Werder-Sieg im 100. Nordderby

Kommentar: Wie Doping im Abstiegskampf

Kommentar von Carsten Sander. Das 100. Nordderby ist gespielt. Und es wird – der Polizei sei Dank – nur wegen seines sportlichen Ergebnisses einen Platz im Buch der Derby-Historie finden.

Carsten Sander

Möglicherweise wird dieses Spiel am Ende der Saison sogar als Wendepunkt für Werder Bremen gelten. Denn so ein Sieg über den HSV ist wie Doping im Abstiegskampf. Wenn die Grün-Weißen auch in den kommenden Spielen gegen Nürnberg, Stuttgart und Freiburg jene Leidenschaft abrufen, die gegen den Erzrivalen Grundlage des 1:0-Erfolges war, dann werden sie bis Ende des Monats in großen Schritten dem Klassenerhalt entgegensprinten. Anders der HSV. Das zarte Pflänzchen der Hoffnung, das die Hamburger eine Woche zuvor gegen Borussia Dortmund gepflanzt, gegossen und mit drei Toren gedüngt hatten, wurde in Bremen gleich wieder zertrampelt und zermalmt. Der Slomka-Effekt – ist er etwa nach nur einem Spiel schon verflogen? Oder kann der HSV sich wieder aufrappeln? Nach einer Derby-Niederlage fällt das besonders schwer. Weshalb die 100. Auflage in zwei Monaten vielleicht als Abbiegespur in die zweite Liga gelten wird. Der Blinker ist jedenfalls gesetzt in Hamburg.

Werder bleibt dagegen in der Spur. Es ist schon auffällig, dass sich die Mannschaft bei allen Problemen im spielerischen Bereich immer wieder durch puren Kampf aus Krisen befreien kann. Am liebsten gegen den HSV. Im Hinspiel war es nach zuvor drei Niederlagen in Serie ein 2:0, das befreiend wirkte auf die Bremer. Nun gelang nach zuvor fünf sieglosen Partien der erste Erfolg in 2014. Der befürchtete Sturz auf den Relegationsplatz bleibt deshalb aus, das Worst-Case-Szenario wurde abgewendet. Es scheint, als ob das Bremer Team für seine Verhältnisse besondere Leistungen speziell dann abruft, wenn das Wasser gerade Richtung Kinnlade steigt. Im Derby hat sich das Team um Trainer Robin Dutt erstmal wieder freigeschwommen und sich selbst gezeigt: So geht Abstiegskampf!

Rubriklistenbild: © ksy

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