Werder und Hoffenheim haben vor Pokal-Hit Talfahrt gestoppt

Das Duell der Auferstandenen

Lebte den Einsatz vor: Werder-Kapitän Torsten Frings.

Werder-Bremen - Von Arne Flügge (Eig. Ber.) · Viel Zeit zum Feiern blieb den Spielern auf der Grün-Weißen Nacht nicht. Zapfenstreich um Mitternacht hatte Werder Bremens Trainer Thomas Schaaf seinen Profis verordnet. Schließlich steht bereits morgen (19 Uhr) mit dem Heimspiel im DFB-Pokal-Viertelfinale gegen 1899 Hoffenheim die nächste schwere Aufgabe auf dem Programm.

Doch bevor gestern Morgen bei eisigen Temperaturen die Vorbereitung auf den Pokalfight begann, hatten Spieler und Verantwortliche nach dem 2:1-Erfolg gegen Hertha BSC zunächst mal kräftig durchgepustet. Nach fünf Niederlagen in Folge und sieben sieglosen Spielen war die Talfahrt dank des späten Siegtreffers von Claudio Pizarro (81.) gestoppt worden. „Uns allen ist ein riesiger Stein vom Herzen gefallen. Das war in der Kabine spürbar“, sagte Mittelfeldspieler Peter Niemeyer: „Hätten wir dieses Spiel nicht gewonnen, wäre die ganze Saison versaut gewesen.“

So aber haben die Bremer den Anschluss zu Platz fünf gehalten und – was noch viel wichtiger ist – neues Selbstvertrauen getankt. „Wir haben nach dem schnellen 1:1 Moral bewiesen und uns nicht hängen lassen. Der Zusammenhalt war da. Und dafür sind wir belohnt worden“, freute sich Torsten Frings, der selbst mit unheimlich viel Einsatz und Leidenschaft vorweg marschiert war. Der Sieg gegen die Berliner sei aber nur ein Anfang gewesen, warnte der Kapitän vor einer zu großen Euphorie: „Es war nur ein erster, kleiner Schritt heraus aus der Krise.“ Auch Thomas Schaaf trat auf die Bremse: „Wir werden jetzt nicht durchdrehen und auch nichts verdrehen.“ Denn „spielerisch hat noch einiges gefehlt“, hat Mittelfeldspieler Aaron Hunt erkannt.

Gleichwohl ist die Bremer Brust wieder ein Stück breiter geworden, was angesichts der anstehenden Aufgaben auch nicht schaden kann. „Jetzt kommen die wichtigen Wochen mit dem Pokal, der Liga und der Europa League. So ein Sieg gibt uns den nötigen Schwung dafür“, glaubt Marko Marin. Der Bremer Angreifer hatte Werder in der 66. Minute gegen Hertha in Führung geschossen und gehörte zu den besten Spielern auf dem Platz. „Wir müssen jetzt alle noch eine Schippe drauflegen, dann werden wir auch gegen Hoffenheim gut aussehen“, meinte Marin.

Die Situation beim Gast ist mit der der Bremer durchaus vergleichbar – und so kommt es morgen Abend im Weserstadion quasi zum Duell der Auferstandenen. Denn auch die Mannschaft von Trainer Ralf Rangnick hatte sich in eine Krise manövriert. Wie Werder waren die Hoffenheimer zuletzt in der Liga sieben Mal sieglos geblieben und hatten dabei vier Niederlagen in Folge kassiert. Mit dem 2:1 am Samstag gegen Hannover 96 gelang dann ebenfalls der Befreiungsschlag. Und der hat bei den Spielern enormes Selbstvertrauen freigesetzt. „Wir fahren nach Bremen, um da zu gewinnen“, sagte Kapitän Sejad Salihovic. Und Trainer Rangnick ergänzte: „Mit diesem Sieg erhöht sich die Chance, dass wir in Bremen und dann auch in Bochum etwas holen. Es kommt jetzt darauf an, eine Serie zu starten.“ Allerdings muss Rangnick sein Team umbauen. Rechtsverteidiger Andreas Beck zog sich gegen Hannover einen Innenbandriss im rechten Knie zu und fällt vier bis fünf Wochen aus. Chinedu Obasi steht den Hoffenheimern wegen einer Syndesmoseband- und Kapselverletzung etwa drei Wochen nicht zur Verfügung.

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