Starker Ex-Bremer ein bisschen im Schatten seines Torwarts

Diego lobt Diego

Ein kurzes Pläuschchen inmitten der alten Kollegen: Und von Werder-Boss Klaus Allofs gab’s auch noch einen Klaps für Diego.

Werder-Bremen - WOLFSBURG (mr) · „Diego, Diego“ – schallte es kurz vor Schluss durch die ausverkaufte Volkswagen-Arena. Die Sprechchöre der Wolfsburger Fans in der Nordkurve galten aber nicht dem brasilianischen Mittelfeldstar, sondern dem Schweizer Torwart.

Diego Benaglio war der beste Mann auf dem Platz, hielt den Elfmeter von Torsten Frings und noch einige weitere Male glänzend. „Er ist ein großartiger Keeper und hat uns den Punkt gerettet“, schwärmte der andere Diego, Ribas da Cunha mit vollem Namen.

Aber auch er selbst hätte etwas Extra-Beifall von den Rängen verdient gehabt. Gegen seinen ehemaligen Club spielte Diego in der ersten Halbzeit sehr stark. Der 25-Jährige hatte zwei gute Torchancen, forderte ständig den Ball und war dann ganz schwer von ihm zu trennen. Torsten Frings und Clemens Fritz hatten im defensiven Bremer Mittelfeld Mühe, den Brasilianer zu kontrollieren. Zwar bekam er wegen Meckerns seine sechste Gelbe Karte der Saison und tauchte nach der Pause ziemlich ab. Dennoch: Diego war neben seinem Namensvetter Benaglio der beste Wolfsburger.

Als solcher hätte vielleicht lieber er zum Elfmeter antreten sollen; und das wollte er auch. Doch nach einem kurzen Zwiegespräch mit Edin Dzeko setzte sich der bosnische Kapitän durch – und verschoss. „Edin hat gesagt, dass er sich gut fühlt und schießen will. Und ich muss seinen Wunsch respektieren“, sagte Diego, der sich leise Kritik aber nicht verkneifen konnte: „Es ist nicht wichtig, wer schießt. Wichtig ist, dass der Ball drin ist.“ War er aber eben nicht – und deshalb brachte sich Diego schon mal in Position: „Wer den nächsten schießt, werden wir sehen. Ich bin bereit.“

Wenigstens kam er am Samstag nicht in die Verlegenheit, sich mit einem Tor bei den Bremern unbeliebt zu machen. So war das Wiedersehen recht harmonisch. „Vor dem Spiel habe ich kurz mit Thomas Schaaf gesprochen. Ich habe mich aber auch gefreut, all die anderen zu treffen“, sagte Diego. In die Werder-Kabine ging er anschließend nicht, weil er direkt zur Wolfsburger Weihnachtsfeier musste: „Aber das hole ich dann beim Spiel in Bremen nach.“

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