Spiel im nächsten Heimspiel die hundertprozentige Unterstützung haben werden.“ Und weil das nicht zum ersten Mal in dieser Saison so war, schlussfolgert der 49-Jährige: „Ich bin mir sicher, dass sich das mit einigen Punkten in der Tabelle niederschlägt.“

Um es noch deutlicher zu machen, geht Dutt das Thema zusätzlich von der anderen Seite an – von der negativen. „Wenn du nach jeder Niederlage Druck von deinen eigenen Fans hast, wirkt sich das sicherlich nicht positiv auf deine Psyche aus. Und wenn du keine gute Psyche hast, dann wirst du vermutlich weniger Punkte holen. Das können schon die entscheidenden Punkte sein.“

Schon vor einem Jahr waren die Fans der große Bremer Trumpf im Abstiegskampf. Für „Allez Grün“ gab es nicht nur viel Lob, sondern auch den Sportbild-Award für die beste Fanaktion. „Unsere Fans tun alles, um ihren Titel zu verteidigen“, findet Dutt und kann es selbst immer noch nicht so ganz fassen: „Ich habe das so noch nicht erlebt – und ich hatte auch schon Vereine mit tollen Fans. Ich bin immer zu 1 000 Prozent motiviert, aber die Fans hier schaffen es, noch ein bisschen mehr bei mir herauszukitzeln. Das ist außergewöhnlich.“

Aber nicht nur er und sein Team würden von den besonderen Fans profitieren, sondern der ganze Club. Gerade in diesen sportlich nicht ganz so einfachen Zeiten. „Sie sind jetzt der wichtigste Imageträger des Vereins“, betont Dutt – und er hat festgestellt: „Die Leute gehen gerne zu uns ins Stadion. Und der Familienvater kommt gerne mit seinen Kindern, weil es bei uns anders zugeht.“ · kni

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