Völkers/Allendörfer, „dumme“ Wurfbilder und Mosels Erkrankung begründen Barnstorfer 25:30 in Beckdorf

Drei HSG-Baustellen sind zu viel

Werder-Bremen - Aus Beckdorf berichtetGerd TöbelmannBECKDORF · Nach fünf Siegen in Serie hat es den Handball-Regionalligisten HSG Barnstorf/Diepholz erwischt: Das Team von Trainer Heiner Thiemann verlor am Samstag beim abstiegsgefährdeten SV Beckdorf mit 25:30 (14:16), steuert als Tabellensechster aber immer noch klaren Kurs auf die neue 3. Liga.

Vor 300 Zuschauern, unter denen die Barnstorfer Fans mit ihren Trommeln viel Rabatz machten, boten die Gäste keine Topleistung. „Beckdorf hat verdient gewonnen, weil wir zu viele Fehler gemacht haben“, meinte ein schmallippiger Thiemann später auf der Pressekonferenz. Es waren drei große Baustellen, die Barnstorf einfach nicht zuschütten konnte.

Erstens: Die HSG bekam das Beckdorfer Rückraum-Duo Stefan Völkers (halbrechts/13 Tore) und den erst vor wenigen Wochen vom Bundesligisten HSG Wetzlar geholten Mario Allendörfer (halblinks/8) nicht in den Griff. „Die haben wirklich einige Tore zu viel gemacht“, musste auch Thiemann anerkennen. Der Barnstorfer Coach unternahm in den 60 Minuten aber keinen Versuch, mal den einen oder anderen des Duos in Manndeckung nehmen zu lassen. „Wir hätten sie mit Aggressivität zermürben müssen. Das ist uns nicht gelungen“, meinte Thiemann nur.

Zweitens: Die vor allem im zweiten Abschnitt „dummen“ Wurfbilder bei freien Schüssen aus sechs Metern gegen Beckdorfs bärenstarken Keeper Thorsten Detjen. „Das ist aber auch schwer gegen den. Wenn der vor dir auftaucht, wird es dunkel. Der wirkt noch viel größer als er ohnehin schon ist“, zollte etwa HSG-Rechtsaußen Nils Mosel dem gegnerischen Keeper höchsten Respekt. Und Kollege Sigitas Stropus, mit acht Treffern Barnstorfs bester Werfer, ergänzte: „Wir haben den richtig warmgeworfen.“ Vor allem Tobias Meyer oder Finn Richter verzweifelten an Detjen. Auf die Variante, es vermehrt mit flachen Würfen zu versuchen, kam Barnstorf indes viel zu selten.

Drittens: Die Erkrankung von Nils Mosel. Der mit 145 Treffern mit Abstand beste HSG-Schütze in dieser Saison war am Samstag quasi nur ein Abziehbild seiner selbst. Seit Mittwoch vergangener Woche quält sich der Rechtsaußen schon mit einer Magen- und Darmgrippe herum und war blass wie eine frisch gekalkte Wand. „Ich habe auch schon einige Kilos verloren und war überhaupt nicht bei Kräften. Vielleicht hätte ich sagen sollen, dass es nicht geht. So jedenfalls konnte ich der Mannschaft heute leider nicht helfen“, meinte ein aschfahler Mosel, der nur ein Törchen warf, nach der Partie.

Man könnte sogar noch eine weitere Baustelle aufmachen: Der ehemalige Zweitliga-Top-Shooter Denis Maksimovich, der erst nach der Pause kam, wirkte im schnellen Barnstorfer Angriffsspiel wie ein Fremdkörper und war ohne Torerfolg ein Totalausfall. „Vielleicht sollten wir es mal mit verstärkten Sperren für Denis versuchen, um ihn ins Spiel zu bringen“, sagte Mosel.

Die aufopferungsvoll kämpfenden Beckdorfer („diese Punkte waren nicht unbedingt eingeplant“, sagte SVB-Coach Uwe Inderthal später) nutzten Barnstorfs Schwächen sehr gern aus, wollen sie doch auch unbedingt noch in die 3. Liga rutschen.

Bis zum 18:19 (41.) aus Barnstorfer Sicht war für die HSG noch alles möglich. Aber danach ging es steil bergab. Zunächst sah Abwehrchef Tomas Lenkevicius nach rüdem Einsteigen gegen Mario Allendörfer die Rote Karte (42.), danach legten Allendörfer (3) und Völkers zum 23:18 (46.) nach, und Detjen erwies sich als unbezwingbare Wand – die Messe aus Barnstorfer Sicht war gelesen.

Thiemann hatte seinen trockenen Humor trotz der sportlichen Enttäuschung aber noch nicht ganz verloren: „Vielleicht war’s ja ganz gut so. Besser wir fahren nächste Saison nach Beckdorf als stundenlang zu einem Verein irgendwo in Sachsen-Anhalt.“

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