Petersen und Di Santo als Doppelspitze

Dutt und das Stürmer-Duett: „Es spricht nichts dagegen“

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Gute Miene zum bösen Spiel: Nils Petersen (li.) strahlt auf der Ersatzbank mit Keeper Raphael Wolf um die Wette.

Bremen - Die Torlos-Treter hat Nils Petersen – entgegen seiner Ankündigung – immer noch nicht entsorgt. Seit 1 232 Minuten hat er mit den quietschgrünen Schuhen kein Bundesliga-Tor mehr erzielt.

Mittlerweile haben sie ihn sogar – wie zuletzt beim 0:1 in Dortmund – auf die Ersatzbank gebracht. „Vielleicht wird‘s jetzt wirklich Zeit für einen Wechsel“, sagt Petersen und lacht – spürbar bemüht, seine aktuell angespannte Situation bei Werder Bremen zu überspielen.

Die Lage wird für den besten Bremer Torschützen der Vorsaison (elf Treffer) immer bedrohlicher. In Franco Di Santo hat der Club neue Konkurrenz ins Haus geholt, der Trainer lässt eine Taktik spielen, die Petersen nicht gerade auf den Leib geschneidert ist, und selbst wartet er seit einer Stürmer-Ewigkeit auf ein Erfolgserlebnis – drei Faktoren, die sich zu einer Gefahr summieren. Wird Petersen, der in der vergangenen Saison alle 34 Punktspiele bestritten hatte, jetzt zum Stammgast auf der Bremer Ersatzbank?

So weit denkt der 24-Jährige im Augenblick noch nicht. In Dortmund draußen gesessen zu haben, sei „überraschend“ und „enttäuschend“ für ihn gewesen, sagte Petersen: „Wenn man vorher zwei Spiele gemacht und gewonnen hat, rechnet man nicht damit, auf die Bank zu müssen.“ Aber eine langfristige Prognose daraus ableiten? Nein, das wäre Quatsch, sagte er: „Gegen Dortmund haben wir auf Konter gelauert. Und ich weiß selber, dass ich nicht der Konterstürmer bin.“ Darum habe er draußen gesessen.

Coach Robin Dutt bestätigt: Petersens 1 232 torlose Minuten (zuletzt traf der Stürmer am 16. Februar beim 2:3 gegen Freiburg) „haben bei meiner Entscheidung keine Rolle gespielt. Dass er nicht gespielt hat, hatte taktische Gründe. Er ist ein Typ, der Strafraum-Situationen braucht. Das heißt aber nicht, dass Nils jetzt gegen jedes Spitzenteam draußen bleibt.“

Aber Petersens Stellenwert sinkt natürlich bei Nicht-Einsatz, und er sinkt mit jedem torlosen Einsatz – wenngleich Dutt auch andere Maßstäbe anlegt: „Nils’ Wert definiert sich nicht nur über Tore. Er arbeitet sehr viel für die Mannschaft.“ Es sind die üblichen Streicheleinheiten für Stürmer mit Ladehemmung.

Dass Werder die Offensive in Person von Franco Di Santo personell aufgerüstet hat, ist auch eine Reaktion auf Petersens langen Durchhänger. „Wir haben jetzt einen größeren Konkurrenzkampf, das gefällt mir“, sagt Dutt und lässt durchblicken, dass Petersen sie nahezu konkurrenzfreie Zeit in der vergangenen Saison nicht gutgetan hat. Das – zur Ehrenrettung des Ex-Bayern sei es nicht verschwiegen – hatte er selbst schon eingeräumt und damit einen neuen Stürmer gefordert. Jetzt ist er da, und Petersen sitzt prompt draußen. „Für den Moment“, gibt er zu, „ist das scheiße.“

Werder-Training am Dienstag

Die Frage ist, ob es in Zukunft einen wöchentlichen Ausscheidungskampf zwischen ihm und Franco Di Santo geben wird oder eher ein Miteinander auf dem Platz. Dutt sagt, dass ein Duett durchaus möglich ist: „Es spricht nichts dagegen, dass beide zusammen spielen.“ Als Doppelspitze wie einst Ailton und Claudio Pizarro oder Ailton und Ivan Klasnic oder noch später Klasnic und Miroslav Klose. Noch feilt Dutt beinahe ausschließlich an der Defensive. Wenn er sich irgendwann verstärkt der Offensive widmet, könnte ein solches Konstrukt dabei herauskommen. · csa

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