„Dort bin ich am leistungsstärksten“

Obraniak drängt in die Mitte

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Bremen - In der Interviewzone des Weserstadions, einer nüchternen Halle zwischen Spielfeld und Kabinentrakt, spricht Ludovic Obraniak über seine Lieblingspositionen auf dem Platz. In der Mitte oder rechts – da würde er künftig gerne spielen, sagt der Mittelfeldspieler. Aber nicht dort, wo Trainer Robin Dutt ihn meistens aufgestellt hat bisher: auf der linken Seite. „Aber so ist das Leben – man kann nicht immer alles kontrollieren“, sagt er irgendwann über seine Situation bei Werder, die in den ersten Monaten seit seiner Verpflichtung im Januar fraglos unbefriedigend war. Wenig Einsätze, noch weniger gesetzte Glanzpunkte – für Obraniak wird die neue Saison ein neuer Anlauf. Aber möglichwerweise kreuzen neue Knüppel, über die er stolpern kann, seinen Weg.

Gestern huschte so ein Knüppel allerdings noch in seinem Rücken an ihm vorbei. Während Obraniak redete, wurde im Hintergrund Izet Harjovic durch die Katakomben des Stadions geführt. Obraniak wusste noch nicht viel über den Neuen, nicht mal, dass er ein Linksfuß ist wie er selbst. Auch nicht, dass Hajrovic die rechte Seite als bevorzugtes Arbeitsgebiet sieht, aber auch sonst all die Positionen spielen kann, die Obraniak vorzugsweise besetzt. Der Franzose lacht, als er das erfährt. Okay, ein Konkurrent mehr, gegen den er sich gegebenenfalls durchsetzen muss. „Ich kenne das nicht anders. Ich hatte immer große Konkurrenz“, sagt er.

Das Problem dabei ist nur, dass bei Werder die Mitbewerber meistens die Nase vorn hatten. Das soll sich ändern – und mit dem Tor beim 1:1 in Stettin hat Ludovic Obraniak den ersten Pflock eingeschlagen. Als der Treffer fiel, war er auf der „10“ positioniert – ideal für ihn, meint Obraniak: „Das ist schon die Position, auf der ich am leistungsstärksten bin.“ Aber er fordert nichts, er will sich der Entscheidung des Trainers fügen. Im Moment habe er aber noch keine Ahnung, „was der Plan mit mir ist“. Auch ob Hajrovic tatsächlich ein direkter Konkurrent wird, müsse abgewartet werden. „Alles hängt doch davon ab, dass der Verein Vertrauen in mich hat. Ich habe jedenfalls Vertrauen in mich“, meint Obraniak.

Einen Störfaktor merzt er in der kommenden Woche aus. Wenn die Werder-Profis ein paar freie Tage genießen können, ziehen endlich seine Frau und die zwei Kinder zu ihm nach Bremen. Bislang war der 29-Jährige allein in der Hansestadt. Es hat ihm nicht gefallen, die Familie hat gefehlt. Jetzt dürfte der Wohlfühlindex steigen.

csa

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