Werder-Coach denkt an das Mainzer Modell

Dutt kontert Burdenski-Kritik

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Gegen Bayern München im Werder-Tor – für Raphael Wolf ist das Chance und Gefahr zugleich.

Bremen - Vom großen medialen Wirbel um den Torhüterwechsel ist Robin Dutt als erfahrener Trainer nicht überrascht, dafür aber von der harschen Kritik von Dieter Burdenski (wir berichteten).

Werders Torwartlegende hatte Dutts Entscheidung, Sebastian Mielitz zu diesem Zeitpunkt zu degradieren als falsch bezeichnet und dem Coach vorgeworfen, bei der Begründung nicht ganz die Wahrheit gesagt zu haben. „Ich schätze Dieter Burdenski sehr. Aber ich muss als Trainer Entscheidungen treffen. Wichtig ist mir, dass ich bei allen sportlich harten Entscheidungen auch den menschlich richtigen Weg finde. Da habe ich mir nichts vorzuwerfen“, sagt Dutt.

Beim Thema Begründung fühlt er sich „falsch interpretiert“, betont der 48-Jährige und stellt klar: „Sebastian Mielitz ist nicht rausgenommen worden, weil er dem Druck nicht standhält.“ Vor dem Hoffenheim-Spiel hatte sich das allerdings noch ganz anders angehört: „Wir hatten alle den Eindruck, dass Sebastian einfach mal Zeit und Ruhe braucht.“ Und nach der Partie hatte Dutt – gewollt oder ungewollt – Mielitz in den Verdacht gerückt, der Situation psychisch nicht gewachsen zu sein: „Er braucht jetzt Zeit zur Selbstreflektion. Warum wir ihn konkret schützen, werde ich aber nicht öffentlich sagen.“

Offenbar hatte Dutt schon länger mit einem Wechsel geliebäugelt. „Das letzte Spiel ist nicht der alleinige Grund, es ist ja keine Be-strafung“, spricht Dutt die beiden folgenschweren Mielitz-Fehler bei der 2:3-Pleite gegen Mainz an, um dann anzufügen: „Aber wenn er das letzte Spiel überragend gehalten hätte, dann wäre es ein noch schlechterer Zeitpunkt gewesen.“

Ersatzmann Raphael Wolf soll nun bis Weihnachten beweisen, wie bundesligatauglich er ist. Und dann, so ist es Dutts Ziel, will der Trainer im Januar nach einem Zweikampf in der Vorbereitung vor dem ersten Rückrundenspiel gegen Braunschweig in seiner Kabine sitzen und denken: „Eijeijei – ,Miele‘, das hat geklappt. Super! Und der Rafa ist auch gut. Werder kann man wünschen, dass es so eintritt. Aber wir werden uns überraschen lassen müssen, ob diese Maßnahme aufgeht.“

Und wenn nicht? Darüber will Dutt nicht sprechen, weil er grundsätzlich positiv denkt und von der Klasse seiner Keeper überzeugt ist. Das betont er explizit auch im Fall der bisherigen Nummer eins: „Das Thema Mielitz ist hier nicht erledigt. Es gibt keinen Torhüter, der mir einfällt, der diese Erfahrung nicht machen musste. Diese Erfahrung wird ihn stärker machen. Und wenn sie ihn stärker gemacht hat, dann wird er ein sehr guter Bundesliga-Torhüter sein.“

Möglicherweise wird es auch ein längerer Prozess – mit häufigeren Wechseln im Tor. „Bei Feldspielern ist das normal, dass man mal einen für ein, zwei Spiele rausnimmt, um ihn zu kitzeln. Ich weiß nicht, warum das bei Torhütern nicht funktionieren soll“, fragt Dutt und verweist auf das Beispiel Mainz: Dort stritten sich Heinz Müller und Christian Wetklo jahrelang um den Platz zwischen den Pfosten. „Sehr erfolgreich“, wie Dutt findet.

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In den nächsten drei Spielen hat der Werder-Coach aber keinen Wechsel geplant. Das ist Wolfs Chance – eine durchaus gefährliche, weil die Tormaschine aus München kommt. Doch Dutt hat keine Angst, dass der neue Mann sein zweites Bundesliga-Spiel nicht schadlos übersteht: „Warum soll er nach dem Spiel verbrannt sein, wenn er ein gutes Spiel macht? Jede Woche hauen die Bayern irgendwelchen Torhütern die Dinger rein. Danach war kein Torhüter verbrannt.“ · kni

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