5 Tage auf Norderney

Dutt entdeckt einen „richtig guten Teamgeist“

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Robin Dutts Blicken entging nichts: Auf Norderney gefiel ihm die „sehr harte und professionelle Arbeit“ seines Werder-Teams. ·

Norderney, circa 23.00 Uhr. Im Restaurant des Hotels Georgshöhe brennt noch Licht. Ein Blick von der Promenade verrät, wer da hinter den großen Glasscheiben zu später Stunde sitzt und diskutiert.

Robin Dutt und sein Co-Trainer Damir Buric. Feierabend? Fachgespräch? „Das ist bei uns eine fließende Angelegenheit“, lacht Dutt, „manchmal weiß man nicht so genau: Ist das noch Arbeit oder schon Freizeit.“ Der Verdacht ist naheliegend, dass es für das Gespann im ersten Trainingslager ihrer Amtszeit nur ein Thema gab: Fußball. Im Interview fasst Robin Dutt seine Eindrücke von der Mannschaft zusammen und blickt auf das am Sonntag beginnende zweite Trainingslager im Zillertal voraus.

Fünf Tage auf Norderney – Ihr Urteil, bitte!

Robin Dutt:Mir hat an der Mannschaft gefallen, dass wir in der Zusammenarbeit gleich eine sehr gute Balance hatten. Wir waren entspannt, aber wenn die Übungen losgingen, sehr hart und professionell. Es macht Spaß mit diesen Spielern. Wir haben sehr gut gearbeitet.

Das gegenseitige Kennenlernen sollte ein Schwerpunkt der Norderney-Tage sein. Wie ist die Chemie zwischen Ihnen und den Spielern?

Dutt:Es passt bisher. Wir können miteinander flachsen, aber auch hart arbeiten. Die Messlatte für den gemeinsamen Umgang hat die Mannschaft damit selber hoch gelegt. Ich erwarte jetzt natürlich, dass sie diese Messlatte immer erreicht.

Sie hatten sich vorgenommen, sehr viele Einzelgespräche zu führen. Haben Sie Ihr Programm geschafft?

Dutt:So ziemlich. Mit dem einen habe ich mich vielleicht mal eine halbe Stunde in Ruhe auf dem Zimmer unterhalten können. Aber manchmal haben auch zehn Minuten beim Kaffee oder ein kurzes Gespräch auf dem Trainingsplatz gereicht. Ich bin zumindest einmal rumgekommen. Grundsätzlich habe ich viel von dem Einzelnen erfahren. Es ist ja auch interessant zu wissen, wer schon Kinder hat, wer nicht. Wenn einer unausgeschlafen zum Training kommt, muss er ja nicht durchgefeiert haben. Kann ja auch sein, dass das Kind die Nacht geschrien hat. Auch das muss man als Trainer wissen.

Sie waren besonders auf die jungen Spieler im Kader gespannt. Sind Sie wie Damir Buric von deren Qualität positiv überascht?

Dutt:Ich habe schon mal gesagt: Es gibt keinen Grund, weshalb die jungen Spieler hier untalentierter sein sollten als anderswo. Das habe ich nochmal bestätigt bekommen. Die Jungs können schon was.

Ein großes Thema der vergangenen Saison war der Teamgeist. Haben Sie ihn auf Norderney entdeckt?

Dutt:Ich kann überhaupt nicht bestätigen, dass es in diesem Bereich Probleme gibt. Im Gegenteil: Mein Eindruck ist, dass wir einen richtig guten Teamgeist haben. Zudem sind die Spieler diszipliniert und pünktlich. Ich musste nicht eine Ansage in diese Richtung machen. Ich kann für die erste Woche wirklich auf alle ein Loblied sind – aus Überzeugung.

Schon morgen geht es weiter nach Österreich ins Zillertal. Dann sind auch die Nationalspieler, die auf Norderney noch gefehlt haben, dabei. Auf welche Trainingsbereiche werden Sie dort den Fokus legen?

Dutt:Wir haben auf Norderney relativ wenig im taktischen Bereich gearbeitet. Natürlich haben wir individuell-taktisch immer wieder mit den Spielern gesprochen, aber das waren nur kleine Dinge. Wenn nun auch die Nationalspieler dabei sind, werden wir mannschafts- und gruppentaktisch sehr schnell und früh Gas geben müssen.

Eine zweite Phase des Beschnuppern mit denen, die Sie noch nicht kennen, wird es also nicht geben?

Dutt:Die Nationalspieler haben sicher ein bisschen den Nachteil, dass sie erst jetzt kommen und es sofort mit der taktischen Arbeit los geht. Mir wäre es an und für sich lieber, wir könnten noch drei, vier Tage entspannter an die Situation herangehen. Aber die Zeit haben wir nicht. Doch dadurch, dass wir schon ein ganz stabiles Gerüst haben, hoffe ich, dass das gut klappt. Vielleicht war es auch gar nicht so schlecht, dass wir uns erstmal in der etwas reduzierten Gruppe kennenlernen konnten. Jetzt kann man sich in den nächsten Tagen mehr um die kümmern, die noch gefehlt haben.

Auf Norderney wurden die körperlichen Grundlagen für die Saison gelegt. Die Nationalspieler müssen also noch aufholen?

Dutt:Das muss nicht unbedingt sein. Man kann auch sagen, dass die, die auf Norderney waren, nur aufgeholt haben, was die Nationalspieler durch die Trainingseinheiten und Spiele nach der Saison an Vorsprung hatten. Das ist wirklich eine individuelle Sache. Ich hoffe, dass nach zwei, drei Tagen im Zillertal alle auf einem Niveau sind.

Norderney war Neuland für Sie…

Dutt: …dafür kenne ich mich wiederum im Zillertal bestens aus. Mit Bayer Leverkusen war ich im gleichen Hotel und auf dem gleichen Trainingsplatz wie nun mit Werder. Die Bedingungen dort sind sehr gut, der Trainingsplatz ist ordentlich, zum Hotel muss man nur einmal quer die Straße. Und in Österreich weiß man auch, wie man Essen kocht. Wobei ich auf Norderney als Fischfreund schon ganz gut aufgehoben war.

Tag 5 im Trainingslager

Werder Trainingslager - Tag 5

Demnach werden Sie die Tradition Bremer Trainingslager auf der Insel auch im nächsten Jahr fortsetzen?

Dutt:Insgesamt gibt es keinen Grund, nicht wieder hierher zu gehen. · csa

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