Drei Brennpunkte wegen Sperren und Verletzungen – aber Elia ist trotzdem raus

Paderborn-Puzzle: So flickt Skripnik Werder zusammen

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Comeback von Philipp Bargfrede? Der Mittelfeldmann steht immerhin im Kader.

Bremen - Es waren die Tage der schlechten Nachrichten bei Werder Bremen. Die deprimierende 0:2-Pleite im Nordderby, das nicht minder deprimierende 9,8-Millionen-Euro-Minus in der Geschäftsbilanz 2013/14, das Hinrunden-Aus für Franco Di Santo – und dann auch noch der erneute Absturz auf den letzten Platz (durch das Stuttgarter 4:1 gestern in Freiburg). Geht’s noch schlimmer?

Beinahe ja. Fin Bartels musste gestern das Abschlusstraining vorzeitig beenden. Ein Pferdekuss war der Grund. Doch Entwarnung: Bartels steht im Kader für das Heimspiel gegen Aufsteiger SC Paderborn (heute, 15.30 Uhr). Trainer Viktor Skripnik wird dankbar sein, dass er nicht noch ein Loch in seiner Startelf stopfen muss. Denn auch so steht er vor einer kniffligen Aufgabe. Er muss es angesichts von Verletzungen und Sperren schaffen, nicht nur Flickwerk, sondern ein funktionierendes, homogenes Team auf den Platz zu bringen. Schwer genug.

Sebastian Prödl kehrt nach kurzer Verletzungspause (siehe Bericht unten) zwar auf seine angestammte Position in der Innenverteidigung zurück (Assani Lukimya muss weichen), dafür ist Linksverteidiger Santiago Garcia wegen der fünften Gelben Karte nicht dabei. Skripnik hat mögliche Vertreter gecastet, hat U23-Talent Janek Sternberg abgecheckt und nun sogar erstmals in den Kader berufen. Doch erste Wahl wird wohl Luca Caldirola sein. Der Vorteil des Italieners ist seine Erfahrung aus 36 Bundesliga-Einsätzen. Sternberg (22) kennt die Bundesliga dagegen bislang nur aus dem Fernsehen oder von der Ersatzbank. Immerhin dreimal stand er bei seinem Ex-Club Hamburger SV im Kader.

Auch den Kapitän hat es in Hamburg erwischt: Gelb-Rot für Clemens Fritz, ein Spiel Pause. Es wäre wohl kein großer Schrecken, wenn Philipp Bargfrede schon wieder voll bei Kräften und im Rhythmus wäre. Ist er aber nicht. Nach einem halben Jahr Pause und nur acht Trainingseinheiten mit der Mannschaft ist Skripnik skeptisch, ob der 25-Jährige schon wieder zu hundert Prozent belastbar ist. Immerhin: Bargfrede steht erstmals wieder im Kader. Vermutlich wird aber Cedrick Makiadi die Fritz-Rolle im rechten Mittelfeld übernehmen. Möglich aber auch, dass nochmal alles durcheinandergewirbelt werden muss. Dann, wenn nach Ludovic Obraniak (muskuläre Probleme) in Fin Bartels die nächste „10“ ausfallen sollte. Bartels gilt ob des abgebrochenen Trainings gestern zwar als fit, aber auch als gefährdet.

Tote Hose in Hamburg, tote Hose auch gegen Paderborn? Werder hat gewaltige Schwierigkeiten, den langzeitverletzten Franco Di Santo – der Argentinier fällt mit einem Außenbandanriss im rechten Knie für den Rest der Hinrunde aus – zu ersetzen. Im Nordderby versuchten sich Nils Petersen und Izet Hajrovic als Sturmduo an dieser Aufgabe, scheiterten aber kolossal. Auch, weil Werder in dieser Partie an einem vernünftigen Offensivspiel nicht sonderlich viel Interesse zeigte. Allein deshalb hätten Petersen/Hajrovic eine zweite Chance verdient.

Davie Selke sitzt jedoch speziell Petersen im Nacken. „Ich bin der Typ, der sich reinwirft, der dem Gegner – in Anführungsstrichen – auch mal weh tun will“, sagt der 19-Jährige über sich. Und es klingt wie eine Bewerbung bei Skripnik, der von seinen Spielern mehr „Drecksack“-Verhalten auf dem Platz fordert. Selke könnte es liefern, und Skripnik weiß das. Trainer und Spieler kennen sich aus der U23 bestens, Selke sieht deshalb aber weder einen Vor- noch einen Nachteil für sich. Sein Verhältnis zum Coach sei gleichwohl „sehr, sehr gut“.

Eljero Elia würde das, wenn er denn mit Medien sprechen würde, eher nicht behaupten. Denn Skripnik hat den Niederländer gestern erneut nicht in den Kader berufen. Das Signal an den Profi mit dem schlechtesten Preis-Leistungsverhältnis im Kader ist klar: Wer nicht gebraucht wird, wenn ein Stürmer ausfällt, der wird eigentlich gar nicht mehr benötigt. Elia ist raus – ganz ohne Verletzung oder Sperre.

csa

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