Özil, Marin und Hunt haben Bundestrainer Löw mit ihrer Fußball-Show überzeugt

Ein Dreigestirn für Südafrika?

      Mesut Özil (oben), Marko Marin (li.) und Aaron Hunt sind bei Werder ein Trio infernale – setzt jetzt auch Bundestrainer Joachim Löw auf die geballte      Bremer Offensiv-Power?Fotos: nph, imago (2)       

Werder-Bremen - Von Carsten Sander · Das wirklich knackige Schlagwort ist noch nicht gefunden. Vielleicht „Turbo-Trio“? Oder „Weser-Wirbelsturm“? „Bremer Dreierbande“? Auf Mesut Özil, Marko Marin und Aaron Hunt trifft alles zu – Hauptsache, es ist positiv und drückt aus, was sie im Trikot von Werder Bremen leisten und zeigen: Spektakel, pure Freude am Fußball und Tore. Vor allem Tore – als Vorbereiter oder Vollstrecker.

Özil (21 Jahre), Marin (20) und Hunt (23) sind mehr als Diegos Erben, sie sind die Spaßmacher dieser Saison. Und als Arbeitsgemeinschaft die große Entdeckung. Am Samstag könnten sie im Länderspiel gegen Chile (20.30 Uhr in Köln) erstmals auch zusammen für Deutschland zaubern.

Eine Offensive mit drei Bremern – das wäre ein Novum in der Nationalelf. Ob Bundestrainer Joachim Löw allerdings tatsächlich so weit gehen wird, ist noch offen. Aber er hat zum gesetzten Özil und dem zwischen Bank und Startelf schwebenden Marin erstmals auch Hunt nominiert. Ihm räumte Löw gestern gute Chancen ein, gegen Chile zu spielen. „Das ist durchaus vorstellbar“, sagte der DFB-Coach in Herzogenaurach. Wieso sonst hätte er das Werder-Eigengewächs (kam als 15-Jähriger aus Goslar nach Bremen) auch berufen sollen?

Löw hat sich von der Show und der Quote der drei Bremer überzeugen lassen. Starke Dribblings, flüssige Kombinationen, hohe Effektitiviät – daran kann kein Trainer der Welt vorbeischauen. Mesut Özil mit sieben Toren und elf Assists in 18 Pflichtspielen sticht heraus. Aaron Hunt folgt mit ebenfalls sieben Treffern sowie sieben Assists in 20 Partien. Marin kommt in 21 Einsätzen auf ein Tor und fünf Vorlagen. Zahlen, die beweisen, dass das Trio bei Werder nahezu optimal funktioniert – natürlich auch, weil Claudio Pizarro als Torjäger internationaler Klasse eine perfekte Ergänzung darstellt.

Dass er einen peruanischen und keinen deutschen Pass besitzt, mag ein Grund sein, weshalb Werder-Boss Klaus Allofs nicht daran glaubt, dass das Bremer System eins zu eins auf die Nationalmannschaft übertragbar ist. „Oft kann man das nicht einfach von einer Vereinsmannschaft in eine Auswahl übernehmen“, sagt er: „Die Vorgaben sind meistens andere.“ Gleichwohl kann er sich dem Reiz, das Bremer Dreigestirn auch im DFB-Dress spielen zu sehen, auch nicht verschließen: „Es wäre schön, wenn es so käme. Die Drei verstehen sich.“ Trainer Thomas Schaaf plädiert sogar leise für den Versuch gegen Chile am Samstag oder in einer Woche gegen die Elfenbeinküste. „Bei uns funktioniert’s doch. Mir hat sich nie die Frage gestellt, ob es mit allen zusammen geht.“ Und Marko Marin sagt’s laut: „Man müsste es mal ausprobieren.“

Dann aber tatsächlich jetzt. Denn viel Zeit für Experimente bleibt nicht mehr. Nach dem aktuellen Länderspiel-Doppelpack folgt bis zur Nominierung des WM-Kaders nur noch ein weiteres Länderspiel (3. März 2010 gegen Argentinien). Dann fallen die Würfel – für Özil, der sich seiner Sache ziemlich sicher sein kann, für Marin, der durchaus bangen muss und für Hunt, der nach einem jahrelangen Anlauf bis zur erstern Nominierung nun der große Herausforderer ist. Piotr Trochowski und Christian Gentner sind aus dem aktuellen Kader die Kandidaten, die er verdrängen könnte/müsste. Im Weg stehen aber auch Bastian Schweinsteiger oder Lukas Podolski.

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