Dutt kämpft um Hunt

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Klarer Konter: Robin Dutt reagierte bei „Werder direkt“ energisch auf die Kritik an Aaron Hunt und sprach sich für eine Vertragsverlängerung des Vizekapitäns aus. ·

Riede - Es wirkte fast so, als hätte Robin Dutt auf diese Frage gewartet. Dann kam sie aus dem Publikum – und der Bremer Coach setzte zu einem mehrminütigen Plädoyer an. Bei der Talkrunde „Werder direkt“ am Dienstagabend im Gasthaus „Scholvin-Ortmann“ in Riede verteidigte der 48-Jährige seinen Vizekapitän Aaron Hunt nicht nur vehement gegen die Fan-Kritik. Er sprach sich auch klar für eine Vertragsverlängerung mit dem Mittelfeldmann aus. Dutt kämpft leidenschaftlich um Hunt, dessen Kontrakt im kommenden Sommer ausläuft.

Dass der 27-Jährige bei den Fans seit Jahren unter besonderer Beobachtung steht, war auch in Riede wieder zu spüren. Nach der Wortmeldung von Detlev Meyer aus Oyten, der unter anderem Hunts Körpersprache bemängelte, gab es Applaus im Saal. Und dann konterte Dutt energisch. „Spieler wie Aaron sind ein Phänomen. Fast jeder Verein hat so einen, der sehr kritisch gesehen wird“, meinte der 48-Jährige und fügte an: „Der Prophet im eigenen Land zählt oft nichts. Ich hoffe nicht, dass sich Aaron davon anstecken lässt und irgendwann mal dahin geht, wo er mehr wertgeschätzt wird. Denn Werder braucht ihn ganz sicher. Wenn er nicht mehr da wäre, würden wir ihn vermissen.“

Wieder klatschten die Zuhörer, diesmal für Dutt und seine Verteidigungsrede. Der neue Coach setzt voll auf Hunt, den er vor der Saison als „Offensiv-Kapitän“ ausgerufen und ihn mit allen Freiheiten ausgestattet hat. Der offensive Mittelfeldmann stand immer in der Startelf, hat in zehn Spielen jedoch noch nicht selbst getroffen und nur eine Vorlage geliefert. Dutt schaut aber nicht nur auf diese Statistik und lobt: „Aaron ist immer einer der drei Spieler, die am meisten laufen. Und er ist an den meisten gefährlichen Situationen beteiligt. Aaron ist ein Spieler mit außergewöhnlicher Qualität.“

Findet auch Thomas Eichin. Dass Hunt in Sachen Effektivität hinterherhinkt, beunruhigt den Bremer Sportchef nicht. Hunt arbeite sehr viel für die Mannschaft, was ein wenig zu Lasten der eigenen Produktivität gehe. „Wir studieren viele neue Dinge ein, Aaron geht vorbildlich mit den Vorgaben des Trainers um. Ich sehe keinen Anlass, seine Leistung zu kritisieren“, sagte Eichin gestern auf Nachfrage. Der 47-Jährige will Hunt – ebenso wie Dutt – in Bremen halten und hat schon mal beim Spieler und dessen Berater vorgefühlt: „Die Bereitschaft, gemeinsam weiterzumachen, ist auf beiden Seiten da. Aaron hat das absolute Werder-Herz. Als es vergangene Saison um die Wurst ging, war er da. Ich sehe ihn lieber hier als woanders, grundsätzlich wollen wir ihn auf jeden Fall behalten.“

Und trotzdem verspürt Eichin keine Eile: „Wir warten noch ein bisschen die weitere Entwicklung ab. Für beide Seiten ist es wichtig zu wissen, wohin die Reise geht.“

Die Bilder der Talkrunde

Talkrunde "Werder direkt" in Riede mit Dutt und Bode

Knackpunkt bei den Verhandlungen kann das Gehalt sein. Seinen letzten Vertrag hat Hunt, seit 2004 bei den Profis und damit mit Abstand der Dienstälteteste aus dem aktuellen Kader, im Februar 2010 unterschrieben. Mit geschätzten 2,6 Millionen Euro pro Jahr stieg er in den Dunstkreis der Topverdiener auf. Damals spielte Werder aber noch international. mr

Sprüche in Riede

„Mirko Votava musste damals immer seinen Reisepass vorzeigen, wenn er über die Mittellinie nach vorne wollte.“

Ex-Profi Marco Bode über die Unterschiede zwischen der damaligen und der heutigen Art des Fußballs.

„Der SC Freiburg kann noch 100 Jahre spielen – alle zusammen werden diese Titel nicht erreichen.“

Der sichtlich beeindruckte Werder-Trainer Robin Dutt nach der Vorstellung von Marco Bode samt Auflistung seiner Erfolge.

„Da stellt man fest, wie viel Unsinn ein Trainer so redet. Vier Jahre mich selbst trainiert zu haben, hat mir gezeigt, dass ein Spieler nicht alle Dinge, die der Trainer vorgibt, auch umsetzen kann.“

Robin Dutt über den Beginn seiner Übungsleiter-Laufbahn als Spielertrainer der TSG Leonberg in der Bezirksliga.

„Wenn ein Werder-Fan nach einer 0:3-Niederlage keine Sorgen hat, ist er auch kein richtiger Fan.“

Dutt über die Gemütslage der Anhänger nach dem 0:3 in Wolfsburg.

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