Der neue Coach genießt den Trainingsauftakt

Dutt legt los – mit Spaß, mit Euphorie, mit harter Arbeit

Da geht's lang: Robin Dutt gibt Anweisungen an die Spieler

Bremen - Als der erste Trainingstag als Werder-Coach rum war, wusste Robin Dutt wieder, was berufliche Zufriedenheit ist. „Es hat richtig Spaß gemacht“, sagte der Mann, der sich mit einem Engagement beim Deutschen Fußball-Bund vergaloppiert hatte und diesen Fehler mit dem Wechsel nach Bremen korrigierte. Als Nachfolger von Thomas Schaaf, ohne Scheu vor dem Erbe. Gestern legte Dutt los. Und genoss es, endlich wieder auf dem Platz zu stehen.

Wahlweise hielt er die Arme vor der Brust oder hinter dem Rücken verschränkt, während um ihn herum die Profis flitzten, schwitzten und versuchten, einen möglichst guten ersten Eindruck beim neuen Chef zu hinterlassen. Die bislang einzigen Neuverpflichtungen Cedric Makiadi und Luca Caldirola fehlten zwar noch – ebenso 13 weitere Profis, die entweder verletzt sind oder verlängerten Urlaub genießen –, aber auch der 18 Spieler umfassende Rumpfkader stellte Dutt in seiner Beobachterpose vollauf zufrieden. „Ich hätte unseren jungen Wilden noch eine Stunde und länger zusehen können, aber das hätten sie wohl nicht mehr geschafft. Alle haben richtig Gas gegeben“, lachte Dutt, der seine Belegschaft zum Trainingsauftakt nicht geschont hatte.

Der Laktattest am Morgen, dann das eineinhalbstündige Training am Nachmittag – es geht gleich in die Vollen bei Werder. Doch begonnen hatte der Tag mit einer Ansprache des Coaches an die Spieler. „Erfrischend“ sei die gewesen, berichtete Sebastian Mielitz. „Das ist bei jedem gut angekommen. Er ist voller Euphorie – das ist das, was wir auch brauchen“, so der Torhüter weiter. Als „durchweg positiv“ bewertete Kapitän Clemens Fritz den Premierenauftritt des neuen Trainers vor der Mannschaft: „Ich habe einen sehr guten Eindruck von ihm und seinem Team.“ Mit Dutt nahmen gestern auch Co-Trainer Damir Buric und Torwartcoach Marco Langner ihre Arbeit bei Werder auf.

Das erste Training unter Dutt

1. Werder-Training mit Robin Dutt

Was es war, das bei den Spielern so gut ankam? Dutt verriet‘s: „Ich habe an die letzten Wochen der vergangenen Saison erinnert. Da hatte man als Betrachter von außen das Gefühl gehabt, ganz Bremen hält zusammen. Da hat sich eine sehr positive Energie entwickelt – und die müssen wir weiter nutzen.“ Alle(z) Grün also auch unter Dutt? Der 48-Jährige hätte nichts gegen eine Aufbruchstimmung einzuwenden. Er braucht sie sogar, um die trüben Gedanken und Abstiegssorgen der vergangenen Saison zu verscheuchen.

Der Anfang war gestern so schlecht nicht. Knapp 250 Fans hatten den grundsätzlich ereignisarmen Laktattest am Morgen beobachtet, ungefähr die gleiche Anzahl kam später auch zum richtigen Training. „Das ist mehr als damals in Freiburg und Leverkusen. Und auch mehr als bei den Stuttgarter Kickers. Aber nicht so viele wie bei Bayern München, doch das verstehen wir“, witzelte Dutt.

Fotostrecke: Werder in neuen Trikots und beim Laktattest

Laktattest und neue Trikots

Ohnehin verströmte er gute Laune und eine unbändige Lust auf die Arbeit. Beim Laktattest untätig rumzustehen, war für ihn beinahe nicht erträglich. Fitnesstrainer Reinhard Schnittker hatte das Sagen, „ich habe eigentlich nur ein paar Small Talks geführt“, meinte Dutt. Er nahm mal diesen, mal jenen Spieler kurz zur Seite, schüttelte ansonsten die Hände derer, die ihn begrüßen wollten. Dazu gehörte auch das neue U 23-Trainergespann Victor Skripnik und Torsten Frings.

Robin Dutt ist also angekommen in Bremen – doch Montag ist er auch schon wieder weg. Auf nach Norderney! Das Trainingslager auf der Insel hat ihm Vorgänger Thomas Schaaf vermacht. Doch der Nachfolger hat damit kein Problem. Zwar stammt er selbst aus dem Süden der Republik, „aber ich weiß, wie Salzwasser schmeckt“, sagte Dutt. Was er noch weiß, ist, dass Norderney ein idealer Ort ist, um Fußballern zur nötigen Fitness zu verhelfen: „Im Süden brauchst du bei den Laufeinheiten Gewichte, auf Norderney reicht der Gegenwind.“

Die fünf Tage auf der Urlaubsinsel werden aber nicht nur aus körperlicher Qual bestehen, versprach der Cheftrainer gestern: „Neben harter Arbeit wird das Kennenlernen der große Schwerpunkt des Trainingslagers sein.“ Denn auf alle, so sagte es Clemens Fritz, „wartet in den kommenden Wochen viel Neues“. · csa

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