Dutt probiert es mit dem modernen 3-5-2 als Alternative / Galvez empfiehlt sich als „Sechser“

Die Raute bleibt als System in Mode

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Neuzugang Fin Bartels hat noch Nachholbedarf im Spiel nach hinten.

Bremen - Robin Dutt hat sich festgelegt. Der Werder-Coach weiß schon, wie sein Team in der kommenden Saison spielen soll. Taktisch nicht anders als in der Rückrunde der vergangenen Bundesliga-Serie. „Die Grundausrichtung wird ein 4-4-2 bleiben“, erklärt der 49-Jährige.

So könnten die zwei Formationen aussehen. 

Die altbekannte Werder-Raute, die Dutt bei seinem Amtsantritt vor einem Jahr eingemottet hatte („passt nicht mehr“), ist nun das Modell der Zukunft. Aber nicht das einzige. Bei den beiden Testspielen während des Trainingslagers im Zillertal gegen Wacker Innbsruck (5:2) und Athletic Bilbao (2:2) wandte Dutt die Raute an und freute sich über spielerische Fortschritte. Und er gewann eine „schöne Erkenntnis“ – nämlich die, dass Neuzugang Alejandro Galvez nicht nur als Innenverteidiger, sondern auch als „Sechser“ spielen kann. „Damit hat er überhaupt keine Probleme“. sagt Dutt und nennt die besonderen Vorzüge des Spaniers: „Seine große Stärke ist es, auch unter Druck ruhig zu bleiben. Manchmal denken wir, es wird knapp – aber er hat immer eine Lösung parat.“

Die anderen Neuen haben noch Nachholbedarf. Izet Hajrovic, gegen Innsbruck als Stürmer eingesetzt, muss vor allem seinen körperlichen Rückstand aufholen. Und Fin Bartels seinen Spielstil aktualisieren. „Offensiv hatte er gute Aktionen, aber defensiv muss er noch mehr seinen Körper einbringen. In der Raute muss er mehr nach hinten arbeiten, als er es bisher kannte. Daran muss er sich gewöhnen“, sagt Dutt.

Wegen seiner Passqualitäten eine Option als Verteidiger im 3-5-2: Felix Kroos.

Die übrigen Bremer kennen die taktischen Vorgaben im 4-4-2 bereits, aber auch sie lernen dazu. Da Werder unberechenbar sein will, sind hin und wieder unterschiedliche Systeme denkbar. „Es kann in einer Saison Situationen geben, wo man mal einen anderen Weg gehen muss“, meint Dutt. Zum Beispiel mit dem 4-1-4-1 oder dem 4-2-3-1, mit dem der Coach im Sommer 2013 bei Werder gestartet war. Damals galt es als Nonplusultra, jetzt ist es nur noch eine Option. Dutt: „Wenn mal viele Spielertypen gleichzeitig in guter Form sein sollten, aber nicht alle in die Raute passen, kann das eine Möglichkeit sein.“ Gleiches gilt für das 3-5-2, das in der Vorbereitung bereits ausprobiert wurde und nicht gleich wieder in der Schublade verschwindet. Dutt nennt es „eine zu testende Variante“. Beim auch bei der WM von einigen Teams praktizierten System steht ganz hinten eine Dreierkette, die bei Ballbesitz des Gegners zu einer Fünferkette wird. Dutt könnte im 3-5-2 von seinen Innenverteidigern Sebastian Prödl, Luca Caldirola, Assani Lukimya und Galvez drei statt nur zwei spielen lassen. „Dann hat man in der Mitte ein Bollwerk“, meint Prödl. Oder der Coach setzt zentral einen passsicheren Aufbauspieler ein – etwa Felix Kroos, der eigentlich Mittelfeldmann ist, aber auch schon in der Abwehrkette ausgeholfen hat. „Wenn ich zentral in einer Dreierkette spielen soll, ist das auch kein Problem“, urteilt Kroos. Gefährlich wird es bei dieser Variante allerdings, wenn der Gegner nach Ballgewinnen blitzschnell umschaltet, Werder in der Defensive noch nicht richtig sortiert ist und dann hinten nur drei Verteidiger bereitstehen. Prödl findet das 3-5-2 grundsätzlich gut: „Es sollte eine Option sein. Wir haben es in Oldenburg und China ausprobiert und die Spiele gewonnen.“ Der Österreicher warnt aber auch: „Es muss perfekt abgestimmt sein.“

Noch wichtiger als das System ist Dutt eine „klare Spielidee“. Wenn man die habe, sei die taktische Formation gar nicht so entscheidend. Wie genau seine Philosophie aussieht, verrät der Bremer Coach nicht – er sagt lediglich: „Wir wollen agieren und nicht reagieren, das kann man auf verschiedene Arten tun. Die Idee hat sich entwickelt, wir haben sie im letzten Drittel der vergangenen Saison gut umgesetzt – und darauf wollen wir in der neuen Saison aufbauen.“ Ein Kernpunkt beim gewünschten Bremer Spielstil ist laut Prödl die Geschwindigkeit: „Wir wollen schnell sein in unseren Aktionen, schnell umschalten. Das ist natürlich sehr laufintensiv, fordert uns viel ab.“

mr

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