Yatabare soll aggressive Spielweise nur bisschen verändern

Der Draufgänger

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Auch im Training geht Sambou Yatabare (links/hier gegen Theodor Gebre Selassie) voll zur Sache – manchmal muss der Mittelfeldmann aus Mali auf dem Platz etwas vorsichtiger sein, den aggressiven Spielstil soll er aber beibehalten.

Bremen - Dem klaren 0:5 beim FC Bayern irgendetwas Positives abzugewinnen, war nicht einfach. Werders Verantwortliche versuchten es trotzdem. Sowohl Trainer Viktor Skripnik als auch Sportchef Thomas Eichin hoben die Leistung von Sambou Yatabare hervor, der in München erstmals über die volle Distanz für Werder auf dem Platz gestanden und dessen Vorstellung tatsächlich Mut gemacht hatte.

Er selbst empfand nach der hohen Niederlage und der Bremer Chancenlosigkeit jedoch hauptsächlich Frust: „Wir mussten immer dem Ball hinterherlaufen. Und eine Toraktion hatte ich auch nicht – deswegen sehe ich nicht viel Positives.“ Andere schon. „Yatabare hat mir sehr gut gefallen“, meinte Eichin. Gleiches galt für Skripnik, der über den neuen Mittelfeldmann urteilte: „Er hat gekämpft, ist viel gelaufen, hat sich immer angeboten und hatte keine Angst, nach vorne zu gehen.“ Im Gegensatz zu den Bremer Teamkollegen, die sehr zaghaft aufgetreten und sich im Vorwärtsgang fast nichts zugetraut hatten. Yatabare dagegen ging auch mal mutig ins Eins-gegen-eins und hatte auf der rechten Mittelfeldseite einige starke Szenen. Ein Blick in die Statistik bestätigt den Eindruck, dass der Mann aus Mali der beste Bremer Feldspieler war – mal abgesehen von der schwachen Passquote (44 Prozent/14 Fehlpässe). Der 27-jährige Neuzugang, für den Werder im Winter 2,5 Millionen Euro Ablöse an Olympiakos Piräus gezahlt hatte, überzeugte dafür in anderen Bereichen. Er hatte insgesamt 40 Ballkontakte. Nicht viel, aber immer noch die meisten in seinem Team. Er lief über zwölf Kilometer (12,04/nur Florian Grillitsch war mit 12,79 mehr unterwegs). Er zog die meisten Sprints aller Spieler auf dem Platz an (46) und hatte zudem eine durchaus beeindruckende Top-Geschwindigkeit von 34,72 km/h. „Er marschiert – und schnell ist er sowieso“, lobte Skripnik.

Aber auch zweikampfstark: Kein Bremer gewann mehr Duelle als Yatabare (14), der gerne kernig und mitunter noch zu ungestüm zur Sache geht. Das hatten auch schon die eigenen Teamkollegen im Training zu spüren bekommen. Und das ist in den Spielen nicht ungefährlich. Bei seinem Werder-Debüt in Ingolstadt (0:2) verursachte er einen Elfmeter, gegen Darmstadt (2:2) hatte er Glück, als ein hartes Foul nur Gelb und nicht Rot nach sich zog. Yatabare weiß, dass er manchmal zu wild draufgeht und gelobt Besserung: „Ich muss mich zügeln und die Härte im Zweikampf im richtigen Moment zeigen.“ Skripnik wird versuchen, ihm genau diese Mischung aus Entschlossenheit und Besonnenheit beizubringen. Den Spielstil seines Mittelfeldmanns will der Coach aber nicht komplett verändern – denn der gefällt ihm: „Jeder hat seine Art zu spielen. Es ist eine gewisse Aggressivität bei ihm da, auch im Training. Aber wir haben festgestellt, dass uns das bisher ein bisschen gefehlt hat. Wir brauchen Männer auf dem Platz.“

Obwohl am Samstag Clemens Fritz und Zlatko Junuzovic nach abgesessener Gelbsperre zurückkehren, hat Yatabare gute Chancen, im Team zu bleiben – vermutlich aber auf der rechten Außenbahn und nicht in der Zentrale, seiner angestammten Position. Das sei ihm egal, beteuerte der 27-Jährige: „Hauptsache, ich kann helfen.“ Und das wird er in den kommenden Wochen, Monaten und Jahren – davon ist Skripnik überzeugt: „Er wollte unbedingt in die Bundesliga und hier eine gute Rolle spielen. Das traue ich ihm zu, er hat alle Voraussetzungen. Weiter so.“

Der Fußball hilft Yatabare auch, den schweren Schicksalsschlag (vor knapp zwei Wochen starb sein Vater) zumindest mal kurz zu vergessen. „Wenn ich auf dem Platz stehe, konzentriere ich mich nur auf Fußball. Aber wenn ich runterkomme, denke ich wieder daran“, sagte Yatabare und fügte an: „Ich werde noch Zeit brauchen, um das zu verkraften.“ - mr

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