Dortmund angeblich an dem Torjäger interessiert

Geht auch Di Santo? Werder ist „auf alles vorbereitet“

+
Franco Di Santo im Fokus: Wenn der Argentinier im Sommer nicht seinen Vertrag verlängert, muss er verkauft werden. Interessenten soll es viele geben.

Bremen - Geht Werder am Ende dieser Saison im Sturm die Puste aus? Der Weggang von Davie Selke – für acht Millionen Euro zu RB Leipzig – ist bereits besiegelt. Nun droht auch der Verlust von Franco Di Santo. Denn angeblich ist Borussia Dortmund an dem gefährlichsten Bremer Torschützen der Gegenwart interessiert. Ihn zu verlieren, wäre der „worst case“, wie Mitspieler Zlatko Junuzovic bereits nach dem Selke-Beben unheilvoll gesagt hatte.

Das Schlimmste vom Schlimmen – muss Werder tatsächlich damit rechnen? „Wir sind auf alles vorbereitet“, sagt Geschäftsführer Thomas Eichin, der sich jedoch nicht tiefergehend mit Eventualitäten beschäftigen möchte. Dass die „Bild“-Zeitung gestern berichtete, dass Borussia Dortmund über eine Di-Santo-Verpflichtung nachdenkt, ist für ihn nur ein weiteres Gerücht unter vielen. Eichin trägt zum Thema vor allem diese Auskunft bei: „Es liegt nichts aus Dortmund vor.“ Keine Anfrage, kein Angebot – auch nicht von Borussia Mönchengladbach, Schalke 04 sowie angeblich mehreren englischen Clubs, die alle an dem Werder-Stürmer interessiert sein sollen.

Klar ist: Franco Di Santo muss für beinahe jeden anderen Club eine reizvolle Überlegung sein. Die Kombination aus der Anzahl erzielter Tore (zwölf in 19 Saisoneinsätzen), seinem Alter (am Dienstag wurde er 26) und seiner Vertragslaufzeit bei Werder (nur noch bis 2016) machen ihn zu einem der attraktivsten Stürmer in der Bundesliga. Bei einem Verkauf im Sommer könnte Werder deshalb vermutlich eine Ablösesumme jenseits der Zehn-Millionen-Euro-Marke kassieren. Das wäre nach den acht Millionen für Selke der nächste warme Regen, ist aber – weil sportlich eine enorme Schwächung – nicht das Ziel der Bremer.

Geschäftsführer Thomas Eichin sagt ganz eindeutig: „Wir wollen mit Franco verlängern.“ Er sagt aber auch: „Vor Saisonende wird da keine Entscheidung fallen.“ Di Santo will sich nicht frühzeitig festlegen – offiziell, weil er sich auf die sportlichen Aufgaben konzentrieren möchte. Doch das ist allenfalls die halbe Wahrheit. Der Argentinier wird auch warten wollen, welche Möglichkeiten sich für ihn auftun. Eichin spielt das Geduldsspiel notgedrungen mit, sagt, es sei für Werder okay: „Nach der Saison reden wir wieder. Bis dahin passiert nichts.“

Undenkbar ist allerdings, dass die Bremer und Di Santo ohne frische Fakten in die neue Saison gehen. Soll heißen: Entweder es kommt zur Vertragsverlängerung oder Di Santo wird im Sommer verkauft. Den Torjäger 2016 ablösefrei zu verlieren, können sich die Bremer schlicht nicht leisten. Er ist schließlich der Diamant in der Schmuckschatulle.

„Bei Franco ist alles offen. Man muss sich deshalb auch auf den Fall einstellen, dass er geht. So ist der Fußball. Das ist kein Wunschkonzert“, meint Junuzovic, der unlängst den eigenen Vertrag bis 2018 verlängert hatte. Der Österreicher hatte den Verlockungen der Konkurrenten widerstanden. Ob Di Santo das auch kann/will? Immerhin hatte er unlängst gesagt, dass er sich nicht – wie Selke – für mehr Geld sportlich verschlechtern würde. „Wenn ich wechsel, dann nur zu einem größeren Club.“

Dortmund war in den vergangenen Jahren einer der Top-Acts der Liga, verliert als Nicht-Champions-League-Starter – der BVB rangiert aktuell noch hinter Werder auf Platz zehn – aber an Reiz. Und an finanzieller Kraft. Di Santo zu holen, wäre für die Westfalen wohl nur möglich, wenn von den drei vorhandenen Stürmern Pierre-Emerick Aubameyang, Ciro Immobile und Adrian Ramos einer gehen würde. Immobile, vor der Saison für 19 Millionen Euro geholt, gilt als der Top-Verkaufskandidat bei den Schwarz-Gelben. Es heißt jedoch, dass sich der Club dann keinen weiteren kostspieligen Angreifer gönnen wolle.

Wenn doch, wäre Werder dann der Dumme? Eichin sagt, die Vorkehrungen seien getroffen. Als Kandidat für den Sturm gilt seit Neuestem neben Mark Uth (23/SC Heerenveen) und Anthony Ujah (24/1. FC Köln) auch der Slowene Robert Beric (23) von Rapid Wien.

csa/kni

Mehr zum Thema:

Manchester-Attentäter soll IS-Kontakt gehabt haben

Manchester-Attentäter soll IS-Kontakt gehabt haben

Abend der Talente an der Realschule Verden 

Abend der Talente an der Realschule Verden 

In diesen 10 Berufen arbeiten die glücklichsten Menschen

In diesen 10 Berufen arbeiten die glücklichsten Menschen

Poledance sorgt für durchtrainierte Figur

Poledance sorgt für durchtrainierte Figur

Meistgelesene Artikel

Baumann setzt auf Selkes Willen

Baumann setzt auf Selkes Willen

Prödls „Meilenstein“ und viel Lob für Werder

Prödls „Meilenstein“ und viel Lob für Werder

Delaney vor Dortmund: „Wir sind die Underdogs“

Delaney vor Dortmund: „Wir sind die Underdogs“

Eine Niederlage, aber keine krachende

Eine Niederlage, aber keine krachende

Kommentare