Sportchef Allofs nimmt Schmidts Manager Fleischmann heftig aufs Korn

„Dominik ist beratergesteuert“

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Zeigte sich überrascht, welch’ hohe Wellen seine Aussagen zum Vertragspoker geschlagen haben: Dominik Schmidt.

Werder-Bremen - (flü/mr) · Im Poker um die Vertragsverlängerung von Linksverteidiger Dominik Schmidt hat Werder-Sportdirektor Klaus Allofs gestern Schmidts Berater Carlos Fleischmann heftig kritisiert.

„Manchmal wissen die Spieler gar nicht, mit welchen Forderungen die Berater zu uns kommen. Und utopische Forderungen haben wir auch in der Vergangenheit nicht erfüllt. Für Dominik muss man wohl entschuldigend sagen, dass er beratergesteuert ist“, schimpfte Allofs.

In den Gehaltsvorstellungen liegen Werder und der Abwehrspieler meilenweit auseinander, eine Trennung zum Saisonende ist jetzt wahrscheinlich. Denn bei den finanziellen Erwartungen der Gegenseite spielt Allofs nicht mit. Wie auch seine Geschäftsführerkollegen und Trainer Thomas Schaaf nicht. „Wir haben Dominik ein sehr, sehr gutes Angebot gemacht“, sagte der 49-Jährige. Doch das hatte Fleischmann abgelehnt. Nach Informationen dieser Zeitung soll der Berater das Vierfache an Gehalt von dem gefordert haben, was Werder angeboten hat. „Eine völlige Fehleinschätzung der eigenen Fähigkeiten“, polterte Allofs in Richtung Schmidt, was auch Schaaf unterstrich: „Solche Gespräche muss man vernünftig anpacken. Grundvoraussetzung ist, dass man sich richtig einschätzt. Man muss überlegen: Wie viele Spiele habe ich gemacht? Wie oft stand ich zur Verfügung?, Wie lange bin ich da? Wie oft war ich verletzt? Was hat der Verein für mich getan?“, zählte Schaaf auf. Die Kritik von Schmidt, er würde nicht die richtige Wertschätzung erhalten, kann und will der Werder-Trainer nicht nachvollziehen: „Er muss sich bewusst sein, was er sagt. Es wäre nicht falsch, seine Situation noch mal zu überdenken.“

Schmidt, an dem nach eigenem Bekunden sechs Bundesligisten interessiert sind, räumte ein, dass der Zeitpunkt der Diskussion „nicht so passend war. Es sollte keine Kritik am Verein sein, ich wollte niemanden unter Druck setzen“, beteuerte der 23-Jährige gestern. Er sei „überrascht“ gewesen, „welch’ hohe Wellen das Ganze geschlagen hat. Hätte ich das gewusst, hätte ich so ein Statement nicht abgegeben.“ Gefragt, ob seine Forderungen nicht tatsächlich zu hoch gewesen seien, verwies der Abwehrspieler auf seinen Berater: „Er ist für das Finanzielle zuständig, ich konzentriere mich auf das Sportliche. Es geht mir nur um Fußball und nicht darum, irgendwelche Schlagzeilen auszulösen.“

Berater Fleischmann war gestern nicht bereit, sich zum Vertragspoker zu äußern. Über sein Büro ließ er auf Nachfrage ausrichten, keinen Kommentar abgeben zu wollen.

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