Rolff zieht nach Köln

Dutt sagt Ja, der DFB noch Jein

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Vor einem Monat schaute Robin Dutt als DFB-Sportdirektor bei Werder vorbei, bald kommt er als Trainer wieder.

Bremen - Robin Dutt wird erwartungsgemäß neuer Trainer des SV Werder Bremen. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat einem Wechsel seines Sportdirektors zwar noch nicht zugestimmt, doch der Verband wird der Bitte seines Angestellten und des Bundesligisten Anfang der nächsten Woche nachkommen.

Es bleibt ihm gar keine andere Wahl, als auch den Nachfolger von Matthias Sammer zurück in die Bundesliga ziehen zu lassen.

Am Mittwoch war das Bremer Geschäftsführer-Trio Klaus Filbry, Klaus-Dieter Fischer und Thomas Eichin nach Stuttgart gereist, um mit Dutt zu verhandeln (wir berichteten). Mit Erfolg. Der 48-Jährige sagte Ja zur Nachfolge von Thomas Schaaf, der nach 14 Jahren seinen Platz räumen musste. Gestern Morgen gingen Werder und Dutt dann in die Offensive. Erst baten sie in einem Telefonat mit DFB-Präsident Wolfgang Niersbach und DFB-Generalsekretär Helmut Sandrock um die Freigabe des Sportdirektors, dann informierten sie die Presse. In Absprache mit dem DFB. Beide Seiten teilten mit, dass sich das Präsidium des DFB „aufgrund der Bedeutung der Personalie“ nicht kurzfristig, sondern erst in der kommenden Woche mit dem Thema beschäftigen wird.

„Wir hoffen sehr, dass es zu einer Freigabe durch den DFB kommt“, ließ sich Eichin zitieren: „Robin Dutt ist unser Wunschkandidat für den Trainerposten. Er erfüllt alle Kriterien, die wir für einen Neuanfang aufgestellt haben. Er kennt sich bestens im Nachwuchsbereich aus, kann auf gute Talentförderung verweisen und hat in der Bundesliga bereits nachgewiesen, dass er eine solche Aufgabe erfolgreich meistern kann.“

Gemeint ist damit Dutts Wirken in Freiburg, wo er das Trainer-Denkmal Volker Finke beerbte, in die Bundesliga aufstieg und den Sportclub im Oberhaus etablierte. Deshalb folgte der Lockruf aus Leverkusen. Doch bei Bayer war nach nicht einmal einer Spielzeit Schluss. Dutt fiel weich, der DFB holte ihn als Sportdirektor und stattete ihn mit einem Vierjahresvertrag aus. Weil der 48-Jährige diesen Vertrauensvorschuss schon nach wenigen Raten nicht mehr zurückzahlt, ist der DFB enttäuscht und lässt den Topangestellten ein bisschen zappeln. Anders als bei Sammer wird es aber keine Überredungsversuche geben. Der Europameister hatte 2011 ziemlich heftig mit dem Hamburger SV geflirtet, dort schon fast zugesagt, um dann nach einer Präsidiumssitzung wieder umzufallen. Ein Jahr später war Sammer dann doch weg – Richtung FC Bayern München.

Nun naht der Abschied von Nachfolger Dutt. Und der wird nicht alleine nach Bremen kommen. Seine Assistenten in Freiburg und Leverkusen, Damir Buric und Marco Langner (Torwart), sollen ihn begleiten. Für die Co-Trainer von Werder, die noch ein Jahr unter Vertrag stehen, dürfte dies das Aus bedeuten. Wolfgang Rolff hat gestern schon verraten, dass er bereits in den nächsten Tagen nach Köln zieht. Die Zukunft von Matthias Hönerbach und Michael Kraft (Torwart) ist unklar. Lediglich Reinhard Schnittker werden gute Chancen eingeräumt, auch unter Dutt Athletikcoach zu bleiben.

Robin Dutt soll der neue Trainer werden

Robin Dutt soll der neue Trainer werden

Die Werder-Profis waren gestern Mittag nach dem Training schon bestens informiert. „Ich glaube, Robin Dutt ist ein guter Trainer, der eine gute Philosophie mitbringt“, meinte Zlatko Junuzovic und fügte noch an: „Für Werder ist es wichtig, möglichst schnell so richtig mit den Planungen starten zu können. Es muss zum Beispiel ein sehr, sehr guter Ersatz für Kevin De Bruyne her.“ · kni/mr

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