Unbequeme Pokal-Aufgabe gegen Illertissen / Drei Neue drängen in die Startelf

Bartels ahnt schon: „Es wird wieder eklig“

+
Fit genug? Das ist die Frage bei Izet Hajrovic.

Bremen - Wagt Robin Dutt das Risiko? Im DFB-Pokalspiel morgen (14.30 Uhr) bei Regionalligist FV Illertissen bietet der Werder-Trainer in Izet Hajrovic, Fin Bartels und Alejandro Galvez vermutlich gleich drei seiner vier Neuen auf – und alle in der Mittelfeld-Raute. Das ist dann vor allem auf den Halbpositionen eine ziemlich offensive Variante. Angriff ist gegen einen unterklassigen Gegner die beste Verteidigung – so wollen die Bremer das vierte Erstrunden-Aus in Folge verhindern.

Fin Bartels fühlt sich in der Raute inzwischen wohl.

Selbst Galvez spielt weiter vorne, als es bei seiner Verpflichtung zu erwarten gewesen war. Der 25-jährige Spanier, eigentlich als Innenverteidiger von Rayo Vallecano aus der Primera Division geholt, kommt als einziger „Sechser zum Einsatz – das glaubt er auch selbst schon: „Wenn ich spiele, dann wohl da.“ Dass er spielt, steht völlig außer Frage. Trainer Robin Dutt hat dem drahtigen 1,90-Meter-Mann sofort vertraut. In den Tests durfte sich Galvez einspielen – aber nicht in der Abwehrzentrale, sondern im defensiven Mittelfeld. „Das hat mich schon ein bisschen überrascht“, gesteht der Spanier: „Aber inzwischen klappt es gut.“ Auch mit der Kommunikation. „Wir sprechen auf dem Platz Deutsch miteinander. Links, rechts, Hintermann – die wichtigsten Kommandos kann ich schon.“

Morgen wird Galvez wieder viel mit dem vor ihm spielenden Zlatko Junuzovic reden, aber auch mit den Kollegen links und rechts neben ihm – und das sind, so die Trainingseindrücke, zwei weitere Bremer Neuzugänge. Nach eher misslungenen Experimenten als zweite Spitze ist Izet Hajrovic inzwischen auf seiner Lieblingsposition gelandet. Von halbrechts kann der bosnische Nationalspieler nach innen ziehen und mit seinem starken linken Fuß Unheil beim Gegner anrichten. Fraglich ist jedoch, ob der wegen der WM später in die Vorbereitung eingestiegene 23-Jährige seinen Rückstand schon komplett aufgeholt hat. Hat er das nicht, würde er auch als „Joker“ infrage kommen. Hat er das, wird der Neuzugang von Galatasaray Istanbul auch auflaufen.

Auf der anderen Seite scheint Fin Bartels die Nase vorn zu haben. Der 27-Jährige war vom FC St. Pauli ein 4:2:3:1-System gewohnt und musste in der Werder-Raute erst mal „meine Rolle finden“. Mittlerweile sagt er: „Ich fühle mich da wohl, das kann meine Position sein.“ Letzter verbliebener Konkurrent ist derzeit Cedric Makiadi. Ludovic Obraniak, der in der Vorbereitung oft halblinks spielte, fällt wegen seiner Adduktorenprobleme für die Pokal-Partie aus. Gut für Bartels, doch der gebürtige Kieler mag solche Formulierungen nicht: „Ich will mich hier auch durchsetzen, wenn alle fit sind.“

„Wenn ich spiele, dann wohl da.“ Alejandro Galvez rechnet mit einem Einsatz im defensiven Mittelfeld.

Die erste große Bewährungsprobe gibt es morgen. „Wir sind alle heiß und wollen, dass es endlich losgeht“, betont Bartels, der gerne auch seine eigene Pokal-Bilanz ein bisschen aufpolieren will. In den vergangenen vier Jahren war er ähnlich erfolglos wie Werder, flog mit St. Pauli drei Mal in der ersten Runde raus – gegen Chemnitz, Trier und Münster. Warum, weiß er selbst nicht so genau. „Das ist schwer zu erklären. Sicher haben wir auch mal einen Gegner unterschätzt“, gibt Bartels zu. Alle drei Gegner waren „eklige Mannschaften“, sagt er und meint damit: unbequem zu spielen. Genau wie nun Illertissen. „Da wird’s wieder eklig“, prophezeit der 27-Jährige. Trotzdem ist er fest davon überzeugt, dass Werder und er diesmal nicht stolpern: „Wir hatten alle unsere negativen Erlebnisse und werden keinen Gegner auf die leichte Schulter nehmen. Wir wollen gleich zeigen, wer Herr im Hause ist.“

Die Fakten zum Spiel

• Der FV Illertissen tritt in dieser Saison zum zweiten Mal im DFB-Pokal an – bei der ersten Teilnahme im vergangenen Jahr gab es ein 0:2 gegen Eintracht Frankfurt.

• Neben den Neuzugängen Izet Hajrovic und Alejandro Galvez gibt morgen ein dritter Bremer seine Pokalpremiere: Torwart Raphael Wolf.

• Werder ist zwar in den vergangenen drei Jahren jeweils in der ersten Runde gescheitert, blieb aber in den letzten 36 Pokalspielen nur ein einziges Mal ohne eigenen Treffer – im Pokalfinale 2010 beim 0:4 gegen den FC Bayern.

• Die Bremer treten morgen zum zweiten Mal im Donaustadion in Ulm an – die Erinnerungen an die Premiere sind nicht gut. In der Bundesliga-Saison 1999/2000 verlor Werder beim SSV Ulm mit 1:2.

• Timo Gerach heißt morgen der Schiedsrichter. Der 27-jährige Betriebswirt aus Landau-Queichheim ist seit 2010 DFB-Schiedsrichter und pfeift für den FV Queichheim.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Haben sich Ihre Fingernägel so verändert? Dann sofort zum Arzt!

Haben sich Ihre Fingernägel so verändert? Dann sofort zum Arzt!

Google Pixel 2 und Pixel 2 XL im Test

Google Pixel 2 und Pixel 2 XL im Test

Pizarros Treffer gegen Werder

Pizarros Treffer gegen Werder

FCB-Trainingsbilder: Vidal im Abschlusstraining dabei

FCB-Trainingsbilder: Vidal im Abschlusstraining dabei

Meistgelesene Artikel

„Das Abstiegsgespenst als Reisebegleiter? Nein, danke!“

„Das Abstiegsgespenst als Reisebegleiter? Nein, danke!“

Sargent verliert mit USA bei U17-WM

Sargent verliert mit USA bei U17-WM

Kein Trainingslager

Kein Trainingslager

Das passiert am Samstag

Das passiert am Samstag

Kommentare