Dnjepropetrowsk und der heutige Gegner Mönchengladbach sind Vorbilder

Retter Skripnik träumt schon vom alten Werder

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Viktor Skripnik schaut gerne mal zurück auf die guten, alten Werder-Zeiten. Der Coach möchte aber nicht nur international mitspielen, sondern wie früher für Furore sorgen.

Bremen - Viktor Skripnik ist kein normaler Bundesliga-Trainer. Der Ukrainer identifiziert sich so sehr mit seinem Club, dass er durchaus mal ins Träumen gerät. Schließlich kennt er noch die gute, alte Werder-Zeit, hat sie als Double-Gewinner 2004 mitgeprägt. Als nun am Donnerstag Skripniks andere große Fußball-Liebe, sein Heimatverein Dnjepr Dnjepropetrowsk, sensationell ins Finale der Europa League eingezogen war, da dachte der 45-Jährige schnell an seine Bremer: „Ich will mit Werder auch so einen Weg schaffen und zu dem Verein in Europa machen, der Werder schon mal war.“

Große Worte, aber auch nicht zu große Worte. Denn völlig unrealistisch ist es nicht, dass Werder zumindest mal wieder durch Europa tourt. Die Wiederbelebung ist Skripnik bereits gelungen. Aus dem Tabellenletzten machte er in wenigen Monaten einen ernsthaften Anwärter auf die internationalen Plätze. Jetzt will er den Durchmarsch auch perfekt machen. Erst im Heimspiel heute gegen Borussia Mönchengladbach, dann eine Woche später am letzten Spieltag im vermeintlichen Endspiel um Platz sieben bei Borussia Dortmund.

„Wir sind stolz, dass wir das Thema Klassenerhalt so frühzeitig erledigt haben. Jetzt basteln wir an einem anderen Erfolg“, sagt Skripnik. Wobei das mit dem Basteln bei einem Gegner wie Mönchengladbach gar nicht so einfach sein soll, behauptet zumindest Skripnik: „In den letzten Monaten ist das die beste deutsche Mannschaft gewesen. Jeder weiß vorher, wie sie agieren, aber am Ende sind sie dennoch erfolgreich.“ Der Werder-Coach lobt dabei nicht nur Lucien Favre („Ein guter Trainer“), sondern sieht die Borussia „als gutes Beispiel für unsere Ziele. In diese Richtung können wir auch gehen.“

Sportchef Thomas Eichin bezeichnet den Traditions-club vom Niederrhein sogar als „Vorbild für uns. Es ist gut zu sehen, was man mit ähnlichen Mitteln, wie wir sie haben, erreichen kann. Sie haben die richtigen Entscheidungen getroffen und sind immer ruhig geblieben. Werder kann auch so einen Weg gehen, wenn wir daran glauben.“

Im Februar 2011 stand die Borussia am Abgrund, trennte sich von Trainer Michael Frontzeck und vertraute Lucien Favre. Der Schweizer schaffte die Aufholjagd (sieben Zähler Rückstand auf den Relegationsplatz) und meisterte auch die Entscheidungsspiele gegen den VfL Bochum. Die fast identische Mannschaft führte der heute 47-Jährige in der Saison darauf auf Platz vier – und so langsam ist die Borussia ein Dauergast im oberen Tabellendrittel. Nun geht es für die „Fohlen“ um die direkte Qualifikation für die Champions League. Ein Sieg noch – und sie sind drin.

Das macht die Sache für Werder heute wahrlich nicht leichter. Wer sich dann noch an die letzte Partie in Hannover (1:1) erinnert, der träumt nicht von Europa, sondern erwartet eher ein 1:4 wie im Hinspiel. „Wir spielen nicht so attraktiv“, gesteht Skripnik und lächelt. Im Endspurt der Liga ist es ihm nämlich ziemlich egal, wie seine Mannschaft spielt. Jetzt zählen nur noch Punkte.

Und dabei setzt Viktor Skripnik auch auf eine Dosis Dusel: „Ich wünsche meiner Mannschaft und mir, dass wir am Ende einfach etwas mehr Glück haben.“

kni

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