Doppel-Pleite – Werder blitzt auf der Insel ab

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Erzielte Werders einzigen Treffer: Philipp Bargfrede

Southhampton - Raus aus dem Flieger, rein in den Bus – und nur 75 Minuten später auf dem Platz: Bei Werder Bremen musste gestern alles blitzschnell gehen. Leider ließ der Bundesligist dieses Tempo dann gegen den FC Southampton (0:3) und Athletic Bilbao (1:2) vermissen.

Werder enttäuschte beim Blitzturnier in England und trübte mit dieser Doppel-Pleite ein bisschen den guten Eindruck aus dem Trainingslager in Donaueschingen. Andererseits sollten die Niederlagen in den 45-Minuten-Spielen auch nicht überbewertet werden, schließlich waren die Begleitumstände des lukrativen Trips schon ungewöhnlich.

Es hatte so gut begonnen: Wesley, Kevin Schindler, Marko Marin und Lennart Thy zauberten nach drei Minuten einen Mega-Spielzug aufs Spielfeld des St. Mary’s Stadium, doch Sandro Wagner verpasste um Zentimeter das perfekte Ende. Leider war’s ein fauler Zauber, denn Werder gelang in der Folgezeit fast gar nichts mehr. Und hinten gab es überhaupt keine Sicherheit. David Connolly ließ „Sechser“ Tom Trybull und die Innenverteidiger Andreas Wolf und Clemens Schoppenhauer ganz schlecht aussehen – 1:0 (11.).

Bei den Gästen hakte es so sehr, dass der Brasilianer Wesley zur Seitenlinie sprintete, Dolmetscher Roland Martinez herbeirief und wild gestikulierend mit Trainer Thomas Schaaf diskutierte (19.). Immerhin gab es danach zwei Werder-Chancen, doch Wolf (20.) und Marko Marin (23.) scheiterten an Schlussmann Bartosz Bialkowski.

Danach bekamen die aggressiven Gastgeber die Partie wieder voll in den Griff und starteten weitere Überfälle. Wie auch Guly do Prado beim 2:0, der Sebastian Mielitz im zweiten Versuch mit etwas Glück überwand (31.). Wieder hatten die Bremer hinten gepennt, so auch in der 42. Minute: Ohne Gegenwehr durfte Adam Lallana den 3:0-Endstand markieren.

Der Sieg des englischen Zweitligisten war hochverdient, der Auftritt des Bundesligisten dagegen eine Enttäuschung und der bisherige Tiefpunkt der Vorbereitung, weil sich kaum einer gegen diese Pleite stemmte.

Werder: Mielitz - Schindler, Schoppenhauer, Wolf, Schmitz - Trybull, Wesley, Hunt, Marin - Thy, Wagner.

Neues Spiel, neues Glück? Trainer Schaaf hatte für die zweite Halbzeit bei diesem Blitzturnier eine fast komplett andere Mannschaft aufgeboten. Nach 45-minütiger Pause kehrten nur Lukas Schmitz, Aaron Hunt und Trybull zurück.

 Im Blickpunkt stand aber ein anderer: Sokratis Papastathopoulos, der erstmals das Werder-Trikot trug. Und schon nach vier Minuten musste der Grieche, der links in der Innenverteidigung spielte, mitansehen, wie Keeper Tim Wiese dem Basken Igor Gabilondo den Ball auf dem Silbertablett servierte, dann aber noch parierte. Auch gegen den spanischen Erstligisten tat sich Werder schwer. Immerhin lief’s in der Defensive besser. So brauchte Athletic eine Standardsituation für die Führung: Gabilondo jagte die Kugel aus 25 Metern in den Winkel (22.). Balogun verpasste den schnellen Ausgleich (25.), auf der anderen Seite rettete Bargfrede nach einem Kopfball auf der Linie (33.).

Jetzt war’s ein ordentliches Spiel, auch Werder agierte gefälliger – und einmal sogar sehenswert: Florian Trinks auf Marko Arnautovic, der leitete den Ball mit der Brust zu Bargfrede – 1:1 (35.). Doch die Freude war schnell dahin, denn nur drei Minuten später gelang Gaizka Toquero das 2:1. Der ansonsten starke Sokratis hatte wie auch Bargfrede und Schmitz nicht aufgepasst. Dann war’s vorbei, und Werder düste direkt wieder nach Bremen. Ein echtes Blitzturnier halt.

Werder: Wiese - Fritz, Balogun, Sokratis, Schmitz - Bargfrede, Trybull, Hunt, Trinks - Arnautovic, Rosenberg.

Von Björn Knips

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